Das kulinarische Gedicht (3): Fritz Eckenga “Held Wirsing”

Posted on | Dezember 9, 2011 | 3 Comments

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Vergangenen Monat wurde Fritz Eckenga der Literaturpreis Ruhr 2011 für sein literarisch-satirisches Gesamtwerk verliehen. Herzlichen Glückwunsch! In der dritten Folge von Das kulinarische Gedicht erzählt der Dortmunder Kabarettist und Autor von einem heldenhaften Wirsing – ein Gedicht aus seinem Band Jahreshauptversammlung meiner ICH-AG-Rettungsreime. Dieser und drei weiter Gedichtbände Eckengas sind im Antje Kunstmann Verlag erschienen.

Held Wirsing

Grün lag der Kopf auf dem Holze.
Kein Einschuss zu sehn und kein Blut.
Rot unterm Topf schon die Platte.
Erdgas entfachte die Glut.

Wirsing, mein Wintergemüse.
In Dir steckten zwei Kugeln Schrot.
Man köpfte Dich nicht auf dem Felde.
Dich schossen Jägersleut tot.

Zielten sie auf einen Hasen,
dem Du mit Dir Deckung gabst?
Rettetest Du Lampes Leben,
indem Du selber verstarbst?

Wirsing, Du großer Beschützer,
fraßest zwei Kugeln aus Blei.
Nimm diesen Becher voll Sahne,
sei lecker, mein Held – und verzeih‘.

Fritz Eckenga

(Photo:Philipp Wente)

Fritz Eckenga ist viel unterwegs. Wenn nicht, bewohnt er einen blickdichten Teil der Stadt Dortmund. Dort bemüht er sich, das aggressive Wachstum seines Liebstöckelbusches zu begrenzen. Ausgleich zu dieser harten körperlichen Arbeit findet er abwechselnd in seinen Kochtöpfen und auf der Westtribüne des Westfalenstadions. Eckenga schreibt und spielt. Was, wo und wann kann man seiner Homepage:

www.eckenga.de

entnehmen.

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3 Responses to “Das kulinarische Gedicht (3): Fritz Eckenga “Held Wirsing””

  1. Heike
    Dezember 9th, 2011 @ 12:55

    Der ist doch mit’m Herbst auch grad bei mir gelandet!
    Ich bin gewiss kein Fan von Versen, aber geht mit Wort und Inhalt um, da muss ich einfach.

  2. Herr Paulsen
    Dezember 9th, 2011 @ 13:20

    Stimmt Heike, Eckenga ist grroßartig, seine kulinarischen Sachen, da merkt man, dass der Dichter selbst auch kocht, ich denke da an sein herbstliches Schmorgericht-Gedicht und auch die Kochwein-Lyrik, einsame Spitzenklasse!

  3. Joerg
    Dezember 9th, 2011 @ 14:21

    Fritz rulez culinaric poetry! Eindeutig!

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