Küchenmusik (1): Brenda Boykin „chocolate & chili“

Posted on | Januar 21, 2010 | 8 Comments

Geht das eigentlich nur mir so oder hören wir immer weniger Musik? Ich meine so richtig hören, mit zuhören und ein ganzes Album am Stück. Mir gelingt das eigentlich nur noch beim Auto fahren und beim Kochen. Nun ist Musik in der Küche heikel und nicht jedes Album passt zu jedem Gericht. Zur neuen Rammstein-Platte mag mit Müh und Not ein Handkäs mit Musik noch gerade so herzustellen sein, für ein Soufflé sollte es dann schon etwas Geschmeidigeres sein, das zarte Ding erschrickt nämlich sonst.

Zu Brenda Boykins Album chocolate & chili (2008) gelingt Soufflé beinahe schon von alleine. Der Kritiker und Blueshistoriker Lee Hildebrand nannte Brenda Boykin : „Die authentischste und schöpferischste Bluessängerin ihrer Generation.“ Die Blues- und Jazzsängerin aus Oakland in Kalifornien lebt seit einigen Jahre in Wuppertal, dort verschönerte Sie mit Ihrer gewaltigen Stimme schon einige Produktionen des ebenfalls dort ansässigen Musikprojekts „Club des Belugas“. Ihr Soloalbum ist ein Festmahl.

Boykin serviert eleganten Jazz, mit federleichtem Swing und dickem Funk, für Bodenhaftung und Roots sorgt ihre unverwechselbare Stimme. Magisch der schleppende Titeltrack „chocolate & chili“, depp und dunkel die Funknummer „Talk with your hands“, bestens geeignet um Kuvertüre zu schmelzen und Risotto cremig zu rühren. Anstrengende und eintönige Schnippelarbeiten gehen wie von selbst von der Hand mit Songs wie „State Side Blues“, „Listen to the beat“ und „Hard Swing Travelling Man“, Hammer die seufzende Wurlitzer-Orgel und die fliegenden Bläsersätze. Zum Dessert sollte es dann ganz dringende das zart schmelzende „Rockabye me“ sein. Ein Genuß!

Anhören: „Hard Swing Travelling Man“

Links:

Brenda Boykin auf myspace

Club des Belugas auf myspace

ChinChin Records

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8 Responses to “Küchenmusik (1): Brenda Boykin „chocolate & chili“”

  1. Marqueee
    Januar 21st, 2010 @ 11:15

    Soulkitchen, yeah! Bitte morgen mitbringen, Herr Paulsen!

  2. Herr Paulsen
    Januar 21st, 2010 @ 11:18

    Is gebongt!

  3. Petra
    Januar 21st, 2010 @ 11:29

    Ach, jetzt weiß ich, warum bei mir in der Küche so manches nicht gelingt – ich höre einfach die falsche Musik :)

  4. Herr Paulsen
    Januar 21st, 2010 @ 11:36

    Das muss nicht zwingend an der Musik liegen Petra;-) Monsieur pflegte immer zu sagen: “Kochen ist Physik und Glückssache”. Das fand ich oft sehr tröstlich!

  5. Claudio
    Januar 21st, 2010 @ 12:40

    Yeah, Baby, do that Boogaloo! Erinnert an Ivan “Boogaloo Joe” Jones, aber mit einem nice Voice topping. Love it.

  6. Eline
    Januar 21st, 2010 @ 12:50

    Musik bei Kochen muss sein.
    Beim schnellen Abendessen-Kochen ist mir Blues, Soul oder Jazz sehr willkommen. Wenn ich an einem 6 gängigen Menü arbeite, gibt es auch mal Parsifal- da komm ich von Ouvertüre bis zum Schluss gerade zurecht!

  7. Mike
    Januar 21st, 2010 @ 16:00

    Zum Zwiebel schneiden genau richtig ;-) Tolle Musik. Stelle gerade fest, dass ich solche Musik viel zu selten höre. Momentan auf denm Jamie-Cullum-Trip. Auch gut: Mad Manoush. Macht einfach gute Laune.

    Liebe Grüße und danke für den Tipp!
    Mike

  8. nata
    Januar 21st, 2010 @ 16:03

    WAHAU! Das haut genau hin! Habe es vorhin die ganze Zeit auf MaSpace gehört. Großartiger Tipp!

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