London (5): Báhn Mì & Phở im City Càphê
Posted on | Oktober 19, 2010 | 19 Comments
Das Time out Stadtmagazin kennt es schon, Londons allerneustes Báhn Mì Café hat im Bank Distrikt eröffnet und es ist das: „wahrscheinlich Beste der derzeitigen Báhn Mì Café- Schwemme“.
Báhn Mì? Schwemme? Wir also da hin.
Zur Mittagszeit erreichen wir das in freundlichem sonnengelb gestrichene City Càphê, in einer langen Schlange wartet die geduldige Kundschaft auf die Spezialitäten des Hauses: Báhn Mì, Cuôn und Phở. Auf einer Schiefertafel über dem Getränkekühler dankt das Café seinen Gästen für die ersten vier Wochen, es scheint, wir sind in einer Erfolgsgeschichte gelandet.
Báhn Mì ist eine vietnamesische Erfindung und eventuell das nächste große Ding. In Vietnam selbst, in den Vereinigten Staaten, Australien und England ist Báhn Mì als schneller Snack bereits populär: ein kleines, knuspriges Baguette französischer Art jedoch mit einem Anteil Reismehl gebacken und belegt mit geröstetem Fleisch (Schwein, Rind oder Huhn), Koriander, Möhrenstreifen, Gurken, scharfen Chilis.
Ich wähle vorab Cuôn, Summer Rolls, mit Salat, Garnelen, Gurken und Möhren gefüllte Reispapier-Rollen mit süßscharfer Sauce, ein saftiger, leichter Genuß.
Hinter dem Tresen werden unsere Báhn Mì zubereitet, fertige Bestellungen werden diskret per vorher abgefragten Initialen aufgerufen, wir sind FS, Florian hatte bestellt.
Das Báhn Mì begeister. Krachendes Baguette mit würzigem Schweinefleisch und knackfrischem Gemüse. Das ist so simpel und so gut, mich wundert, dass in der Heimat noch niemand drauf gekommen ist.
Minimaler Wareneinsatz, maximaler Genuß, aufregend exotisches Streetfood – liebe Hamburger Gastronomen, ein Báhn Mì Imbiss, beispielsweise im Schanzenviertel oder Altona-Ottensen, könnte Sie vermögend machen. Ich kanns grad nicht selber machen.
Schon am nächsten Tag sind wir wieder da, Freund Torsten vom Allem Anfang… Blog ist morgens in London angekommen und ich möchte ihm Báhn Mì zeigen. Leider müssen wir an diesem Tag ohne den ortskundigen Florian zurecht kommen und wir kommen natürlich nicht zurecht. Falsche U-Bahn, anderer Ausgang und so weiter…
…es wird immer später, irgendwann nehmen wir genervt ein Taxi und erleben dort folgenden hübschen Kurzdialog:
“Ironmonger, please!”
“Yes Sirs, but which ironmonger? Ironmanger Lane, Road, Street, Bridge or Place?”
“Puhhh…?”
“We try them all!”
Gegen 15.00 Uhr erreichen wir das City Cáphê, das Mittagsgeschäft ist beendet, die Damen räumen gerade zusammen. Und Báhn Mì ist aus!
Wir trösten uns mit einer ganz ausgezeichneten Phở, würzige Bouillon, knackige Gemüse und ein Tütchen mit frischer Minze, Chilischeiben, Sprossen und Limettenscheiben erinnert daran, dass City Càphê auch ein Take away ist.
Die Nudelsuppe ist köstlich, wer mag kann mit Fischsauce, Chilisauce und Sojasauce noch nachwürzen, war aber pur schon eine Wucht. Drüben bei La Cuisine Blanche habe ich ein
schönes Phở Rezept gefunden, für die Zeit bis zum nächsten Cáphê Besuch. Und bei Hannah Toups gibts ein Phở-Rezept für Eilige.
Unbedingt zum Schluss auch den köstlichen Eis-Càphê probieren, ein starker schwarzer Kaffe geht mit süßer Kondensmilch über Crushed Ice und hilft echt aufs Fahrrad und zur nächsten Station: Fergus Hendersons St. Johns.
City Càphê:
www.citycaphe.com
Und hier gehts zu:
London (1): Gourmet Odyssey, Nahm, The Squar, Wild Honey
London (2): The Waldorf, Bohemian Lounge Bar, Tây Đô Restaurant
London (3): Covent Garden Real Food Market, Brick Lane Food Market
London (4): Menü im Blue Print Café mit Jeremy Lee und Michael Smith
London (6): Ein Abend in Fergus Hendersons ST. John Bread & Wine
London (7): Dine with Dos Hermanos at Tayyabs & verliebt im Lexington
Tags: Báhn Mì > City Càphê > City Càphê London > Phở > Pho
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19 Responses to “London (5): Báhn Mì & Phở im City Càphê”
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Oktober 19th, 2010 @ 06:50
Ganz herzlichen Dank für den Ess-Report – der nächste Brighton-Urlaub wird ein paar Futtertage London einschließen müssen.
(Sie Sonderzeichenposer.)
Oktober 19th, 2010 @ 07:35
hach, vietnamesisch. gerne mehr davon. das mit st. john machst du aber wirklich spannend.
Oktober 19th, 2010 @ 07:58
Gibt es eigentlich überhaupt irgendwo vietnamesische Küche in Hamburg? Wäre für jeden Hinweis dankbar und würde mich bei einem Gastronomen, der in der Schanze so einen Laden eröffnet, für ein paar Euro Mindestumsatz in der Startphase verpflichten
Oktober 19th, 2010 @ 09:23
Gêrnè,Kaltmamsell!
Katha, das ist Absicht;-)
Valentin, gute Frage, guter Plan!
Oktober 19th, 2010 @ 10:24
@Valentin: Es gibt diverse gute vietnamesische Restaurants in Hamburg. Sie sind nach Qualität geordnet (natürlich rein subjektiv). Mein Alltags-Favorit ist jedoch wegen der zentralen Lage und der günstigen Preise das Hanoi auf dem Kiez.
Sài Gòn (Martinistraße, Eppendorf) – Gourmet-Niveau
http://www.restaurant-saigon.de/
An Khang (Hoheluftchaussee) – ebenfalls hervorragend
Hanoi (draußen steht “Phở Vietnam”, Davidstraße) – Nicht wirklich gemütlich, aber günstig und gut. Spannend ist der per Tischkocher zubereitete Feuertopf (z. B. mit Ziegenfleisch)..
http://www.hanoi-hh.de/
Thang Long (Grindelallee) – Man sitzt eher unbequem auf hockerähnlichen Sitzen, das Essen ist aber gut. Es scheint dort auch Báhn Mì zu geben (eine Qyperin schreibt von “indonesischen Baguettes).
o-ren ishii (Kleine Reichenstraße, Altstadt) – Hier kenne ich nur die preisgünstigen, aber ausgezeichneten Mittagsgerichte.
http://www.o-ren-ishii.com
Phổ Ðức (Steindamm) – solide Qualität, die Suppe (Phổ) enthält aber Geschmacksverstärker.
Etwas abseits der Schanze gibt es Sapa – Cuisine du Vietnam (Kleiner Schäferkamp 14), das habe ich jedoch noch nicht ausprobiert.
Oktober 19th, 2010 @ 10:28
Wau, Danke Peter! Wird alles probiert, in der Reihenfolge!
Oktober 19th, 2010 @ 10:50
Ui, Peter, vielen, vielen Dank. Wundere mich gerade über mich selbst, denn ich wollte seit einem leckeren, vietnamesischen Imbiss in Berlin längst mal nachgeschaut haben, was unsere Stadt da so bietet. Diese Liste werde unbedingt angehen
Oktober 19th, 2010 @ 14:30
so, ja, herr paulsen. da sieht man, wie das ist wenn man immer zu spät dran ist mit bloggen: ich schiebe seit ewig einen london-beitrag vor mir her, war ich in letzter zeit doch tatsächlich sowohl in der beigel bakery (allerdings spätnachts, nach dem club-besuch) als auch im city caphe (allerdings hab ich da nur sommerrollen mit karamellisiertem schweinefleisch gegessen) während ich zeit totgeschlagen habe, um – tadah! – auf den mittagstisch im st. johns (bar&restaurant)zu warten.
nach london fahren ohne st. johns, das geht jetzt gar nicht mehr: bar, bakery und restaurant getestet und für unwiderstehlich befunden. (auch wenn mir am wochenende jemand erzählt hat, dass sein dortiges moorhuhn praktisch ungenießbar war und nur metallisch schmeckte… schade, ich hatte mit meinem schneckeneintopf mehr glück).
bin gespannt, wie es Ihnen da so ging.
lg qos
Oktober 19th, 2010 @ 18:52
Ich werde meinen Haus- und Hofvietnamnesen um die Ecke, der uns fleißig mit Mittagessen (und derzeit auch mit Abendessen) versorgt, mal draufbringen.. Sieht lecker aus. Obwohl: Ich könnte mich jeden Tag Bo Pho essen…
Oktober 19th, 2010 @ 23:18
Kleine Korrektur zu meiner Vietnam-Liste: Die erwähnte Qyperin schrieb von indo-*chinesischen* Baguettes (nicht von indonesischen).
Ich werde bei meinen nächsten London-Reisen eine Liste mit einigen eurer Empfehlungen lokaler Küche mitnehmen. Bisher habe ich dort meist Vertreter einiger meiner Lieblingsküchen abgeklappert, z. B. karibisch (in Brixton und Shepherd’s Bush), indisch (z. B. in Southall/Middlesex aka Little India, 20 Bahnminuten von Paddington entfernt) und chinesisch (in Chinatown, wo es nicht nur Touristen-Nepp gibt).
Bei der Gelegenheit noch zwei persönliche London-Tipps aus meinem Blog (ich hoffe, der übliche HTML-Code funktioniert hier):
Pandora: Fabriziert die appetitlichsten und kunstvollsten Crêpes, die mir bisher begegnet sind (siehe Fotos im Blog).
Pavilion Fashion Rock’n’Roll Hotel: So originelles wie
günstiges Hotel mit 30 jeweils komplett unterschiedlich gestalteten Themenzimmern. Ich konnte Monochrome Marilyn fotografieren.
Oktober 20th, 2010 @ 12:55
Queenofsoup,ich bin sicher der Bagle schmeckt spät nachts noch besser;-) Ihren Londonbeitrag sollten Sie unbedingt noch schreiben, mich interessiert das sehr!
Frau Sonntag, lassen Sie uns wissen wie es geschmeckt hat, wenn es soweit ist.
Klasse Tipps, Peter, danke, besonders Hoteltipps sind Gold wert! Ich muss auch wieder hin, Chinatown fehlt, wie so vieles.
Oktober 20th, 2010 @ 18:02
Das Sapa ist supa!
Pho dort sehr aromatisch und die Salate auch frisch und geschmacksstark. Unbedingt “pho nach hue art” essen. Alles für einen guten Kurs und in angenehmer Atmosphäre, da es fast gegenüber meiner Wohnung ist bin ich oft und gerne da.
Oktober 21st, 2010 @ 05:34
Danke Oli!
Hier für Interessierte noch der Link zu Sapa auf Qype:
http://www.qype.com/place/404955-Sapa-Cuisine-du-Vietnam-Hamburg
Oktober 22nd, 2010 @ 11:17
Zwei kleine Anmerkungen: Die Sommerrollen heißen eigentlich Gỏi cuốn. Und Pho für eilige geht nur, wenn man Brühe im Gefrierschrank hat, diese Brühwürfel sind… sorry, ich unterdrück mal die Fundamentalistenreflexe und beschränke es auf: Untragbar.
(Und eigentlich wird auch Cà Phê auseinandergeschrieben wie alle vietnamesischen Wörter, aber wenn die Vietnamesen das schon selber eineuropäisieren… Soweit man ein französisches Lehnwort eineuropäisieren kann natürlich. Verdammte Globalisierung!)
Oktober 22nd, 2010 @ 12:08
Danke, für die Belehrung, Thomas.
Oktober 22nd, 2010 @ 12:14
Sorry, so besserwisserisch sollte das nicht rüberkommen.
Oktober 22nd, 2010 @ 12:34
Ist es nicht! Mich interessiert so was wirklich!
Oktober 24th, 2010 @ 08:31
Gestern habe ich das Thang Long in der Grindelallee besucht. Tatsächlich stehen dort drei verschiedene Báhn Mì auf der Karte, die sind aber nicht mehr im Programm wie man mir erklärte:
“Nur heute aus?”
“Immer aus!”
Oktober 24th, 2010 @ 08:33
Schade. Aber andererseits ist dadurch die Lücke für jeden wieder ein Stück gewachsen, der jetzt bitte so einen Laden aufmacht!