Gesehen: Bottle Shock – als der kalifornische Wein nach Europa kam
Posted on | Juni 20, 2009 | 8 Comments
“The French never knew what hit them”
Zumindest ich habe den Film im Kino irgendwie übersehen, Bottleshock müsste seit dieser Woche auch in Ihrer Videothek zu haben sein. Die Geschichte um die historische Weinverkostung von 1976 in Paris, bei der erstmals amerikanische Weine in einer Blindverkostung mit französischen Gewächsen konkurrierten, ist eng mit der Geschichte der Napa Valley Winery Chateau Montelena verbunden. Bill Pullman spielt den engagierten, aber leidvoll glücklosen Winzer Jim Barrett der sich neben Geldsorgen auch mit seinem Hippie-Sohn (Chris Pine) rumschlagen muss. Der Besuch des versnobten britischstämmigen Weinhändlers Steven Spurrier (Alan Rickman) aus Paris, verändert nicht nur das Leben der Barretts…
Der Film ist wie ein alter Rotwein, er braucht Zeit sich zu entfalten, ist dann aber, insbesondere für Weinfreunde, ein echter Genuss. Nach einer längeren, äh…Aufbauphase kommt der Film richtig in Schwung, ein großer Spaß, besonders Alan Rickman brilliert als hochnäsiger Weinhändler (unbedingt die englischsprachige Version einschalten, Rickmans französischer Akzent allein ist köstlich).
Neben den unvermeidbaren und exzessiv gezeigten Flugaufnahmen von in der Abendsonne glänzenden Weinbergen, philosophiert der Film so manches mal in langatmigen Off-Tönen über die Schönheit des Weines und der Arbeit des Winzers, es ist arg romantisch das Ganze und ab und an gemahnen die gesungen Loblieder doch stark an PR für den amerikanischen Weinbau. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte (die aber gut durchzustehen ist, Männers) ansonsten ist der Film angenehmste Abendunterhaltung, halten Sie nur unbedingt eine gut gekühlte Flasche Chardonnay bereit.
Wer, wie ich, den völlig überschätzten Film „Sideways“ gehasst hat (unsympathische Männer um die Vierzig die ihr Leben nicht im Griff haben und darüber wortreich in Rotwein und Selbstmitleid zerfließen), diesen farb- und freudlosen Midlifecrisis-Mist, der wird von „Bottle Shock“ angenehm überrascht, amerikanische Filme über Wein können doch unterhaltsam sein.
Tags: Alan Rickman > Bill Pullman > Bottle Shock > Chateau Montelena > Chris Pine > Napa Valley
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8 Responses to “Gesehen: Bottle Shock – als der kalifornische Wein nach Europa kam”
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Juni 20th, 2009 @ 12:37
Endlich jemand, der sich traut, es auszuspucken und „Sideways“einen Seitenhieb verpasst. Darauf trink ich!
Juni 20th, 2009 @ 14:40
Wohlsein, Claudio! Ich dachte damals, als Sideways im Kino lief, nach Durchsicht des Feuilletons, kurz es stimme vielleicht mit mir was nicht:-)
Juni 20th, 2009 @ 21:02
Hm, dann war meine damalige Befürchtung, ich sei wohl zu oberflächlich um Arthouse-Filme zu verstehen, ja vielleicht doch unbegründet.
Da steht doch noch eine Flasche trockener Weißherbst im Kühlschrank…
Juni 21st, 2009 @ 07:59
Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben!
Juni 22nd, 2009 @ 16:35
und sie meinen, das ist besser als falcon crest?
gegenempfehlung btw:
oz and james’ big wine adventure feat oz clarke (niedlich) und james may (ein britischer auto-journalist – sehr britisch und auch irgendwie niedlich), einmal in frankreich und einmal in kalifornien, statt teil 3 in italien gibt es dann noch wie sie in uk bier und aehnliches testen, letzteres hab ich aber noch nicht gesehn.
Juni 23rd, 2009 @ 06:02
Ist das eine TV Serie?
Juni 26th, 2009 @ 21:48
jo.
bottle shock ist hier grad eingetroffen, aber durch den tod von mj muessen wir heute tv anschauen.
September 14th, 2009 @ 11:04
[...] Gesehen: Bottle Shock – als der kalifornische Wein nach Europa kam NutriCulinary – PeopleRank: 7 – 20.06.2009 …Jim Barrett der sich neben Geldsorgen auch mit seinem Hippie-Sohn (Chris Pine) rumschlagen muss. Der Besuch des versnobten britischstämmigen Weinhändlers Steven Spurrier (Alan Rickman) aus Paris, verändert nicht nur das Leben der Barretts… Der Film… + voten [...]