Silvestermittagsspaghetti mit Trüffelcreme & Sekt

Posted on | Dezember 31, 2013 | 7 Comments

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Eine kaltgelbe Mittagssonne zieht draußen die Schatten lang, im Viertel knallt es schon wie irre, die Kinder der Nachbarschaft sprengen Papierkörbe und Regenrinnen. In sieben Stunden kommen die Gäste. Oder aber auch: in sechs Stunden „mal langsam fertig machen“ für die Party. Viergangmenü ist in Arbeit. In jedem Fall aber jetzt schon: Hunger.

Also. Flott mal was einfaches kochen. Aber was Gutes bitte, ist ja Silvester! Erstmal die Einkaufstüten mit der Knallerei, den lustigen Hüten und den Wunderkerzen vom Küchentisch räumen, ab in den Flur. Teller im Ofen vorwärmen, Gabeln, Sektgläser eindecken, schon mal eine Flasche vom guten Winzersekt (2012 Kloster Eberbach Rheingau Riesling Sekt brut) vom Balkon holen, naturgekühlt, eiskalt, trocken, feinperlig. Brauch ich natürlich nur zum Kochen. Aber wenn er doch schon mal auf ist…

…mmmh! Spaghetti-Kochwasser aufsetzen. Wo ist denn die Trüffelcreme hin? Ah! Das Angebot die Trüffelcreme zu probieren, kam per Mail und ich habe meinen hochgeschätzten Freunden von PPURA aus der Schweiz so höflich wie ehrlich geantwortet: bitte nicht schicken! Ich fürchte mich grundsätzlich ein bißchen vor verarbeiteten Trüffeln, ein Großteil der im Handel erhältlichen Trüffel-Öle und Mischungen wird mit Bis(Methylthio)Methan aromatisiert (falls der Jauch das mal von Ihnen wissen will), einem Erdöl-Derivat, das aus Flüssiggas gewonnen wird. Na Mahlzeit. Ich versenke Spaghetti im Kochwasser.

Die Trüffelcreme kam dann trotzdem per Post, und ich konnte den Unterschied riechen, ohne einen Blick in die Presseinfo werfen zu müssen. Die Geschichte dazu ist lesenswert: Cemal Cattaneo und Maurizio Floccari von PPURA erhielten den Tipp von Riccardo Germani, Präsident der Associazione Nazionale Tartufai Italiani, es gäbe da eine umbrische Trüffelsucherfamilie die Bio-Trüffelöl ohne künstliche Aromen herstelle. Wie das Öl gemacht wird zeigt ein Video in italienischer Sprache auf Youtube)

Für die gemeinsam mit der Familie entwickelte, und jetzt via PPURA vertriebene Trüffelcreme Tartufi di Fassia werden ausschließlich nur Trüfffel aus einem biozertifizierten Nationalpark in Umbrien verwendet – gänzlich ohne künstliche Aromen. Dazu noch Champignons, Butter, Sahne, Walnüsse, Parmigiano Regiano, Knoblauch, Salz. Die Paste und das ebenso feine Öl sind beide erhältlich im PPURA Online Shop. Ein unkompliziertes, elegantes, natürlich aromatisiertes Trüffelprodukt mit Biozertifikat. Das ist doch mal eine schöne Nachricht und die letzten Stunden des alten Jahres duften edel nach Trüffel.

Spaghetti abgießen, dampfend heiß zurück in den Topf geben und tropfnass mit der Trüffelcreme mischen. Das Trüffelgläschen fülle ich zur Hälfte mit heißem Wasser, zuschrauben, kräftig schütteln und rein in die Pasta, die jetzt schön glänzt – und kein bißchen Trüffelcreme ist mehr im Glas. Ich besprenkle die Pasta mit ein, zwei, drei Spritzern Sekt, würze mit Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, fertig. Ich fülle die Gläser, „Essen kommen”, rufe ich.

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Im Flur ein Rumpeln. Die Einkaufstüten. Man ruft laut meinen Namen.

Wir verabschieden das Jahr mit einem seltenen, gemeinsamen Mittagessen, wickeln uns duftende Trüffelnudel um die Gabel und haben schon nach dem ersten Glas Sekt angenehm leicht einen sitzen. Der Abend kann kommen. Und das neue Jahr sowieso.

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7 Responses to “Silvestermittagsspaghetti mit Trüffelcreme & Sekt”

  1. Frey
    Januar 4th, 2014 @ 10:20

    Hallo!

    Wow! Das klingt ja himmlisch! Ich bin eh so ein großer Nudelfan und ich mache Spaghetti auch gerne mal etwas exquisiter. Mit Trüffel kann ich mir das ganze wunderbar vorstellen. Nur würde mir etwas Gemüse dabei fehlen. Oder einfach ein wenig frischer Rucola oben drauf. Aber ansonsten fantastique! Grüße, Frey

  2. Herr Paulsen
    Januar 4th, 2014 @ 11:45

    Stimmt! Spinat wäre toll zum Trüffel, ein paar Blättchen mitschmoren…

  3. Julia
    Januar 29th, 2014 @ 10:08

    Ich hatte das Gläschen hier auch noch und war doch recht angetan. Wird demnächst mal verbloggt… Nur mit den Nudeln der Marke komme ich nicht wirklich klar.

  4. Herr Paulsen
    Januar 29th, 2014 @ 10:10

    Ah, das ist interessant, Julia, was ist mit den Nudeln?

  5. Julia
    Februar 5th, 2014 @ 21:24

    Die Nudeln sind mir – wie auch schon die feuergerösteten, remember? – zu “teigig”. Klingt komisch, aber ich habe einfach zu viel “Masse” im Mund. Die sind so kompakt und schmecken mir auch nicht gut. Dieses Feedback wurde aber bereits sehr gut von Ppura angenommen u. sie planen da wohl was… ;-) Hattest Du auch Nudeln? Und mochtest Du sie?

  6. Fäddich! Oder: Schnelle vegetarische Pasta ohne schlechtes Gewissen | German Abendbrot
    Februar 6th, 2014 @ 06:07

    […] aromatisierte Trüffelprodukte. Wer ein bisschen mehr Hintergrund dazu möchte, liest bei Stevan Paul weiter. Einfach über frisch gekochte, nur leicht abgetropfte Pasta geben, gut vermischen, mit […]

  7. Herr Paulsen
    Februar 6th, 2014 @ 07:36

    Ah, ok, ich mag die Nudeln ganz gerne, die haben tatsächlich einen hohen Nähwert:-). Demnächst sollen ja ganz dünne kommen, da freu ich mich schon drauf.

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