Fundstück der Woche: Meisterköche für McDonalds

Posted on | November 27, 2011 | 25 Comments


Traurig: herkömmlicher Burger ohne Sternekoch-Know How

Zurück zur guten Küche in kleinen Schritten: nach seinem, zugegebenermaßen unglücklichen Engagement für Dosensuppen “mit Verfeinerungspotential” wirbt Starkoch Alfons Schuhbeck jetzt für McDonalds. Der pfiffiger Gesundheits- und Kräuterapostel empfiehlt zum Rostbratwurst-Burger eine eisgekühlte Coca Cola – Menu statt Dosensuppe, der Sternekoch entwickelt sich! Das wird hoffentlich jene kritischen Stimmen verstummen lassen die behaupten, Alfons Schuhbeck sei ein geldgieriger, ignoranter Scheinheiliger: “Wenns schmeckt, dann schmeckt’s hoid, wos wuist do mochn.” weiß er.

Schuhbecks Mc-Menü: knuspriger Hähnchen-Burger mit Apfel-Ingwer-Sauce, ein Rindfleisch-Burger garniert mit “Hüttenkraut“ – und der “Nürnburger” mit Rostbratwürsten von Howe Wurstwaren, dem Unternehmen von Uli und Florian Hoeneß.

Tätige Mitarbeit auch bei den Nachbarn: Schubecks Amts-Kollege aus Österreich, der Mörwald Toni, umtriebiger Haubenkoch und Präsident der BÖG, der Vereinigung Beste Österreichische Gastlichkeit mit 400 angeschlossenen Gastronomibetrieben und Restaurationen, hat gleich drei Burger für die freundliche Familienrestaurantkette entwickelt. Und in Italien wirkt Küchenlegende Gualtiero Marchesi für die Burgerbrater, wie Tofusofa zu berichten weiß. Fast schon ein Spätzünder unser Alfons.

Es sind Kleinigkeiten, die die Freude über das neue Engagment von Herrn Schuhbeck trüben, Christian Buggisch hat das in seinem Blogbeitrag “Der Scheinheilige Herr Schuhbeck” mal ausgerechnet:

einen Big Rösti (für den Schuhbeck auf der „Hütengaudi“-Webseite wirbt), eine mittlere Portion Pommes, eine mittlere Cola (die Schuhbeck im Spot werbewirksam in die Kamera hält) und zum Nachtisch einen McFlurry. Damit haben wir (wie man auf der McDonalds-Homepage selbst nachrechnen kann, da sind die wirklich vorbildlich …) schlagartig 116% des Kalorien-Tagesbedarfs meines Kindes abgedeckt, 145% des Fett-Bedarfs und 140% des Salz-Bedarfs.

Und das bei einer von drei üblichen Mahlzeiten am Tag! Diese gschlamperte Rechnung ist natürlich üble Panikmache, jeder weiß, dass Kinder und Jugendliche sehr, sehr selten zu McDonald gehen und wenn überhaupt, dann immer begleitet von verantwortungsbewussten und in Ernährungsfragen ausgebildeten Eltern. Und wenns doch mal zwickt: schnell amol an Ingwer-Tee vom Alfons Schubeck hinterher – und die Burger sind gegessen!

Comments

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25 Responses to “Fundstück der Woche: Meisterköche für McDonalds”

  1. mutant
    November 27th, 2011 @ 12:01

    oder finger in den hals bei dem gedanken daran, was der fonserl wohl kassiert hat fuer fresse in die kamera halten.
    moechte in dem zusammenhang noch auf frau zorras beitraege zum workshop huettengaudi aufmerksam machen:
    http://kochtopf.twoday.net/stories/mcdonalds-workshop-tag-1/
    wer hat es also letztlich erfunden?

  2. Ulrike
    November 27th, 2011 @ 12:02

    Die Herren Teenager, einer davon jetzt voll für sich selbst verantwortlich, gehen in diese Etablissements wirklich sehr, sehr selten entweder allein oder in Begleitung verantwortungsbewusster Erwachsener. Ich kann mich also entspannt zurücklegen, was die Werbung der Meisterköche anbetrifft. Ohne Stern und nur mit Hausfrauenkönnen kann Erziehung da doch einiges bewirken. Homemade Hamburger und Hamburger Brötchen

  3. Ulrike
    November 27th, 2011 @ 12:04

    @mutant: Traurig, traurig, mich haben die leider nicht gefragt, so konnte ich noch nicht einmal ablehnen wie bei dem großen Joghurthersteller mit dem D und deren Fantasie

  4. mutant
    November 27th, 2011 @ 12:22

    teenager gehen ja nicht unbedingt zu mcd wegen dem guten essen, sondern weil man da abhaengen kann.

    bei mcd in der versuchskueche finde ich noch respektabel, besser als promohureblogger fuer nestle ist es allemal.

  5. mutant
    November 27th, 2011 @ 12:25

    wo gibts die burger presse, die ist ja fett!

  6. Hüttengaudi… | Glasklare Gefühle
    November 27th, 2011 @ 13:18

    [...] Das Fundstück der Woche von Herrn Paulsen [...]

  7. katha
    November 27th, 2011 @ 13:20

    du auch! – ich auch gerade: http://www.esskultur.at/index.php/2011/11/27/toni-und-fonsi-beim-maecki/
    (falls das unlauterer wettbewerb ist, lösch’ den link einfach wieder.)

  8. Herr Paulsen
    November 27th, 2011 @ 13:23

    Danke Ulrike, für die Links zum echten Burgervergnügen!

    Super Seiserschmarrn, Katha!

  9. Véronique
    November 27th, 2011 @ 16:25

    Ein Rätsel: Frankreich bleibt der zweitgrößte McDo Markt der Welt, nach den USA, und das ohne Einsatz von Promiköche…

  10. Kormoranflug
    November 27th, 2011 @ 16:58

    Damit der Burgerkonsum bei den Kids steigt müsste schon Justin Bieber eine Bieberburger kreieren.

  11. Die
    November 27th, 2011 @ 17:09

    letztes wochenende hat ein von mir von vorn bis hinten selbst produzierter burger (brötchen gebacken, biofleisch faschiert, kartoffelwürferl zweimal frittiert, saucen gemacht) bei den jugendlichen doch etwas nachdenklichkeit hervorgerufen, ob des deutlichen besseren geschmacks … ulrike wird schon recht haben: die jugendlichen laufend mit selbstgekochtem zu versorgen muss doch früchte tragen :-)

  12. Wasbistdenndufüreiner
    November 27th, 2011 @ 21:02

    Schampanninger von Max Bronski. Mal so richtig zum Lachen in den trüben Tagen.

  13. DirkNB
    November 27th, 2011 @ 21:36

    War er nicht auch schon mal irgendwann richtig pleite? Vielleicht ist das noch Gläubigerbefriedigung.
    Das schlimme ist ja, dass der Burger als solches eigentlich eine richtig gute und wertvolle Ess-Sache ist. Was die Systembrater daraus gemacht haben, unterliegt nur sehr bedingt dieser Einschätzung, wie jede andere eigentlich gute Sache, die durch die Massenproduktion zur Unkenntlichkeit verarbeitet wurde.

  14. Herr Paulsen
    November 28th, 2011 @ 08:30

    Ich find Burger auch super, hausgemacht rocken die! Mir ist eigentlich auch egal mit was Schuhbeck sein Geld verdient, solang Menschen bereit sind horrend teure Gewürzmischungen zu kaufen und immer neue Schuhbeck-Kochbücher- ab dafür!

    Wenn aber Sterneköche Cola und Burger in die Luft halten, entziehen sie sich der, meiner Ansicht nach gegebenen, gesellschaftlichen Verantwortung, vorbildlich für beste Küche und kluge Ernährung einzustehen. Da lob ich mir bspw. Sarah Wiener, Jamie Oliver und Tim Mälzer, die ihre Arbeit immer auch unter einem politisch-aufklärerischen Aspekt stellen. Das erwarte ich keinesfalls von jedem öffentlichen Koch, aber in genau die umgekehrte Richtung zu marschieren, ist schon ein Zeichen großer Tumbheit.

    Komischerweise kommt gerade Schuhbeck mit der Nummer durch. Trotz Dosensuppen rennen die Leute in seine Gewürzläden, kaufen seine Kochbücher, glauben und vertrauen einem, der sich immer unglaubwürdiger macht. Das ist der ganz traurige Aspekt an der Sache.

  15. Murmel
    November 28th, 2011 @ 10:19

    Es fehlt der Protest der Spitzenköche und Kritiker. Der Guide Michelin sollte ihm ohne zu zögern das Sternchen aberkennen, Gault-Millau die Hauben streichen und Aral ihm mit den vier Kochlöffeln eins hinter die Kochlöffel geben. Aber das wird leider nicht geschehen, Schuhbeck wird auch hier ungestraft davon kommen, es ist eine Schande.

  16. Herr Paulsen
    November 28th, 2011 @ 10:24

    Absolut richtiger und wichtiger Punkt!

  17. Murmel
    November 28th, 2011 @ 10:36

    Ich habe gerade mal die Redaktion des Gault-Millau angeschrieben und sie aufgefordert, Schuhbeck einfach nicht mehr zu besuchen, bzw. das zu bewerten, was er am lautesten propagiert – und das wäre nun der Hüttengaudi-Burger.

  18. oliver trific
    November 28th, 2011 @ 15:25

    Es musste nicht sein, da bin ich eurer Meinung.
    (Ehrlich gesagt, finde ich dass Marchesi es macht wesentlich betrüblicher.)
    Aber hier muss doch ganz klar getrennt werden. Restaurant-Schuhbeck und TV-Personality-Schuhbeck sind doch gar nicht die gleiche Person. Die Leistungen seiner Restaurants durch eine McDonalds-verdunkelte Brille zu bewerten, würde die in seinen Restaurants arbeitenden Menschen ungerecht bestrafen.
    Diese Werbung ist doch für die Leute gemacht die Schuhbeck nur in der TV-Inkarnation kennen. Bei der großen Masse des Publikums richtet dies für ihn keinen Schaden an. Und wenn man erstmal in Dosensuppe geschwommen ist, hat man eh schon die Glaubwürdigkeit ad acta gelegt, zumindest bei Lbensmittel-interessierten wie die Leser hier.

    Das wirklich Erschreckende an dieser Werbung ist aber die schauspielerischen Leistungen von Hoeneß und Schubeck. Es erstaunt schon dass man die Ausstrahlung eines Holzklotzes haben kann und trotzdem ins Fernsehen kommt.

  19. Alfons Schuhbeck. Oder: von Adabeis, Gschaftlhubern, Großkopferten und jeder Menge Schmarrn « German Abendbrot
    November 29th, 2011 @ 08:02

    [...] all das haben Christian Buggisch und Katharina Seiser und Stevan Paul in äußerst lesenswerten Posts schon dermaßen auf den Punkt gebracht, dass ich es mit einem [...]

  20. Alle auf den Schuhbeck | Alfons Schubeck, McDonalds Hüttengaudi, Gewürzpapst | Webdesign und Kartographie
    November 29th, 2011 @ 13:21

    [...] Meisterköche für McDonalds [...]

  21. Alfons Schubeck bleibt weiter unter Niveau | deliberator.org
    November 29th, 2011 @ 18:30

    [...] passend wie Herr Paulsen hätte ich es nicht formulieren können: Zurück zur guten Küche in kleinen Schritten: nach seinem, zugegebenermaßen [...]

  22. Von der Moral des Herrn Schuhbeck | HighFoodality - Rezepte mit Bild
    Dezember 7th, 2011 @ 09:01

    [...] “Meisterköche für McDonald’s” auf Nutriculinary [...]

  23. GiGoet
    Dezember 9th, 2011 @ 10:14

    Schuhbecks Mc-Menü is ja wohl oberlecker! Dafür werde ich mir am Sonntag mal ausführlich Zeit nehmen :-)

  24. mutant
    Dezember 11th, 2011 @ 21:19

    im selbstversuch uebrigens neulich auch noch so einen huettenzinnober-burger probiert. nee. echt nicht. das ist immer nix halbes und nix ganzes und sieht vor allem immer scheisse aus. ein big mac sieht immer gleich aus, ok halt. aber diese sonderburger sehen immer 100x mieser aus, als auf dem bild. und schmecken durch die bank schlaff, ausser es ist mit chili. und das ist mir zu billig.

  25. Herr Paulsen
    Dezember 14th, 2011 @ 08:37

    Ich auch, man muss ja wissen wovon man spricht, der “Nürnburger” ist echt das Grauen (warmer Senf, Pappbrötchen), die Würstchen selbst gehen so. Im Fränkischen heißt das Original “Drei in am Weggla” und schmeckt.

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