Die besondere Restaurantkritik: Katharina Seisers fünfteilige Besprechung über einen Mittag im "noma", Kopenhagen
Posted on | September 29, 2009 | 7 Comments

Katharina Seiser im Gespräch mit Réne Redzepi (Mitte) (Foto: Seiser)
“Nichts ist langweiliger als nachzulesen was andere Menschen gegessen haben”, erklärte mir neulich die Chefredaktion eines Foodmagazins. Ich teile diese Einschätzung nicht und behaupte: es könnte an den Restaurantkritiken liegen. Restaurantkritiken sollten wie ein guter Restaurantbesuch sein: mundwässernd und unterhaltsam. Es mag die Würze in der Kürze liegen, warum sich aber Restaurantkritiken in Zeitschriften und Zeitungen allermeist auf die Aufzählung von Speisen und einer kargen Beschreibung des Interieurs beschränken, ist mir rätselhaft. Ein Restaurantbesuch ist eine emotionale Sache, da gibt es doch was zu erzählen und das muss nicht zwingend auf Kosten der Sachlichkeit gehen.
Eine so umfangreiche wie lesenswerte Restaurantkritik, hat uns in den vergangenen Wochen die Journalistin und Foodbloggerin Katharina Seiser geschenkt. Über mehrere Folgen beschreibt sie in ihrem Foodblogg esskultur.at einen Besuch im noma in Kopenhagen, jenem Restaurant, das 2009 vom britischen Restaurant Magazin zum drittbesten Restaurant der Welt gekürt wurde. Das Ranking des Magazins basiert auf Beurteilungen von Kritikern UND Kochkollegen. Da dürfen es auch schon mal ein paar Worte mehr sein.
Knapp 30.000 Zeichen sind es geworden, 45 Fotos und 15 Stunden Arbeit für die Beschreibung des zwölf Gänge Menüs New Nordic Cuisine aus der Ausnahmeküche, verrät die Autorin in den Kommentaren. Kein Zeichen zuviel, für eine zukunftsweisende, unprätentiöse und doch raffinierte Küche, die dabei bezahlbar bleibt. Auch das Erkenntnise, die die gelernte Köchin Katharina Seiser mit uns teilt und auch das unterscheidet kurze Speisenaufzählungen von großen Restaurantkritiken: sie basieren auf Fachkenntnis und Persönlichkeit. Danke Katharina!
Blick in die Küche, Gespräch mit Chefkoch Réne Redzepi, Resumée
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7 Responses to “Die besondere Restaurantkritik: Katharina Seisers fünfteilige Besprechung über einen Mittag im "noma", Kopenhagen”
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September 29th, 2009 @ 20:18
freut mich sehr, wenn’s gefällt und lust macht! danke für das legen der unübersehbaren spur und für die duftenden kräuter (sind mir lieber als rosen)! das noma ist jetzt im oktober übrigens zu gast im ikarus in salzburg, also 61 gelegenheiten, diese küche ohne kopenhagenflug kennenzulernen. nachtrag mit infos dazu folgt (das wird aber kein 6. teil, keine sorge…).
September 30th, 2009 @ 06:00
Guter Hinweis mit Salzburg Katha, uns steht das Stammhaus rein geographisch näher, ich freu mich jetzt schon sehr auf einen Besuch im noma.
September 30th, 2009 @ 15:52
Ich widerspreche der Chefredaktion auch – wenn es gut geschrieben und mit Fotos versehen ist, sind Restaurantkritiken super.
Kathas Bericht habe ich auch verschlungen, super gemacht. Macht Lust, mal nach Kopenhagen zu fliegen.
Oktober 1st, 2009 @ 06:46
Sehr ausführlicher Bericht, sehr schöne Fotos … und zwanghafte Kleinschreibung, das Webäquivalent zu einem Schlag in die Magengrube.
Oktober 1st, 2009 @ 07:00
Diesem Lob und Dank schließe ich mich an. Kathas berichte sind immer unterhaltsam und informativ zugleich. Wenn man dann als Bonus noch ordentlich Appetit bekommt, supi!
Oktober 2nd, 2009 @ 09:40
hä? da leben ganze kochkrimis von, dass der held ständig isst und beschreibt wie es schmeckt.
Oktober 3rd, 2009 @ 08:09
Barbara, Peggy, ganz klarer Fall von bestem Fress-Feuilleton!
Nils, absolut, auch wenn es in diesem Fall Jammern auf hohem Niveau ist: ich werd das auch nie verstehen.
Creezy, so ist das nämlich und man munkelt das verkauft sich ganz prima!