NutriCulinary

gutes Essen & große Küche

„Monsieur, der Hummer und ich“ signiert & mit persönlicher Widmung unterm Weihnachtsbaum

Immer häufiger erreichen mich Mail-Anfragen nach einem signierten Exemplar meines Buches mit persönlicher Widmung. Abgesehen davon, dass ich derzeit natürlich nichts lieber mache als Bücher zu signieren, leide ich leider unter einer starken Postwegbringschwäche. Im Hinblick aufs drohende Weihnachtsfest habe ich die Angelegenheit dann mal mit meinem Verlag besprochen.

Ein großer Vorteil kleiner, unabhängiger Verlag ist der, dass dort schnell und unbürokratisch auf die Defizite der Autoren reagiert werden kann und man gerne auch mal neue Wege geht. Quasi über Nacht haben meine Verleger was Schönes gebastelt, seit ein paar Tagen kann man nun schon online im Verlags-Webshop mein Buch wahlweise auch mit Signatur und persönlicher Widmung bestellen, ins eigens dafür angelegten Zusatzfenster notiert man auf Wunsch einfach den oder die Namen der zu beschenkenden Person(nen):

mairisch Verlag Webshop

Ich signiere die Bücher mit kühnem Schwung und schon wenige Tage später liegt Ihre Bestellung, in Deutschland portokostenfrei, in Ihrem Briefkasten. Die Aktion läuft nur bis zum 15. Dezember um zu gewährleisten, dass Bücher die zu Weihnachten verschenkt werden sollen, noch in Ruhe umgepackt, eingepackt und gegebenenfalls an liebe Menschen weiter verschickt werden können.

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BROT BROT. Gebackenes und Gelesenes von Thorsten Gillert, Gunter Gerlach und Alexander Posch

Der mehrfach preisgekrönte Hamburger Koch Thorsten Gillert werkelt sonst in seinem Restaurant Artisan, serviert den besten Mittagstisch der Stadt mit hausgemachten Bratwürsten in seiner Bude I und unterhält neuerdings auch die Oberhafenkantine. Mit den Hamburger Literaten Gunter Gerlach und Alexander Posch teil er seine Liebe zum warmem, selbstgemachtem Brot. Am kommenden Sonntag erklärt und zeigt Thorsten Gillert wie es entstehen kann und während das Brot im Ofen seiner Vollendung entgegen backt, seinen Duft verströmt und im Mund die Spuke vor Vorfreude sich sammelt, erfreuen Gunter Gerlach und Alexander Posch die Wartenden mit literarischen Leckerbissen zum Brot. Der Genuss gipfelt am Ende des Nachmittags mit dem Verzehr des warmen Brotes.

BROT BROT
Sonntag 22. November 09, 16.00 Uhr
Zinnschmelze
Maurienstr. 19
22305 Hamburg
Eintritt 10,- VVK 8,-

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Klaus Erfort ist FEINSCHMECKER Koch des Jahres 2009 – Erinnerung an einen Besuch

Gestern lag der neue FEINSCHMECKER im Postkasten, die Redaktion hat Klaus Erfort (37) zum Koch des Jahres gekürt, im Heft hält der kulinarische Techniker und Gourmet- Gastrosoph Jürgen Dollase die Laudatio, Götz Wrage hat den Koch des Jahres und ein beispielhaftes Erfort-Menu fotografiert, in Szene gesetzt wie immer von Frauke Koops.

Ich freue mich für Klaus Erfort, denn es ist schon eine ganz besonders sensible, klug durchdachte, beeindruckende, dabei nie effekthascherische Küche die der Drei Sterne Koch in seinem Restaurant „Gästehaus“ in Saarbrücken serviert. Zur Feier des Tages erlaube ich mir, den Beitrag über einen Besuch bei Erfort im Januar dieses Jahres zu verlinken, mein Freund Bruce und ich genossen ein Menü beim Meister und, ich sag mal, wir ahnten was:

Ein Abend beim Koch des Jahres 2009 Klaus Erfort

Herzlichen Glückwunsch!

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Jetzt online: „II Magazin“-Ausgabe #2 – Fast Food &Verpackung

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Pommesschalen, Kaffeebecher, Curry-Pieker und Nudelboxen – Die Design-Objekte der mobilen Esskultur sind hochfunktional gestaltet, streng durchdacht und-landen schon nach wenigen Gebrauchsminuten im Müll.

In der zweiten Ausgabe des II Magazin, einer Online-Initiative des Berliner PROJEKTBÜRO Henkel.Hiedl dreht sich alles um die Take Away Kultur und warum Fast Food-Verpackungstechnologie auch etwas mit Design zu tun hat.

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Dabei geht es durchaus lustvoll kulinarisch-praktisch zu: unter der Überschrift Günstig, fettig, delikat werden „…die Perlen der Kreuzberg-Neuköllner Imbissläden“ vorgestellt. Die gesellschaftliche Relevanz von Fast Food wird in einem Artikel beleuchtet, einer Gesellschaft in der, laut einer Umfrage des Institut für Demoskopie Allensbach mehr als die Hälfte der Befragten angibt, sie äßen nur am Wochenende vernünftig. Designklassiker des Take Away-Alltags werden präsentiert, es gibt ein Ranking Deutscher Fast-Food Hochburgen und ein hübsches Fast-Food-Design T-Shirt zu gewinnen.

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Das elegant gestaltete Online-Magazin ist ein kurzweiliges, interessantes Vergnügen und steht hier zum freien Download bereit:

II Magazin-Ausgabe #2 Download

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Grenzen der Gastfreundschaft: die Sushi-Frage

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Immer wieder liest man in Restaurantkritiken von pampigen Kellnern, schnippischen Bedienungen und unhöflichem Servicepersonal. Der Gast wird wesentlich seltener und nur hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Grund zur Klage, das weiß ich aus leidlicher Erfahrung, gäbe es genug, nicht wenige Menschen legen im Restaurant einen bemerkenswert herrischen Ton an den Tag, verwechseln Bedienen mit Dienen und dann geht der Ärger los. Manche Gäste haben auch ganz eigene Vorstellungen davon, was sie für ihr Geld erwarten dürfen. Erwartungen und Weltsichten prallen da oft mit Karacho aufeinander.

Unvergessen ist mir jene Begebenheit aus meinen Kochtagen in Berlin. Damals arbeitete ich im Restaurant Hugenotten, dem Gourmet-Restaurant des Interconti Hotels dass heute „Hugos“ heißt und dessen Küche, hoch über den Dächern Berlins, vom brillanten Thomas Kammeier geführt wird. Wir kochten damals noch im Erdgeschoss, die Mauer war gefallen, der Wettlauf um das beste Berliner Hotelrestaurant begann zu dieser Zeit, der Laden war frisch renoviert und es wurde eine hochmotivierte, junge Kochbrigarde zusammengekauft. Wir waren Feuer und Flamme, ehrgeizig und Willens den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Mit Erfolg, binnen eines arbeitsreichen Jahres hatten wir einen guten Namen und 16 Punkte im Gault Millau. Mit dem Erfolg kamen auch jene Menschen die sich mit viel Geld ein Halbwissen des guten Geschmacks angefressen und angelesen hatten, unangenehme Zeitgenossen mit der emotionalen Intelligenz einer Zitrone, Dinosaurier der fetten Achtziger.
Unser damaliger Restaurantleiter, ein schöngeistiger Franzose, mit Fachkenntnis und Feingefühl, erlebte und ertrug so manches, stets bewahrte er die Contenance und begleitete auch die unmöglichsten Gäste durch den Abend. Ein kräftiges „Merde!“ entfuhr ihm immer erst, wenn das letzte Licht gelöscht und die Tische abgetragen waren. Ein einziges Mal nahm er sich die Freiheit, die Pflicht der Gastfreundschaft und ihre Grenzen für sich neu zu definieren.

Ein Ehepaar speiste an diesem Abend in unserem Restaurant, er, ein erfolgreicher Medienberater, sie, die Frau eines erfolgreichen Medienberaters. Ihr Sohn, fünf Jahre alt, daddelte schon seit dem Amuse Geule, autistisch auf einem Gamboy herum, pling, pling, pling,bidddelidelidlid….Nach dem zweiten Gang schritt unser Restaurantleiter zur Tat, es musste ein Ende haben mit der Gamboy-Hintergrundmusik und er wendete sich an den Jungen:

„Sag mal, möchtest Du vielleicht mal unsere Küche besuchen?“

Der Junge sah nicht von seinem Gameboy auf, ignorierte den Restaurantleiter, die Antwort kam vom Vater:

„Nein, unser Sohn möchte die Küche nicht sehen, da arbeiten Neger.“

„Ähh.…non, Monsieur.“

„Lügen Sie mich nicht an, in allen Küchen arbeiten Neger!“

Kurz stockte unser Restaurantleiter, wendete sich dann ruhig den Gästen zu und sagte:

„Sie sind eingeladen, ihr Essen bezahle ich privat, bitte sie aber, jetzt zu gehen. Ich lasse ihnen ihre Mäntel bringen. Einen schönen Abend wünsche ich.“

Ein damals viel diskutierter Affront, nicht Wenige waren der Meinung, dass der Restaurantleiter über die Privatmeinung des ungehobelten Gastes hätte hinwegsehen müssen.

Oftmals aber geht schlechter Benimm auch viel subtiler. Und oft tun sich Restaurant, Gastgeber oder Service schwer mit der Reaktion auf offensichtlich provokantes oder auch nur unangebrachtes Verhalten. Je höher das Niveau, desto größer der Wille vieles Hinzunehmen.

Am Wochenende diskutierten wir, zu meiner Überraschung, folgenden Vorfall unter Freunden: Freund A. erzählte von einem Ehepaar dass einen Tisch im 1 Michelin-Stern Restaurant (18 Punkte im Gault Millau) eines 5 Sterne Hotels reserviert hatte. Der Abend begann und die ausgelobte Vorspeisenauswahl des Sternekochs entsprach nicht den Vorstellungen der Gäste. Die Herrschaften bestellten Sushi. Freund A. berichtete weiter, dass die Restaurantleitung daraufhin Sushi hatte rankarren lassen und zwar vom Sushi-Lieferservice.

An dieser Stelle führte die Erzählung direkt in eine lebhafte Diskussion. Mich empörte die Arroganz der Gäste, hatte sich der berühmte Sternekoch doch sicher was gedacht bei seinen Vorspeisen, eine Linie, ein kulinarisches Konzept für das er, seine Küchenbrigade und das Restaurant, stehen und das seine Handschrift trägt. Ich empfand die Sushi-Bestellung als Unmöglichkeit im doppelten Sinne.

Freund A. empörte etwas ganz anderes. Er prangerte an, dass das Sushi in einem Restaurant dieser Klasse doch nicht vom Lieferservice kommen dürfe. Während ich fand, das sei doch eine hübsche Bestrafung für so ignorantes Verhalten, war A. der Meinung, die Sushiplatte hätte zumindest beim besten Sushi-Meister der Stadt bestellt werden müssen. (Dass die Spontan-Herstellung von Sushi in der Küche jeden zeitlichen Rahmen gesprengt hätte, zumindest darüber herrschte Einigkeit).

Freund B. fand wir hätten beide ein bisschen Recht. Ich hätte Recht, wäre besagtes Restaurant nicht an ein 5 Sterne Hotel angeschlossen, in einem Hotel dieser Kategorie dürfe der Gast aber erwarten so ziemlich alle Wünsche erfüllt zu bekommen, das schlösse dann in diesem Fall auch das Restaurant ein, darum habe auch Freund A. recht, da müsse dann auch die Sushi-Platte ohne Diskussion per Taxi geordert und nur vom Feinsten sein.

Tja. Und jetzt gebe ich das mal so an Sie weiter, wie sehen Sie das?

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Herzlichen Glückwunsch zu zwei Jahren Utopia!

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Utopia, die Internet-Plattform für strategischen Konsum feiert heute ihren zweiten Geburtstag. Engagierten Verbrauchern bietet das Internet-Portal utopia.de Möglichkeiten die Idee von strategischem Konsum und nachhaltigem Lebensstil gemeinsam zu verfolgen und zu diskutieren. „Ohne Verzicht und ohne Zeigefinger“ finden sich auf der Seite Angebote, Tipps, Fakten und Empfehlungen, Hintergrundreportagen zu Produkten und Produktentwicklungen. Wissenschaftler, Umweltexperten, Journalisten, Unternehmer, Partner und Verbraucher engagieren sich auf und für utopia.de. Die Community läd zum mitgestalten des modern gestalteten Portals ein.

In den vergangenen zwei Jahren bin ich über die Utopisten auf zahlreiche spannende und bereichernde Artikel zu den Themen Umweltschutz und Ernährung, Politik, Medien und Geselllschaft gestossen, habe Denkanstöße und nicht zuletzt Inspirationen für meinen Alltag bekommen, machbare Tipps um Dinge zumindest im eigenen, alltäglichen Leben zu ändern. So werden aus Utopien Tatsachen und das ist der große Verdienst des Portals, seiner Betreiber und Beiträger. Herzlichen Glückwunsch zu zwei Jahren nachhaltiger Arbeit in diesem Sinne!

Wer Utopia noch nicht kennt: machen Sie doch einen Geburtstagsbesuch und schauen Sie sich mal um, hier klicken oder oben auf die Geburtstagseinladung.

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Jetzt am Kiosk: mare Sonderheft Kulinarik II

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Bahnt sich da eine schöne Tradition an? Nachdem das mare Magazin schon im Dezember letzten Jahres mit einem kulinarischen Sonderheft überzeugte, ist in dieser Woche das Sonderheft Kulinarik II erschienen. Hinter dem nüchternen Titel verbergen sich abermals spannend erzählte Geschichten und Reportagen aus aller Welt, ansprechend im Layout und reich bebildert mit wunderschönen, sehr stimmungsvollen Fotostrecken die auch in dieser Ausgabe wieder von Studierenden der Fakultät Medien, Information und Design der Fachhochschule Hannover stammen.

Von einem Hannoveraner Zwiebäcker wird erzählt, der auch Jack Nicholson und Robert De Niro mit seinem Ochsenbrot beliefert, Fliegenfischer werfen in British Columbia ihre Schnüre aus, in Holland wird Matjes gemacht, in Norwegen Stockfisch. Heiß her gehts in vietnamesischen Garküchen und allerhand schmackhaftes gibt es in der Welt der Algen zu entdecken wie auch in Zürichs Überseehafen.

Für den heimischen Herd entwickelten Sarah Wiener, Johann Lafer, Tim Mälzer, Ralf Zacherl und Rainer Sass ein Fischmenü dass die Reportagen wiederspiegelt und in Teilen auf die Zunge bringt. Ein schönes Konzept, die Gerichte sind sehr schlicht gehalten, kommen mit wenigen Zutaten und Komponenten aus und laden gerade darum zum Nachkochen ein. Hier stechen besonders die großartigen, schlicht schwarz-weiß gehaltenen Portraits der prominenten Köche hervor, eine Arbeit von Mathias Bothor. Viel Futter für 6,50 €, das Magazin macht jetzt schon Lust auf die nächste Ausgabe. Das wäre doch eine wünschenswerte Tradition, die der mare Verlag fortsetzen sollte.

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Hungrig am Arbeitsplatz: der „Mittagsplaner“ weiß was wo kocht – mit Ihrer Hilfe

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Zwölf Uhr Mittag irgendwo in Deutschland. Während im Schwäbischen bereits gegessen wird, überlegt der Rest der Republik noch was und vor allem wo. Bürogemeinschaften versammeln sich vor unleserlich ausgedruckten Speisekarten-Faxen, hektisch beginnt die Suche nach der letzten Wurfsendung des Pizzaindersushi-Lieferservice, namenloses Entsetzen angesichts des Speiseangebotes der Betriebskantine, es riecht nach Fünf-Minuten-Terrine, mit zitternden Fingern werden Schokoriegel entblättert, es pingt die Mikrowelle.

Gut dass es jetzt den Mittagsplaner gibt, die formschön reduzierte Internetseite sorgt flott für Orientierung im Angebot der Mittagessensmöglichkeiten. Einfach Adresse oder Postleitzahl des Arbeitsplatzes eingeben und schon zeigt der Mittagsplaner Restaurants und die aktuellen Tagesmenüs im Umkreis auf. Sogar eine sieben Tage-Vorschau gibt es:

mittagsplaner.de

Das funktioniert hervorragend! Fürs Hamburger Schanzenviertel. Dort arbeitet nämlich der Kollege Siepert77 vom Nach Dienstschluss Blog und seine Kollegen von der Firma Mindmatters, die das Programm völlig eigennützig uneigennützig entwickelt haben. Damit der Mittagsplaner auch an anderen Orten funktioniert, muss er erstmal gefüttert werden! Sie können das entweder selbst tun, indem Sie Ihr Lieblingsmittagstischrestaurant mit Kurzbeschreibung selbst eintragen, das hilft dann so mittel.

Oder aber: Sie weisen Ihren Lieblingsmittagstischrestaurantbetreiber auf die Möglichkeit hin und der füttert den Mittagsplaner tages- oder wochenaktuell.

Schwupps: eine schöne win-win Situation, wie wir Mittagstischstrategen immer sagen.

Weitersagen & Mahlzeit!

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Monsieur der Hummer und ich bei Wortpong (FSK Radio) und in der 439 Bar

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Die frühe Wortpong Crew aka „The Günter Grasses“, ca. 1992 (Foto: Herb Ritts)

Ganze zwei Stunden gibt es heute Monsieur, der Hummer und ich aufs Ohr, mit Lesungen und Interviews sowie der gewohnt obskuren Musikauswahl der Kollegen von Wortpong, dem etwas anderen Literaturformat auf FSK Radio. An der Musikauswahl will ich mich heute auch beteiligen: ich werde versuchen, das Moderatorenteam davon zu überzeugen, aus gegebenem Anlass Orinoco Flow von Enya zu spielen (Achtung: Link führt zum Lied!). Ich würd ja sehr gerne die Gesichter der Freies Sender Kombinat Hörer sehen, wenn das Stück läuft! Ob der Plan gelingt, wir werden es hören und zwar:

HEUTE (Mittwoch 04. November)
17 – 19 Uhr
FSK (93,0 MHz/ 101,4 Kabel)
Livestream:
http://www.fsk-hh.org/livestream

Danach schnell schön zum Griechen, bisschen frisch machen für die nun wirklich allerletzte Hamburg-Lesung in diesem Jahr, ganze 17 Minuten kurz, beim Literatur-Quickie in der kuscheligen 439 Bar. Um 22:30 Uhr geht’s los. Kostet nix, ein Hut geht rum.

HEUTE (Mittwoch 04. November)
Bar 439
Vereinsstrasse 38
20357 Hamburg

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Fundstück(e) der Woche: Falsche Landjäger mit Hanf und ein veganes Kochbuch

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Die empathischen Bemühungen der Industrie um Fleischersatz rühren mich immer wieder, staunend stehe ich vor den ungekühlten Regalen in Drogerien (!) und bewundere wurstförmige Tofu-Snacks und Saitan –Frikadellen in Plastik. Die Sinnlosigkeit der bröseligen Fleischimitate beeindruckt, es kann ja nicht der Geschmack alter Teppichauslegeware sein um den es hier geht, und auch die vermeintlichen Zielgruppen der Vegetarier und Veganer sind mittlerweile emanzipiert und lassen sich allerhöchstens mal zum Sommer-Grillfest mit Tofuwürstchen blicken.

Es muss also die pure Freude an der Schöpfung sein, aus der heraus uns die Nahrungsmittelindustrie mit Tofu-Knackis und Getreide-Snackies erfreut, ein heiterer Anachronismus, der Gegenschlag zum Fleischskandal, ein in Plastik eingeschweißtes „Yes we can!“, wir basteln Fleisch. Nicht auszudenken, schlügen die Fleischesser zurück: mit Cervelatwurstwirsing und Mettmöhren.

Gestern in der Drogerie zog es mich wieder mal magisch ans Fleischersatzregal und es entfuhr mir ein Freudenseufzer, als ich dort, ganz neu rein gekommen, eine Landjäger-Simulation erblickte! Die klassisch geräucherten und luftgetrockneten Rohwürste im praktischen Vierkantformat erfreuen sich besonders in meiner schwäbischen Heimat großer Beliebtheit.
Hier gemahnte nur noch die Form an die fleischliche Vorlage, der vegetarische Snackriegel aus Weizeneiweiß barg aber noch eine hübsche Überraschung, ich wollte es kaum glauben, als ich die Etikettierung studierte: „Spacebar Hanf“, nennt sich der, nur vemeintlich bewusstseinserweiternde Pseudo-Landjäger, der mit 1 % Hanfsaat und aufgedrucktem Cannabisblatt völlig neue Wege in der Zielgruppenfindung geht.

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Nun bin ich privat deutlich der Reggaemusic zugetan, weniger aber ihren Begleitumständen, es war die inner Chronistenpflicht die mich ein Riegelchen mit nachhause nehmen ließ. Meine Verkostungsnotizen künden von appetitlichem Raucharoma in der Nase, schwammig-gummiartiger Konsistenz im Mund und tatsächlich eine, durch Buchenrauch und die reichliche Verwendung von Pfeffer herbeigeführte, leichte Erinnerungen an Landjägerwürste. Eine Sinnestrübung war gottlob nicht zu verzeichnen, es blieb aber die Frage: warum Spacebar wenn es Landjäger gibt?

Dass man sich auch ohne Tofu-Zombies fantasievoll fleischlos, ja sogar vegan Ernähren kann, belegt ein veganes Kochbuch, dass im wunderbaren Blumenbar Verlag erschienen ist.

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Das Vegane Kochbuch der Münchner Gastronomin Sandra Foster darf getrost als Quantensprung in der Geschichte vegan orientierter Kochbücher angesehen werden, viele Vorläufer gemahnten eher an fotokopierte Zettelsammlungen mit der Bildsprache von Apotheken-Broschüren, wie mir eine betroffene Veganerin neulich leidvoll berichtete. Neben den Rezepten der Köche Fabian Schönegger und Peter Ludik, finden sich Textbeiträgen von Sandra Forster, Rainer Erlinger, Hilal Sezgin, Michi Kern und Sharon Gannon. Ein Video-Interview des Bayerischen Fernsehns mit der Herausgeberin Sandra Forster ist hier zu sehen, man mag über die „Ausbeutung und Versklavung der Bienen“ geteilter Meinung sein, das von Sarah Illenberger (New York Times Magazin, brand eins, Neon…, tolle Seite!) gestaltete Kochbuch, wunderschön in Leinen gebunden, macht Appetit auf ein fleischloses (Teilzeit-)Leben nach der Landjäger-Lüge.

Das Vegane Kochbuch
Sandra Foster (Hg.)
Sarah Illenberger
160 Seiten
Leinen, gebunden
ISBN: 978-3-936738-53-7
24.90 EUR (D)
25.60 EUR (A)
44.00 CHF (CH)

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Sonntagnachmittagtrinkers Kaffelikör

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Das Buch

Lesungen

  • 29.11.2009, Hamburg
    Hörcompany Weihnachtsbenefiz
    Sonntag 17:00 Uhr, RED ROOM, Baron Voght Strasse 73-75, Hamburg Klein-Flottbek
  • 08.12.2009, Bad Bevensen
    Viva Vino & Zimmermann Buchhandlung
    20:00 Uhr, Bahnhofstrasse 7, 29549 Bad Bevensen
  • 14.01.2010, Bayreuth
    Brasserie Herpichs
    20:00 Uhr, Info & Reservierung Tel.: 0921 / 22100 eine Initiative des Literaturcafe Bayreuth
  • 28.01.2010, Frankfurt am Main
    KommBar
    Museum für Kommunikation, Lesung im Rahmen der Ausstellung „satt?“ (25.06.09-07.02.10)
  • Weitere Lesungen sind in Planung. Für Buchungsanfragen und Vorschläge wenden Sie sich gerne an: kontakt@mairisch.de