Fundstück der Woche: Clemens Wilmenrod im Original-Kochsendungsmitschnitt von 1961

Posted on | November 23, 2009 | 28 Comments

Schick mit Menjoubärtchen: Deutschlands erster Fernsehkoch Clemens Wilmenrod

Schon im Mai 2008 wies ich erstmals auf den Fernseh-Film Wilmenrod-Es liegt mir auf der Zunge hin, der am kommenden Mittwoch den 25. November um 20:15 Uhr in der ARD laufen wird. Jan Josef Liefers spielt Clemens Wilmenrod, Deutschlands ersten Fernsehkoch, nach einem Drehbuch von Lothar Kurzawa. Die Kritiken verheißen allgemein beste Unterhaltung, beim Internationalen Filmfestival Zoom in Spanien wurde der Film mit dem Kritikerpreis als bester europäischer Fernsehfilm ausgezeichnet, Regisseur Kaspar Heidelbach erhielt zudem den Preis für die beste Regie.

Zur Einstimmung empfehle ich den aktualisierten und wunderbar detailreichen Wikipedia Eintrag zu Carl Clemens „Wilmenrod“ Hahn. Ein Schmankerl ist das historische Video einer Sendung vom Februar 1961, Wilmenrod kocht „Heringssalat auf bretonische Art“, einer von nur noch zwei erhaltenen Originalmitschnitten, online gestellt vom NDR:

NDR Mediathek: Originalsendung 1961 Clemens Wilmenrod kocht Heringssalat auf bretonische Art

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28 Responses to “Fundstück der Woche: Clemens Wilmenrod im Original-Kochsendungsmitschnitt von 1961”

  1. skizzenblog
    November 23rd, 2009 @ 13:26

    wun-der-bar. zu schön um erfunden zu sein! und so zeitlos… “wenn sie dem herrn gemahl samstagsabends diesen salat vorsetzen wollen, bevor er zum skat geht fangen sie mittwochs an”, köstlich. (…und so groß ist der unteschied zu den heutigen kochsendung beim besten willen auch nicht.)

  2. skizzenblog
    November 23rd, 2009 @ 13:34

    ps, hochverehrte zuschauer: ich will so einen tomatenschneider!

  3. Marqueee
    November 23rd, 2009 @ 13:38

    Vielen Dank. Hier im Hause ist der Fernsehabend schon fest geplant. Ich denke, ich werde Toast Hawai und Russen-Ei dazu servieren.

  4. Andreas
    November 23rd, 2009 @ 13:55

    Ein deutlicher Unterschied zu heutigen Kochsendungen ist mir schon aufgefallen: Er zeigt besser, was er macht. Heute heißt es oft sinngemäß “Da hab’ ich ABCDE und etwas F drin, das wird aufgeköchelt und fertig, ganz einfach”. Bei Wilmenrod geht das “etwas A”, zeigen, Pause, “zwei oder drei B”, zeigen, Pause, “eine Prise C”, zeigen, Pause, vorzubereitende Zutaten werden langsam geschnitten usw. – auf die Art braucht er zwar z.B. mehr als zwei Minuten, um ein halbes Dutzend Gewürze in heisses Wasser zu schmeissen, aber dafür hat auch wirklich jeder verstanden, was er gemacht hat.

    Oder, kürzer gesagt: Wilmenrod legt mehr Wert auf die Entstehung, heutige Kochsendungen legen mehr Wert auf das Ergebnis.

    Oder, nochmal anders: Bei Wilmenrod kann ich nach dem Gesehenen kochen, bei heutigen Sendungen koche ich oft genug doch bloß nach dem heruntergeladenen Rezept, ohne daß mir die Sendung irgendeinen nachhaltigen Mehrwert für die Zubereitung geliefert hätte.

    (P.S.: Gibt’s den Tomatenschneider noch irgendwo zu kaufen?)

  5. Herr Paulsen
    November 23rd, 2009 @ 13:57

    Skizzenblog: Ja, Knüllersatz!
    Marqueee: ist Pflicht am Mittwoch, eventuell tatsächlich auch noch den Heringssalat in einer schnelle Version, muss der Clemens ja nicht mitkriegen…
    Andreas: ja und es hatte auch was sehr Meditatives da zuzuschauen.

    Insgesamt ist ein Heringssalat in schwarz-weiß allerdings schwierig.

  6. Vijay
    November 23rd, 2009 @ 14:30

    Alles sehr relaxed und mit viel Zeit. Grandios natürlich die Banane im Heringssalat nach Art der Bretonischen Fischer. Wenn das man nicht frühes Product Placement war, bzw. ein Nadelstich gegen die Brüder und Schwestern im Osten, denen so das Nachkochen verwehrt wurde…

  7. Claus Thaler
    November 23rd, 2009 @ 14:32

    Herr Paulsen, wann bringt denn Ihr Verlag so eine schicke Schürze mit Ihrem Konterfei in den Buchhandel?!
    :-)

  8. Eline
    November 23rd, 2009 @ 14:40

    Hoffentlich gelingt es mir, diesen Film am Mittwoch zu sehen – das klingt ziemlich interessant.

  9. Andreas
    November 23rd, 2009 @ 15:06

    Nachtrag zum Tomatenschneider: Laut Tante Google ist zumindest die Haltezange erhältlich, wenn auch anscheinend nur in Plastikform (u.a. bei eBay als “Neuheit”, LOL!), aber das mehrschneidige Messer habe ich noch nicht gefunden.

  10. Claudio
    November 23rd, 2009 @ 15:53

    Und der Spachtel! Der sucht immerzu seinen Spachtel, um damit akkurat Zwiebeln oder Bananen aufzuschaufeln – mit nem Spachtel! Ich glaubs einfach nicht. Ganz zu schweigen von dem Wasser, welches man “sehr gut warm werden” lassen soll. Unbezahlbar!

  11. Petra Foede
    November 23rd, 2009 @ 19:58

    Ich habe diesen Mitschnitt von 1961 auch mit großem Vergnügen gesehen. Mit welchem Tempo Wilmenrod nach immerhin mehreren Jahren Erfahrung als Fernsehkoch die Banane schneidet, sensationell :) Und diese Zange, mit der er immer die Heringe greift, ist das nicht eine Grillzange? Köstlich auch der Satz, dass es sich bei mit Sahne vermischtem Ketchup um einen “Fond” handelt … Probieren möchte ich dieses Gericht auf keinen Fall. Aber den Hausfrauen damals hat das gefallen, die haben nicht vor Lachen auf dem Boden gelegen. In 50 Jahren sorgen die aktuellen Kochshows wahrscheinlich auch für Heiterkeitsausbrüche.

  12. Herr Paulsen
    November 24th, 2009 @ 07:21

    Ich bin wirklich sehr gespannt, wie die das alles Umsetzen im Fernsehfilm, erste Fotos sind ja vielversprechend und ich glaube Liefers ist Idealabesetzung.

  13. creezy
    November 24th, 2009 @ 08:27

    Am schönsten für die damalige Zeit: die Merchandising-Schürze mit seinem Abbild. Und herrlich wie die Gewürze einfach so in den Sud wandern, da wird nix erhitzt, gemörsert oder von ätherischen Ölen erzählt. Und die Zwiebeln dürfen grob geschnitten werden.

    Ich freue mich auf Mittwoch!

  14. 29alwi
    November 25th, 2009 @ 08:31

    Werde mir die Sendung auch ansehen. Allerdings ist Herr Hahn “Wilmenrod” kein Koch sondern Schauspieler gewesen. Bei ihm war nicht das Kochen wichtig, sondern wie er als Schauspieler ankam. Oder irre ich mich?

  15. BerlinKitchen
    November 25th, 2009 @ 13:16

    Ich hab Zuhause sogar noch ein Orginal-Kochbuch von Ihm. Herrlich…….

  16. Herr Paulsen
    November 26th, 2009 @ 08:27

    Martin, Sie sehen mich neidzerfressen!

  17. Claus Thaler
    November 26th, 2009 @ 15:29

    Alter Schwede, hab gerade mal nachgeschaut: Bei zvab.com werden für eine signierte “Portraitfotopostkarte” des Meisters schlappe 65 Euro verlangt. Und das Kochbuch “Französische Küche” soll 78 Euro kosten.

  18. Herr Paulsen
    November 26th, 2009 @ 16:57

    Wau, das ist happig. Mein Buch gibts (noch!) zum günstigen Festpreis:-)

  19. Valentina
    November 26th, 2009 @ 19:46

    Ich habe gestern mit großer Erwartung den Fernsehfilm angeschaut, tja und landete schließlich beim Fussball. Mir fehlte es an Leichtigkeit und Humor. Eine weniger perfekte Ausstattung hätte dem Film mehr Glaubwürdigkeit gegeben.

  20. fressack
    November 26th, 2009 @ 21:14

    Nur mal für den Neid: Ich habe alle Bücher, auch das 4., Französische Küche, wo er nur Hg. war….

  21. zimtapfel
    November 26th, 2009 @ 22:04

    Den Film habe ich mir noch nicht angesehen, der lagert noch auf der Festplatte, aber eben den Mitschnitt hier. Hammer! (Was für ein widerliches Gebräu, gab es tatsächlich Menschen, die das freiwillig gegessen haben?)
    Und dieser Tomatenschneider, wie geil! Da müssen die Tomaten allerdings Normgröße haben.

  22. Andreas
    November 26th, 2009 @ 23:38

    Der Film ließ aus meiner Sicht dramaturgisch und schauspielerisch leider eher zu Wünschen übrig (Liefers war hier offensichtlich nur nach Aussehen gecastet), aber die Ausstattung war erste Sahne. Und der Tomatenschneider war auch zu sehen! :)

    (Richtig schlimm war allerdings die folgende “Hart aber fair”-Sendung. Ich hoffe sehr, daß Mälzer dafür wenigstens ordentlich Geld bekommen hat, und selbst dann war es schwer verdient…)

  23. Herr Paulsen
    November 27th, 2009 @ 09:03

    Ging mir auch so wie Euch Valentina und Andreas. Dass das Leben Clemens Wilmenrods nicht mit Feuersbrünsten und Verfolgungsjagden aufwarten kann war klar, die nüchter-glatte Fakten-Verfilmung war aber doch eher mühsam. Warum die Spanier dafür Fimpreise vergaben?

    Andreas, ich hab dann ausgeschaltet, was war denn da los bei Hart aber fair?

  24. Andreas
    November 27th, 2009 @ 09:30

    Herr Paulsen, eine weise Entscheidung. Eine recht treffende Zusammenfassung gibt es bei SpOn oder für Schmerzfreie die ganze Sendung in der Mediathek (Tip: Vorspulen zu Zeitindex 28:48 für Klartext von Mälzer).

  25. Andreas
    November 27th, 2009 @ 09:34

    (Ergänzung: Hmm, ich habe da auf den Worten “SpOn” und “Sendung” Links eingebaut, die scheinen von der Blogsoftware hier aber nicht als solche hervorgehoben zu werden.)

  26. Herr Paulsen
    November 27th, 2009 @ 09:55

    Wau! Vielen Dank, erschütternd schön. Ich habe mir erlaubt, das auch gleich nochmal zu twittern.

  27. thally
    November 27th, 2009 @ 16:09

    verdammt, ich hab’s verpasst! Dabei hatte ich extra nen Merker!

  28. Shermin's Zauberkessel » Blog Archive » Salat vom Bismarckhering – Shermin Arif bittet zu Tisch ;-
    Dezember 3rd, 2009 @ 20:12

    […] einen amüsanten Vormittag verbracht. Nein, nicht was Ihr jetzt denkt… tss… Ich bin bei Nutriculinary auf einen Artikel zu Clemens Wildenrod gestoßen, den Film habe ich ja leider verpasst… […]

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