Lebensmittelklarheit – das neue Verbraucherschutzportal ist online

Posted on | Juli 21, 2011 | 10 Comments

Persönlich habe ich nicht (mehr) dran geglaubt: „Seit gestern können Verbraucher unter www.lebensmittelklarheit.de Produkte melden, bei denen sie sich durch die Aufmachung oder Kennzeichnung getäuscht fühlen.“, meldet foodwatch, die bereits seit 2007 Verbrauchertäuschung und Mogelpackungen entlarven.

Ein Besuch der Seite zeigt, dass das neue Portal der Verbraucherzentrale mehr sein kann als Pranger, deutlich stehen die Bemühungen im Vordergrund, Verbraucher auch zu informieren, es wird besipielsweise erklärt wie man Zutatenlisten richtig liest, was Kennzeichnungen bedeuten und warum Schafskäse schon mal aus Kuhmilch ist. Expertenforen und Chats ergänzen das Angebot, die Zeichen stehen auf Dialog.

Auch bei Beschwerden: nach Prüfung durch die Verbraucherzentrale Hessen habe Hersteller die Möglichkeit direkt auf der Seite Stellung zu beziehen.

All das grenzt an ein Wunder. Erstmals in ihrer langen Amtszeit bezieht Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner deutlich Postition für Verbraucher und Verbraucherschutz, das Portal soll auch: „die Entscheidungsgrundlage für mögliche staatliche Maßnahmen verbessern“.

Den Verbraucherselbstschutz-Pionieren von foodwatch reicht das nicht: „Das Portal lebensmittelklarheit.de ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn auch noch längst keine Lösung. Denn klare und verständliche Informationen über Lebensmittel müssen Verbraucher nicht nur im Internet finden können – sondern direkt im Supermarkt auf den Produktverpackungen.“

Das Interesse ist gewaltig, die Seite war in den letzten Stunden nur schwer oder nicht zu erreichen und baut unendlich lange auf. Ich bin sehr gespannt wie dieses neue Angebot langfristig wirken wird, es ist auf jeden Fall ein sinnvoller Schritt nach vorn.

Links zum Thema:

www.lebensmittelklarheit.de/

www.foodwatch.de

www.abgespeist.de/

Comments

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10 Responses to “Lebensmittelklarheit – das neue Verbraucherschutzportal ist online”

  1. Benedikt Ernst
    Juli 21st, 2011 @ 12:48

    Eigentlich ging ich vor zwei Wochen komplett d’accord mit dem Spiegel, der Ilse Aigner das Simulieren von Aktivität vorgeworfen hat (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,772747,00.html).

    Als ich mich dann gestern durch die vollkommen überlastete Seite geklickt habe, war ich trotzdem begeistert. Die Unterteilung in “getäuscht”, “geändert” und “erlaubt” finde ich sehr gelungen, gerade weil Beschwerde, fachliche Einschätzung und Stellungnahme auf einen Blick sichtbar sind. Meiner Meinung nach ist das ein guter Weg, der Selbstverpflichtung der Hersteller Relevanz zu verleihen zu geben – ganz ohne Paragraphen.

  2. einfach ein schönes Leben
    Juli 21st, 2011 @ 13:16

    Hier kann man nur sagen: “Endlich!” Und hoffentlich bewirkt es was. Aber die Aussichten scheinen ja gar nicht so schlecht zu sein.

    Es grüßt hoffnungsvoll

    Martin

  3. Herr Paulsen
    Juli 21st, 2011 @ 13:51

    Seh ich auch so. Und das Beste: es gibt kein zurück mehr:-)

  4. timo
    Juli 21st, 2011 @ 20:20

    Transparenz ist gut. Aber das Wissen um den Inhalt eines Produktes oder die immer wieder durchgekaute “Werbelüge” nicht immer entscheidender Faktor, eine Entscheidung für oder gegen ein Lebensmittel zu fällen.

  5. Marqueee
    Juli 21st, 2011 @ 23:30

    Mir würde es ja schon reichen, wenn es denn tatsächlich mal anfinge…

    Ich habe in den letzten 24 Stunden ungezählte Male versucht, die Seite zu erreichen – es ist mir kein einziges Mal so gelungen, wie das eigentlich sein sollte!

  6. Too much information » Lesezeichen
    Juli 21st, 2011 @ 23:31

    […] Lebensmittelklarheit – das neue Verbraucherschutzportal ist online : NutriCulinary – Persönlich habe ich nicht (mehr) dran geglaubt: „Seit gestern können Verbraucher unter http://www.lebensmittelklarheit.de Produkte melden, bei denen sie sich durch die Aufmachung oder Kennzeichnung getäuscht fühlen.“, meldet foodwatch, die bereits seit 2007 Verbrauchertäuschung und Mogelpackungen entlarven. […]

  7. Marqueee
    Juli 21st, 2011 @ 23:31

    Insofern ist “online” zur Zeit ein höchst relativer Begriff1

  8. Herr Paulsen
    Juli 21st, 2011 @ 23:49

    Stimmt Timo, wenn ich mir da das Currywurst-Foto in Ihrem Blog anschaue, da komm ich schon ins grübeln!

    Richtig Marqueee, ich war auch ganz stolz, dass ich Euch hier eine erste Einschätzung präsentieren konnte, bevor die Seite eventuell für immer niemals mehr erreichbar wäre.

  9. Herr Paulsen
    Juli 22nd, 2011 @ 06:25

    Gerade mal mein Glück um sechs Uhr morgens probiert: Seite baut sofort auf, aber bereits die Abstimmung zu Kalbfleisch-Würstchen führt wieder ins Daten-Nirvana. Wäre die Verbraucherzentrale ein Wirtschaftsunternehmen, müsste man sagen, die Homepage ist geschäftsschädigend.

    Sehr schön dazu Nico Lumma im folgenden Artikel über den Fehlstart des Portals auf dradio wissen.de:
    http://wissen.dradio.de/lebensmittelklarheit-de-der-fehlstart-eines-verbraucher.33.de.html?dram:article_id=11365

  10. timo
    Juli 22nd, 2011 @ 09:31

    Oh. Eckt meine industrielle Currywurst an? :P Danke für den Lumma Link!

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