NutriCulinary

gutes Essen & große Küche

Ausgehtipp: Public Opera Viewing – Wagner und Wein in Hamburg

Am Samstag den 21. August wird Richard Wagners Oper Die Walküre, in der Inszenierung von Tankred Dorst, von den Bayreuther Festspielen aus live in die ganze Welt übertragen. Mit einem 55 köpfigen Team sorgt die Produktionsfirma United Motion für eine bildschirmgerechte Umsetzung der Aufführung mit HD Kameras. Sehen kann man das dann beim Public Viewing auf dem Bayreuther Volksfestplatz, oder per per Internet-Live-Steam an jedem Ort der Welt der online ist. Erstmals überträgt auch das japanische Staatsfernsehen die Aufführung, die von 16.00-22.00 Uhr läuft, die armen Japaner müssen das dann mit siebenstündiger Zeitverscheibung nach vorne durchstehen.

Das alles hätte jetzt nur bedingt NutriCulinary-Nachrichtenwert, würde nicht Lieblingsblogger Florian Siepert an diesem Tag in Hamburg zum Public Opera Viewing in fröhlicher Runde ins betahaus einladen. Und wer den Kulinariker Siepert kennt, der weiß dass der Mann ein fürsorglicher Gastgeber ist. Zum Public Viewing hat er ein paar ganz besondere Weine organisiert:

…Wein von Van Volxem, einem der besten deutschen Rieslingweingüter. Van Volxem haben es tatsächlich geschafft, bei der im Juli erfolgten best of wine Blindverkostung von 116 deutschen Weinen mit den zwei von ihnen eingereichten Rieslingen nicht nur Platz 1 und 2 bei den Weissweinen zu erreichen, sondern auch noch gleich die besten Wertungen aller eingereichten Weine überhaupt zu erzielen.“

Ich sags ja, der Mann hats drauf.

Public Opera Viewing
Wagners “Die Walküre” live von Bayreuther Festspielen
Samstag 21.8. 2010, von 16 bis 21 Uhr
im betahaus
Lerchenstrasse 28a
Hamburg

Der Eintritt ist frei, bei Facebook oder Twitter kann man bescheid geben ob man kommt.

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Fundstück der Woche: „…eher so verquatschte Blogs…“

Madeleine Jakits, Chefredakteurin von DER FEINSCHMECKER erläutert in der aktuellen Ausgabe von PHOTO PRESSE (PP 16 / 5. August) ihre Einstellung zu Foodblogs und kulinarischen Online-Angeboten im Bezug auf das eigene Magazin:

Photo Press: Sind die Internetseiten mit Essens- und Rezeptthemen für eine Zeitschrift wie Der Feinschmecker eine Konkurrenz?

Madeleine Jakits: Ich hab nicht das Gefühl, dass uns das dramatisch etwas wegnimmt. Das sind ja eher so „verquatschte“ Blogs, bei denen die Leute so reinschreiben, wie ihnen gerade der Schnabel gewachsen ist und mit meist sehr leicht machbaren Rezepten. Was aber das Publikum bei uns sucht, sind Themen über Gastronomie-Trends, über neue Reiseziele, interessante Restaurants und anspruchsvolle Rezepte. Das findet bei den Internetauftritten, die Sie meinen, eher weniger statt. Wir haben für unser Magazin doch ein sehr klar definiertes Feld, das vom Internet nicht abgedeckt wird.“

(Quelle: Printausgabe Photo Presse (PP 16 / 5. August) )

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Molekularküche im Seniorenheim – das Max Planck Institut in Mainz geht neue Wege

Ernährung ist nicht nur überlebenswichtig, sie bedeutet im besten Falle auch Lebensqualität und dient der eigenen Wahrnehmung. Essen und Genuss stimulieren die Sinnesfunktionen, gemeinsame Mahlzeiten fördert zudem die soziale Interaktion – besonders ältere Menschen und Pflegebedürftige leiden oft regelrecht unter dem „Einheitsbrei“ der Krankenhäuser und Seniorenheime.

Mit den Erkenntnissen aus der so genannten Molekular- und Avantgardküche, wollen die Pflegewissenschaftlerin Ilka Lendner (Solothurn, Schweiz), der Koch Rolf Caviezel (Grenchen, Schweiz) und der Mainzer Physiker Thomas Vilgis vom Max Planck Institut in Mainz, diesen Menschen wieder zu einer höheren Geschmackssensibilität verhelfen.

Der Schweizer Koch Rolf Caviezel wurde auf der Frankfurter Buchmesse 2009 mit eine Silbermedaille der Gastronomische Akademie Deutschland für sein Buch „Molekulare Küche-do it yourself“ ausgezeichnet. Mit seiner Firma freestyle cooking möchte Caviezel „die Molekulare Küche in der Gesellschaft etablieren“.

Der Physiker Thomas Vilgis dürfte manchem Kulinarikern ein Begiff sein, Vilgis populärwissenschaftlichen Artikel und Kolumnen erscheinen u.a. in essen & trinken und Vincent Klinks Häuptling eigener Herd, er ist Herausgeber mehrere Bücher zum Thema Molekularküche sowie Herausgeber des journal culinaire – der Zeitschrift zu Kultur und Wissenschaft des Essens.

Für die einen ist es modischer Hokuspokus, anderen bedeutet die so genannte Molekularküche eine so revolutionäre wie überfällige Weiterentwicklung der Koch- und Genusskultur. Das spannende Projekt des Max Planck Instiut in Mainz könnte völlig neue Aspekte und Einsatzmöglichkeiten der innovativen Kochtechniken aufzeigen.

Pressemitteilung des MPI zum Projekt:

Die wissenschaftliche Wiederentdeckung der Gaumenfreuden

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NutriCulinary für Grimme Online Award 2010 nominiert!

Als mich der Anruf erreichte, verstand ich zunächst nur den Namen meiner Gesprächspartnerin und dann hörte ich noch irgendwas von einem krchkchrckchch-Institut. Institut? Mist, dachte ich, jetzt rufen die Meinungsumfragen-Callcenter-Nervsägen auch schon auf meinem Handy an. Ob ich einen Moment Zeit hätte, wollte die Frau am anderen Ende der Leitung wissen. Mein Anfangsverdacht erhärtete sich. Und dann das: „Sie sind mit ihrem Blog NutriCulinary für den Grimme Online Award 2010 nomminiert.“ Ich bin selten sprachlos.

Im Kopf ging ich mein Adressbuch durch, wer spielte mir hier einen üblen Telefonstreich? War ich Opfer einer dieser Morning Show-Radiosendungen? Die Anruferin vom Adolf Grimme Institut klang am Telefon aber doch sehr seriös und gegen Ende unseres Gesprächs war ich kurzfristig geneigt ihr Glauben zu schenken. Im Internet googelte ich dann die Preisträger des letzten Jahres. Telefonstreich. Mit Sicherheit.

Mit dem Grimme Online Award werden seit 2001 vom Adolf-Grimme-Institut qualitativ hochwertige Websites ausgezeichnet. Und seit heute Mittag ist es amtlich: NutriCulinary ist tatsächlich, wirklich und wahrhaftig, für den Grimme Online Award 2010 in der Kategorie Kultur und Unterhaltung nominiert! Aus der ebenfalls ziemlich unglaublichen Zahl von 2000 Blogs hat die Grimme Nominierungskomission 23 Blogs ausgewählt, die jetzt für den Medienpreis zur Wahl stehen, der am 30. Juni in Köln vergeben wird.

Ich freue mich sehr über die Nominierung und die Begründung der Komission. Auch im Hinblick auf alle 23 nominierten Web-Angebote ist mir das schon eine außerordentliche Ehre. Ich werde heute unanständig früh eine schöne Flasche deutschen Winzersekt öffnen!

Neben dem Grimme Online Award, der von einer Jury ausgelobt wird, besteht für die Nominierten zusätzlich die Möglichkeit von den LeserInnen und Lesern selbst mit dem Publikumspreis ausgezeichnet zu werden. Wer seine Stimme für NutriCulinary oder ein Web-Angebot der verehrten Mitstreiter abgeben möchte, kann bis zum 23. Juni (24 Uhr) seinen Favoriten für den Publikumspreis online bei TV Spielfilm wählen:

Link:
TV Spielfilm Grimme Online Award Publikumspreis-Voting

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Eine Generation klagt an: rückt den Grünofanten raus!

Geht doch: Der Fruchttiger ist gerettet! Nach einer Foodwatch-Initiative und unter dem Druck der Verbraucher entschied sich Hersteller Eckes-Grannini zu reagieren: Süßstoffe, Aromen und der Zusatzstoff E330 (Zitronensäure) sind nicht länger Bestandteile des Durstlöschers für Kinder, die neue Rezeptur besteht nur noch aus stillem Wasser, Fruchtsaft und 0,1 Prozent Zucker. Heute, nur einen Tag nach Vergabe des goldenen Windbeutel 2010 für die dreisteste Werbelüge, reagierten auch die frisch gekürten Preisträger der Molkerei Zott: „im Hinblick auf die öffentliche Diskussion zu Zucker wird das Produkt Monte Drink Anpassungen und Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur erfahren“.

Die Nachrichten der letzten Tage zeigen, dass organisierte Verbraucher-Initiativen durchaus etwas bewegen können und dass gerade Produkte für die Zielgruppe Kind erfreulich sensible Aufmerksamkeit erfahren. Die Nachrichten der letzten Tage rissen aber auch alte Wunden auf, brachten die Erinnerung zurück und die Erinnerung ist grün.

Als kleiner Junge liebte ich den Grünofant, ein Vanilleeis am Stiel mit grasgrünem Waldmeisterkern und einem Waldmeistermäntelchen, welches die kalte Köstlichkeit zunächst nur halb bedeckte. Bis 1978 ein Traum wahr wurde:

„…Wir haben für dieses Waldmeistereis den grünen Mantel jetzt ganz um den Vanille-Waldmeisterkern gezogen und das Produkt größer und dicker gemacht. Denn Kinder lieben diesen Geschmack über alles…Wundern Sie sich nicht, wenn Ihre kleinen Kunden mit „krün-krün-krün“ die Lutsch- und Lustgeräusche des Grünofanten imitieren. Sie haben´s aus dem Fernsehen!“ (Langnese Händlerinformation, 1978)

Ich war neun Jahre alt, als mir Langnese das Prinzip des Upgrade näher brachte. Doch das Glück währte nicht lange, noch im selben Jahr wurde der Waldmeister-Vanilletraum rüde Millionen kleiner Kinderhänden entrissen, eine ganze Generation ohne Eis ins Jammertal des Lebens geschickt. Langnese nahm unseren geliebten Grünofant vom Markt.

Ob es damals schon ums kindliche Wohl besorgte Verbraucherschützer gab, verhüllt der Nebel der Geschichte, richtig gesund soll der farbintensive Synthetik-Schleck aus den 70ern aber nicht gewesen sein, zumindest insgesamt diskutabel, Langnese reagierte mit sofortigem Entzug.

So schlimm kann es aber nicht gewesen sein! In den Jahren zwischen 1975 bis 1978 aß ich ungezählte Grünofanten, das Stieleis war wichtiges Werkzeug in der Erziehungsphilosophie meiner Mutter und ich war ein sehr braves Kind. Zumindest bis Langnese das Eis vom Markt nahm. Spätschäden sind meines Erachtens nicht zu beklagen, ein paar Jahre verbrachte ich noch in unbefriedigender Brauner Bär-Abhängigkeit, bis ich 1988 das Stieleisessen komplett aufgab: ich entdeckte während der Kochlehre meine ersten Eismaschine.

Dennoch überkam mich in den letzten Tagen die alte Sehnsucht. Wenn Zott seine Rezepturen ändern kann, wenn der Fruchttiger gerettet werden konnte – kann es dann nicht auch ein Wiedersehen mit dem Grünofanten geben. (pssscht, Langnese, wir würden den Leuten bei Foodwatch auch nichts verraten!)

Auf Facebook hat Sascha Dörnhof die Gruppe „Grünofant: Er steht uns zu!“, ins Leben gerufen, der Vorsitzende der Grünofantwiederbeschaffungskomission und die Mitglieder der Gruppe kämpfen für die flächendeckende Wiederbeschaffung des heiligen Grünofanten in der Urform von 1975. Treten Sie bei, kämpfen Sie mit, Sie wissen ja: Verbraucher-Initiativen setzten sich langsam durch-gerade wenn es um Kinder-Produkte geht!

„Grünofant: Er steht uns zu!“-Gruppe auf Facebook

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Kulinarische Momentaufnahmen-eine Diplomarbeit zum Thema Foodblogs entsteht

(Foto: Ariane Bille)

Eine kulinarische Momentaufnahme der deutschsprachigen Foodblog-Landschaft will die Düsseldorfer Graphikstudentin Ariane Bille mit ihrer gleichnahmigen Diplomarbeit erstellen, im kommenden halben Jahr ensteht dazu ein „Koch“-Buch, das begleitende Blog ist jetzt online. Für Ihr ehrgeiziges Projekt hat Ariane Bille 12 Foodblogs ausgewählt, die „die Vielfalt und einzelnen Facetten der deutschsprachigen Foodblogosphäre widerspiegeln sollen“. Das Buch entsteht unter tätiger Mithilfe der zwölf Blogs:

„Der Aufbau des Buchs orientiert sich am saisonalen Charakter der in den Foodblogs vorgestellten Gerichten: 12 Monate, 12 Foodblogger und jeweils vier Rezepte pro Autor. Um den Community-Gedanken auch auf das Buch zu übertragen, bekommt jeder Foodblog-Autor einen Monat und einen Foodblog-Kollegen an die Seite gestellt. Anhand des Monats kann dieser nun im Archiv des Kollegen vier Rezepte bzw. kulinarische Erzählungen auswählen, egal aus welchem Jahr. Die Auswahlkriterien dafür sind jedem Blogger selbst überlassen. Grundsätzlich sollten die beteiligten Autoren sich aber daran orientieren, dass ihre Auslese Charakter, Eigenarten und Haltungen des jeweiligen Bloggerpartners ausdrücken sollte.“

Im begleitenden Blog erscheinen dazu Interviews mit den Foodbloggern, Ariane Bille wird alle Rezepte nachkochen und dort auch dokumentieren. Das erste nachgekochte Rezept ist jetzt online („…stellte meine Kochkenntnisse doch glatt auf die Probe!“) und die ersten beiden Interviews mit Claudio (Anonyme Köche) und mir ebenfalls. Mein Partner-Blog bei dem spannenden Projekt ist übrigens Katharina von esskultur.at, die Auswahl der Rezepte war ein Vergnügen!

Ansichten und Meinungen, wer mit wem Rezepte tauscht und wie nachkochbar die Rezepte der deutschsprachigen Foodblogger sind, lässt sich ab jetzt online verfolgen:

www.kulinarische-momentaufnahmen.de

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Der Goldene Windbeutel 2010 – die Kandidaten

Auch dieses Jahr verleiht die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch wieder den „goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge im Lebensmittelbereich. In einem kurzen Film stellen die Juroren Frank-Markus Barwasser (Kabarettist und Filmemacher, alias Erwin Pelzig), Ullrich Fichtner (Spiegel-Korrespondent und Autor), Astrid Frohloff (Fernsehjournalistin), Andreas Hoppe (Schauspieler, Tatort-Kommissar und Buchautor) und Tobias Schlegl (NDR-„Extra 3“-Moderator) die aussichtsreichsten Kandidaten vor:

Noch bis zum 22. April können Sie auf abgepeist.de Ihren Favoriten wählen:

Der Goldene Windbeutel 2010- zur Abstimmung

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Restaurant Trific eröffnet! – Das Interview

Vor zehn Jahren teilten wir uns ein Büro in der Redaktion von „Essen &Trinken“ und „schöner essen“ im Gruner & Jahr Verlag, der Beginn einer Lebensfreundschaft. Mein Freund, Kollege und Foodblogger Oliver Trific und seine Frau Tanja eröffnen heute, am 23. Februar 2010, ihr gemeinsames Restaurant: das Trific. Zur Eröffnung habe ich die beiden zum Interview gebeten.

NutriCulinary.com: Herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung eures Restaurants, seit heute hat Trific geöffnet! Die meisten Menschen die im Vorfeld von euren Plänen erfahren haben reagierten mit einem anerkennenden „Wahnsinn!“ oder fanden das zumindest „Mutig!“. Seid ihr wahnsinnig oder mutig?

Tanja: Vielleicht sind wir sogar wahnsinnig mutig? Aber letztlich ist es ganz einfach. Wenn man sich irgendwann im Leben einen großen Wunsch erfüllen will, muss man einfach sagen: Jetzt oder nie! Sicherlich, die Zeiten sind ja nicht die Besten, aber wir glauben fest daran dass sich Qualität durchsetzen wird.

Oliver: Es gibt in Hamburg viele Restaurants und auch viele die meist ziemlich leer sind. Das entmutigt erstmal gewaltig, wenn man abends durch die Straßen fährt und durch die Fenster schaut. Aber wenn man dann genauer hinschaut, sind alle Restaurants die von Betreibern geführt werden, die 1. noch im Laden stehen und 2. alles ohne Convenience und mit absolutem Blick auf die Produkte kochen, immer rappelvoll. Und einige, wie das Nil oder Vienna schon seit Jahrzehnten. Und so halten wir das auch: unser Gemüsehändler ist ein kleiner Bauer vor Bremen, der den Rest der Ware, meist biologisch, auf dem Großmarkt zukauft. Unser Fleisch kommt von der Bioland Schlachterei Fricke. Und sobald die ersten Monate überstanden sind, werde ich noch mehr kleine Erzeuger klar machen.

NutriCulinary.com: Was waren die höchsten Hürden und die größten Schwierigkeiten auf eurem Weg zum eigenen Restaurant? Und wie lange hat es eigentlich gedauert, von der ersten Idee bis zum Eröffnungstag.

Tanja: Die größten Schwierigkeiten sind letztlich im Detail: Festzustellen dass alle elektrischen Geräte über eine Steckdose laufen. Oder dass der eben angeschlossene Wasserhahn am Tresen auf einmal auseinander fliegt und wir nur knapp dem Supergau wenige Tage vor der Eröffnung entgangen sind. Das zerrt an der Konzentration so kurz vor dem Ziel. Da waren die Planungsphasen eigentlich easy. Vor allem da zu der Zeit keine Deadlines auf uns warteten.

Oliver: Planen tun wir das seit 2-3 Jahren. Das Konzept wurde dabei immer konkreter und personenbezogener. Angefangen hat das Ganze eigentlich man glaubt, es kaum als Bio-Fast Food-Konzept, das jedoch schnell zu einem kleinen Restaurant zusammenschrumpfte, weil uns das mehr liegt als irgendeine Systemgastro. Den Businessplan habe ich in etwa 3 Monaten geschrieben, das war vor etwa einem 3/4 Jahr, da wussten wir schon dass die Location frei zu werden schien. Wir haben genau geschaut, ob das was uns vorschwebt auch in die Gegend passt. Das Generalsviertel ist wie gemacht für das Trific. Das Einkommen und die Bildung der Anwohner sind ausschlaggebend, und auch die Tatsache dass die Menschen sich hier mit dem was auf ihren Tellern landet vermutlich deshalb mehr auseinandersetzen. Da denke ich, stehen die Chancen hier gut. Aber jetzt kommt eigentlich erst die größte Herausforderung: Jeden Mittag und Abend die Gäste glücklich nach Hause gehen zu sehen.

NutriCulinary.com: Warum hat euer Restaurant in Hamburg noch gefehlt?

Oliver: Weil uns sonst keiner einstellen würde. (lacht)

Tanja: Ich glaube nicht dass das Restaurant in Hamburg gefehlt hat. Der Gedanke das Rad neu erfinden zu wollen ist nicht richtig, das wissen wir schon aus dem alten Job, doch die Sache von A-Z rund laufen zu lassen, ist die Herausforderung. Und das wollen wir auch: einfach ein kleines, gutes Nachbarschafts-Restaurant sein, mit einem paar Vorspeisen, sechs oder sieben Hauptgerichten, einer gutsortierten, relativ günstigen Weinkarte und einem guten Espresso und was Süßes hinterher. Keine Perfekt gestylte Location, sondern Improvisation die es gemütlich macht und geerdet. Ein zweites Wohnzimmer wenn man so will.

NutriCulinary.com: Oliver, Du bist gelernter Koch, hast viele Jahre bei der Zeitschrift Essen&Trinken und als Foodstylist gearbeitet, für Tim Mälzer Rezepte entwickelt. Was erwartet uns aus deiner Küche, was kommt auf die Speisekarte?

Oliver: Ich habe die letzten Jahre damit verbracht, Essen nur hübsch zu machen, wenn man es übertrieben formuliert. Ich will jetzt wieder ausgiebig für den Geschmack kochen und nicht ausschließlich für die Optik. Ich werde viel Schmoren, gerne auch mal ein nicht so angesehenes Stück Fleisch nehmen, Lammhaxen, Zunge, Beinscheiben, solche Dinge halt. Es wird immer was Vegetarisches geben, mittags gibt es Dinge wie Königsberger Klopse oder einen simplen Fisch, abends wird es ein wenig aufwändiger, aber ich mache keine Basilikum-Luft oder Schinken-Espuma. Am wichtigsten ist mir, soweit es geht alles selber zu machen. Pommes zu den Muscheln und auch die Mayo kommt von uns. Nur das Brot lasse ich backen, dazu reicht der Platz und die Zeit nicht und ein konstant gutes Brot ist mir wichtig.

NutriCulinary.com: Wie habt ihr eure Weinkarte konzipiert, wo liegt der Schwerpunkt?

Oliver: Die Weinkarte ist rein europäisch, keine Übersee-Weine. Wir beziehen vieles aus Deutschland und Österreich, haben auch einige sehr schöne Weiße aus Slowenien. Spanien, Italien und Frankreich runden die Sache ab. Zum Glück haben wir viele gute Freunde mit Weinwissen, wie Christian Wrenkh zum Beispiel, der uns als Wiener viele gute Tipps Richtung Slowenien und Österreich geben konnte. Aber auch die Händler sind eine große Hilfe, und zeigen immer was Neues auf. Besonders braucht man Ihre Unterstützung wenn es darum geht gute Flaschen zu finden die erschwinglich sind. Denn wir haben uns 30 Euro als eine Obergrenze gesetzt, die wir nur selten durchbrechen wollen. Da kommt es vor allem darauf an genau zu schauen was der Markt hergibt und das können die Händler wesentlich besser als wir. Aber wir werden auch in Sachen Bier ein bisschen andere Wege gehen. Was noch schwieriger ist als Wein, finde ich. Zur Zeit haben wir zwei Kellerbiere und zwei Biere einer norddeutschen Brauerei im Auge die wir auf die Karte setzen werden. Bier ist ein super Aperitif und diese Sorten kommen immer in 0,5l Flaschen, das kann man sich hervorragend teilen und dann zum Wein übergehen. Das Schöne ist, dass wir in Sachen Bier und Wein total offen handeln können, das können wir schnell anpassen. da wird sich einiges Neues immer wieder auftun.

NutriCulinary.com: Tanja, Du bist Stylistin, gestaltest beruflich Räume und Tische für Fotoproduktionen von Zeitschriften und für Werbekampagnen. Wie war da die Arbeit für das eigene Restaurant und welche gestalterischen Ideen hast Du für euch entwickelt? Was war dir bei der Einrichtung wichtig, wo lagen die konzeptionellen Schwerpunkte.

Tanja: Das Wichtigste war für mich die von mir gehasste Rauhfaser-Tapete von der Wand zu zerren, was wir in Familien-Arbeit dann auch gleich im Januar erledigt haben. Das nächste war es einen amtlichen Tresen zu konzipieren. Er sollte mit warmem Holz einladen, denn unser Tresen soll die (hoffentlich eintretenden) Wartezeiten auf einen Tisch oder den Espresso danach zu einem gemütlichen Moment machen. Die Wahl von Petrol als eine Wandfarbe ist mutig, aber harmoniert mit den Hölzern die wir einsetzen. Der Raum musste aber auch so konzipiert sein, sich jederzeit und häufig neuen Elementen anzupassen. Denn wie in unserer Küche auch, kann und soll sich der Raum jederzeit etwas verändern können.

NutriCulinary.com: Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?

Tanja: Mein Wunsch ist zum einen, dass wir ein richtiges Familienunternehmen werden. Unsere Kinder sind jetzt schon begeistert dabei und ich hoffe dass es so bleibt. Und wie schon vorher gesagt, möchte ich dass sich die Gäste hier wie im zweiten Wohnzimmer wohl fühlen und dass ein Abend im Trific für sie so selbstverständlich wird wie ein Abend zu hause.

Oliver: Ich hoffe das wir weiterhin so viele tolle und aufrichtige Menschen kennenlernen wie in den letzten acht Wochen. Denn das war das wirklich Schöne an der Zeit bis hierhin. Es gibt so viele Handwerker und Produzenten die dass was sie tun lieben und aus schierer Begeisterung für ihren Beruf machen. Von unserem Maler Helmut Ruge über unseren Tischler Markus Schinker, bis hin zu Andreas „Pingo“ Felsen der bei Torrefaktum unseren Kaffee röstet und noch unzählig vielen anderen. Und ich hoffe das unsere Gäste uns als ebenso begeistert empfinden. Und es ihnen schmeckt im Trific. Und sie gerne wieder kommen.

www.trific.de

Restaurant Trific
Eppendorfer Weg 170
20253 Hamburg
Tel: 040/21996927
restaurant(at)trific(punkt)de

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trific kommt!

Es war die große Überraschung zum neuen Jahr: mein Freund, Kollege und Foodblogger (eat) Oliver Trific eröffnet gemeinsam mit seiner Frau Tanja in Hamburg ein Restaurant! trific wird es heißen, die Unterzeile nachhaltiger genuss verspricht ein durchdachtes Konzept und ambitionierte Gastfreundschaft.

Gestern wurde das Restaurant im Eppendorfer Weg 170 verdunkelt. Die trific/facebook-Seite wird zum Baublog mit Informationen, Filmen und Fotos. Über Fortschritte und Philosophie informiert auch der Restaurant-Newsletter der über trific.de abonniert werden kann.

Ich freu mich sehr!

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Für sauberes Trinkwasser weltweit: die Viva con Agua WASSERTAGE 2009

Heute starten weltweit die Viva con Agua WASSERTAGE 2009, organisiert vom ehemaligen FC St. Pauli Mittelfeldspieler Benny Adrion und seinen Mitstreitern. Für sein Engagement wurde Benny Adrion in diesem Jahr, stellvertretend für alle Viva con Agua-Aktivisten, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seit Jahren setzen sich Viva con Agua hauptberuflich und nachhaltig für die Verbesserung der Trinkwassersituation in Entwicklungsländern ein. Dabei geht die erste All-Profit-Organisation der Welt gemeinsam mit Projektpartnern wie der Welthungerhilfe (D) oder Helvetas (CH) neue Wege beim Helfen. Helfen soll Spaß machen und darum organisieren Viva con Agua Konzerte, Lesungen und Events, klären auf, sammeln Spenden, informieren auf Openairs von Wacken bis zum Summerjam.

Sie erreichen dabei vor allem jungen Menschen, die next Generation, die, die eventuell im Moment gerade mal allerhöchsten den nächsten Bierbecherpfand spenden können, nebenbei aber früh ein Bewusstsein für den Blick über den eigenen Bierbecherrand entwickeln.

Die diesjährigen WASSERTAGE versprechen generationsübergreifend eine Menge Spaß mit großen Konzerten für kleines Geld, Fußballturniere, Lesungen, Poetry Slam, kulinarische Menü- und Weinabende – für sauberes Wasser dort, wo das nicht selbstverständlich ist.

Viva con Agua

Viva con Agua Wassertage 2009-das Programm

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