Die schärfste Cola der Welt, betäubende Kresse und Alkopops zum selber basteln – ein Rundgang über die INTERNORGA 2009

Posted on | März 16, 2009 | 7 Comments

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Am Wochenende besuchte ich die Hamburger INTERNORGA 2009, die „Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien“. Trotz des knackigen Eintrittspreises von 26 Euro, gelang es auch in diesem Jahr nicht, die marodierenden Massen der gierigen Pröbchen-Fresser fernzuhalten, vielmehr spornte der Preis die Plünderer beim Kampf um scharf gewürzte Formfleisch-Fetzen und Gratis-Vollsuff zu Höchstleistungen an.

Zumindest aus kulinarischer Sicht erschien mir die Messe in diesem Jahr eher innovationsarm. Wichtigster Trend: Verpflegen und Verköstigen ohne nennenswerten Personalaufwand. Der rasante Stellenabbau in der Gastronomie beflügelt die Convenience Food-Industrie, auch Hersteller von Küchentechnik profitieren davon. Immer raffinierter werden die halbfertigen bis fertigen Gerichte, die ohne großen personellen Aufwand wiederbelebt werden können.

Nachhaltigster Trend: rund um den Kaffee ist ein gigantischer Markt entstanden. Die Kaffee-Röster, die Anbieter von Kaffee-Vollautomaten und Kaffee-Gastronomie-Systemlösungen belegten, gefühlt, jeden zweiten Stand. 2010 bekommen Kaffee und Co. folgerichtig auch eine eigene Messe: die COTECA Hamburg, „The International Trade Show for the Coffee, Tea & Cacao Business“, wird vom 4. bis 6. Juni 2010 auf dem Hamburger Messegelände stattfinden.

Einen Mini-Trend gibt es bei den Cocktails: Alkopops zum selber basteln. Auch hier soll der Kunde künftig selbst Hand anlegen, aus zwei Dosen-Komponenten (Alkoholbasis und Fruchtssaft) wird, unter Zuhilfenahme von Eis und Shaker, irgendwann ein Cocktail. Wo der Verbraucher im Ernstfall Eis und Shaker hernehmen soll blieb unklar, ein zweiter Anbieter von Selfmade-Cocktails lieferte zumindest die Mischung bereits im Plastik-Shaker.

Geschmackliche Innovationen gab es kaum, insgesamt ist scharf gewürztes Essen ein Trend-Thema. Sogar Cola wurde geschärft und am Wochenende erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der Fritz Kola kommt auch die nächste Cola-Innovation aus Hamburg, die neue „Cola Rebell“ des Hamburgers Andreas von Froreich überzeugte mich. Obwohl die Proben schlecht gekühlt waren, schmeckte die neue Cola (ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe) sowohl in der klassischen Version mit Ingwer und Chili wie auch als „schärfste Cola der Welt“ mit dreifachem Chili-Gehalt. Tatsächlich passen Chili und Cola extrem gut zusammen, das ist mehr als ein Gag, das ist eine geschmackliche Bereicherung auf dem Softdrink-Markt.

www.colarebell.de

Spannend war noch das Angebot der Koppert Cress B.V. aus den Niederlanden. Koppert Cress hat sich auf die Zucht unterschiedlichster Sprossen, essbarer Pflanzen und Micro-Gemüsen spezialisiert. Ich verkostete die roten Apple Blossom-Blätter die frisch-säuerlich und apfelig schmeckten und die als „betäubend-elektrisierend“ beschriebene Sechuan Kresse und ich darf verraten, die Beschreibung ist überraschend zutreffend. Ein großes Sortiment neuer Geschmäcker, dass allen METRO-Kunden in Deutschland zugängig ist. Auf der Internetseite des Unternehmens werden alle Gewächse vorgestellt:

www.koppertcress.com

Die INTERNORGA 2009 läuft noch bis zum 18. März.

Comments

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7 Responses to “Die schärfste Cola der Welt, betäubende Kresse und Alkopops zum selber basteln – ein Rundgang über die INTERNORGA 2009”

  1. Claudia
    März 17th, 2009 @ 05:43

    Ich war vor 2 Jahren zuletzt auf der Internorga. Kann Deinen Eindruck bestätigen. Viel Fertigmurks, Tütensammler und Abstauber, daneben wenig Innovatives:

    http://www.foolforfood.de/index.php/news/internorga_tricatel_lasst_grusen

    Auf die Kresse habe ich mich damals auch gestürzt und später ein paar “Proben” in der Metro gekauft – die sind allerdings nicht ständig vorrätig.

    Dass die Sechuan-Kresse betäubend-elektrisierend ist – ja, das trifft es. Aber will ich mich von meinem Salat “ausknocken” lassen? Oder hast Du eine Idee, was man mit so einer Kresse anstellt?

    http://www.foolforfood.de/index.php/newfood/kresse_vielfalt

  2. Herr Paulsen
    März 17th, 2009 @ 07:10

    Danke für den Link Claudia, ich glaube ein Besuch alle zwei-drei Jahre reicht auch:-)

    Was die Kresse betrifft, der Mann neben mir sagte: “Da kann ich ja gleich an einer Batterie lutschen!” Ich denken die Dossierung machts und würde am ehesten zuerst ausprobieren, ob man sich den betäubenden Effekt nicht für einen neutralisierenden Zwischengang, vielleicht in einem wenig gesüßten Limettensorbet, zunutze machen kann.

  3. Claudia
    März 22nd, 2009 @ 09:33

    Interessant, in einem wenig gesüßten Limettensorbet. Ich denke, dass diese Kresse in fachlich versierte Hände gehört. Man kann zwar zu Hause ein wenig herumprobieren, aber es dauert wahrscheinlich lange, bis man zu einem harmonischen Ergebnis kommt. In einem guten Restaurant würde ich mich durchaus überzeugen lassen.

  4. eat
    März 22nd, 2009 @ 12:17

    Ich gebe immer Cola an meine Barbecue Sauce, karamellisiert schön und passt wunderbar zur Schärfe.

  5. Herr Paulsen
    März 22nd, 2009 @ 17:34

    Claudia, sie sagen es, versierte Hände braucht das Kraut!
    Eat, da passt die Schärfe dann super, danke für den Tipp!

  6. Cola Rebell / Hamburg Sprech « Quiddje
    Juli 26th, 2009 @ 22:56

    [...] nicht so süß, dafür mit Ingwer und Chilli. Dass Chilli und Cola zusammen passen findet auch NutriCulinari – der die Cola schon auf der Internorga entdeckt [...]

  7. Tanja
    April 11th, 2013 @ 10:25

    Licht und Schatten halt. Aber schon bischen schräg dass sowas in Zeiten der allgemein gewünschten Prävention à la http://www.kenn-dein-limit.de überhaupt noch angeboten wird. Die Messe an sich ist eigentlich lustig. Dass da nicht alles jedermanns Geschmack ist (!) überrascht natürlich wenig. Ich war 2009 bestimmt auch vor Ort (bin eigentlich jedes Jahr da) hab den Stand aber wohl verpasst. Der wäre mir sicherlich aufgefallen und probieren hätte ich das Zeug auch gerne mal wollen!

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