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gutes Essen & große Küche

SOS Kinderdorf Kochbuch Wettbewerb mit prominenter Jury

Gute Sache: jetzt beim SOS-Kinderdorf Österreich Kochbuchwettbewerb mitmachen und ein Kochrezept „für die ganze Familie“ einreichen. Die besten Rezepte kommen in ein SOS Kinderdorf Kochbuch, der Erlös aus dem Verkauf des Kochbuches kommt direkt den SOS-Kinderdörfern auf der ganzen Welt zugute.

Ausgewählt werden die Rezepte u.a. von Spitzenköchin Johanna Maier, TV Koch Christian Rach und Skistar Michael Walchhofer. Noch bis zum 5. September können Rezepte ganz einfach online eingereicht werden:

www.kochbuch.sos-kinderdorf.at

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Das Salzprojekt: Fleur de Sel de Guérande im Kilosack

Fleur de Sel ist Genuss, aber Luxus sollte es nicht sein, sagen Matthias Winkelmann und Daniel Hinkeldein, Gesellschafter der studentischen Firma Das Salzprojekt aus Berlin. Über zwanzig Sorten Fleur de Sel testeten die Jungunternehmer- und entschieden sich für das berühmten Fleur de Sel de Guérande. Das gibt es derzeit ab 4,99 Euro aufwärts- für 125 g im Schmuckdöschen. Der Kampfpreis der Berliner: 1 kg für 22 Euro (zzgl. 4€ Versand in Deutschland). Wau!

Und wie geht das? Das Salzprojekt verzichtet auf Zwischenhändler, aufwendige Werbung, und Verkaufsflächen. Nur einmal im Jahr wird eingekauft, immer im September, beim französischen Salzbauern des Vertrauens, direkt an der Atlantikküste. Salzprojektkunden erhalten dann die frische Salzblumenernte im Kartonage-Beutel mit widerverschließbarem Frischhalte-Inlay.

Das Salzprojekt-Fleur de Sel ist günstig, gut und mit gutem Gewissen zu genießen, es ist ein unbehandeltes Naturprodukt, ohne chemische Bleichmittel oder Rieselhilfen abgepackt und in ökologischen Großpackungen direkt und damit CO2 sparsam versendet. Die „Flockengröße“ ist gleichmäßig, das Salz ungemein knusprig und aromatisch – es tanzt nicht nur auf dem Frühstücksei in Vollendung.

Infos & Links:

Das Salzprojekt:
www.salzprojekt.de

Informationen zum Fleur de Sel de Guérande in deutscher Sprache:
www.seldeguerande.fr

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Eine Generation klagt an: rückt den Grünofanten raus!

Geht doch: Der Fruchttiger ist gerettet! Nach einer Foodwatch-Initiative und unter dem Druck der Verbraucher entschied sich Hersteller Eckes-Grannini zu reagieren: Süßstoffe, Aromen und der Zusatzstoff E330 (Zitronensäure) sind nicht länger Bestandteile des Durstlöschers für Kinder, die neue Rezeptur besteht nur noch aus stillem Wasser, Fruchtsaft und 0,1 Prozent Zucker. Heute, nur einen Tag nach Vergabe des goldenen Windbeutel 2010 für die dreisteste Werbelüge, reagierten auch die frisch gekürten Preisträger der Molkerei Zott: „im Hinblick auf die öffentliche Diskussion zu Zucker wird das Produkt Monte Drink Anpassungen und Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur erfahren“.

Die Nachrichten der letzten Tage zeigen, dass organisierte Verbraucher-Initiativen durchaus etwas bewegen können und dass gerade Produkte für die Zielgruppe Kind erfreulich sensible Aufmerksamkeit erfahren. Die Nachrichten der letzten Tage rissen aber auch alte Wunden auf, brachten die Erinnerung zurück und die Erinnerung ist grün.

Als kleiner Junge liebte ich den Grünofant, ein Vanilleeis am Stiel mit grasgrünem Waldmeisterkern und einem Waldmeistermäntelchen, welches die kalte Köstlichkeit zunächst nur halb bedeckte. Bis 1978 ein Traum wahr wurde:

„…Wir haben für dieses Waldmeistereis den grünen Mantel jetzt ganz um den Vanille-Waldmeisterkern gezogen und das Produkt größer und dicker gemacht. Denn Kinder lieben diesen Geschmack über alles…Wundern Sie sich nicht, wenn Ihre kleinen Kunden mit „krün-krün-krün“ die Lutsch- und Lustgeräusche des Grünofanten imitieren. Sie haben´s aus dem Fernsehen!“ (Langnese Händlerinformation, 1978)

Ich war neun Jahre alt, als mir Langnese das Prinzip des Upgrade näher brachte. Doch das Glück währte nicht lange, noch im selben Jahr wurde der Waldmeister-Vanilletraum rüde Millionen kleiner Kinderhänden entrissen, eine ganze Generation ohne Eis ins Jammertal des Lebens geschickt. Langnese nahm unseren geliebten Grünofant vom Markt.

Ob es damals schon ums kindliche Wohl besorgte Verbraucherschützer gab, verhüllt der Nebel der Geschichte, richtig gesund soll der farbintensive Synthetik-Schleck aus den 70ern aber nicht gewesen sein, zumindest insgesamt diskutabel, Langnese reagierte mit sofortigem Entzug.

So schlimm kann es aber nicht gewesen sein! In den Jahren zwischen 1975 bis 1978 aß ich ungezählte Grünofanten, das Stieleis war wichtiges Werkzeug in der Erziehungsphilosophie meiner Mutter und ich war ein sehr braves Kind. Zumindest bis Langnese das Eis vom Markt nahm. Spätschäden sind meines Erachtens nicht zu beklagen, ein paar Jahre verbrachte ich noch in unbefriedigender Brauner Bär-Abhängigkeit, bis ich 1988 das Stieleisessen komplett aufgab: ich entdeckte während der Kochlehre meine ersten Eismaschine.

Dennoch überkam mich in den letzten Tagen die alte Sehnsucht. Wenn Zott seine Rezepturen ändern kann, wenn der Fruchttiger gerettet werden konnte – kann es dann nicht auch ein Wiedersehen mit dem Grünofanten geben. (pssscht, Langnese, wir würden den Leuten bei Foodwatch auch nichts verraten!)

Auf Facebook hat Sascha Dörnhof die Gruppe „Grünofant: Er steht uns zu!“, ins Leben gerufen, der Vorsitzende der Grünofantwiederbeschaffungskomission und die Mitglieder der Gruppe kämpfen für die flächendeckende Wiederbeschaffung des heiligen Grünofanten in der Urform von 1975. Treten Sie bei, kämpfen Sie mit, Sie wissen ja: Verbraucher-Initiativen setzten sich langsam durch-gerade wenn es um Kinder-Produkte geht!

„Grünofant: Er steht uns zu!“-Gruppe auf Facebook

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Neue Freunde und echte Helden in Berlin

Berlin und ich, das ist damals so richtig schief gelaufen. Anfang der Neunziger lebte ich ein paar Jahre in der Stadt, eben war die Mauer weg, viel Orientierungslosigkeit wenig Aufbruch, zumindest das hatten die Stadt und ich damals gemeinsam. Bei meinem Besuch in den letzten Tagen habe ich gestaunt, die Stadt ist eine ganz andere geworden als die in meiner Erinnerung, viel freundlicher, reifer, stilvoll und vielfältig ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen, hier und da sogar umwerfend charmant. Ich glaub wir waren damals einfach zu jung für eine Beziehung.

Die Lesungen in den wunderbaren Buchhandlungen Kochlust und ebertundweber haben Spaß gemacht, ebenso der nächtliche Radiotalk mit Holgi & Hörern bei Bluemoon auf Radio Fritz vom rbb, der zweistündigen Podcast der Sendung ist noch ein paar Tage online. Vielen Dank für die Einladungen!

Die beiden Buchhandlungen sind Inhaberinnen-geführt und durchdacht sortiert, man erkennt sofort die individuelle Note des Buchangebotes, das Abseits turmhoch geschichteter Bestsellerregale auch die leiseren Bücher sichtbar macht. Gefreut habe ich mich besonders über die vielen Besucher bei den Lesungen, die inspirierenden Begegnungen und Gespräche, weit über die Lesungen hinaus, bis tief hinein in die ersten lauen Frühlingsnächte. Danke Euch!

Ich bin wieder in Hamburg, Berlin macht ohne mich weiter und man könnte am Wochenende eigentlich gleich wieder hinfahren und zwar zum Heldenmarkt, der Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum. Mehr als 65 Aussteller zeigen am 27. & 28. März in den schönen Gleishallen des Berliner Postbahnhofes dass „Konsumfreude, Genuss, Ästhetik und Design mit ökologischer Verantwortung und globalethischen Prinzipien eine wunderbare Symbiose eingehen können“, so die Veranstalter. Bands und DJs sorgen für Musik, es gibt kulinarische Leckereien und für Kinder ein Spiel- und Bastelangebot. Der „moderne Ökomarkt“ ist von 11:00-18:00 Uhr geöffnet, am Samstag sogar bis 20:00 Uhr. Am Samstagabend gibt’s zudem eine Heldenparty in Kooperation mit dem Fritzclub, also Eintrittskarte aufbewahren.

Einen Blick hinter die Kulissen bietet das Interview von utopia.de mit Heldenmarkt-Initiator Lovis Willenberg, ein Gespräch über „Turnschuhe im Plattenladen, den Spagat zwischen öko 2.0 und den alten Garden der Umweltbewegung und über die klimazertifizierte Heldenparty“ :

Lovis Willenberg im utopia-Interview

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Due Baristi, Hamburg (Latte Art)

Erstaunlich wie wenig man manchmal den eigenen Kiez kennt, die Due Baristi Espresso Bar ist mir bislang entgangen. André Montaldo-Ventsam vom Kakao Kontor Hamburg führte mich gestern zur wahrscheinlich besten Kaffee-Bar Hamburgs, nur wenige Schritte von seinem eigenen Geschäft entfernt. Was die Due Baristi Dirk-Eckhart Meyer und Şener Sönmez im hellen lichten Café zaubern, sind schönste Crema-Träume.

Es gibt tiefschwarz-cremige Cafe Izzo und Mokaflor Oro Espresso gebraut an glänzenden Izzo und La Marzocco Handhebelmaschinen, perfekt auf den verwendeten Kaffee eingestellt. Es macht großen Spaß den Beiden beim Wirbeln zuzusehen, mit schnellen, fliesenden Bewegungen entstehen die köstlichen Kaffee-Kreationen. Dabei steht der Geschmack im Vordergrund, die Latte Art finde ich dennoch faszinierend.


Wer bei Youtube Suchbegriffe wie Latte Art oder Barista eingibt, findet viele inspirierende Videos.

Das Speisen-Angebot der Due Baristi umfasst, neben knusprig-luftigen Tramezzini (mit sehr gutem Olivenöl!) und einfachen Tellergerichten, eine Reihe sehr schöner kleiner Mini-Desserts. Der Käsekuchen ist göttlich, cremig kühl und frisch, mit feinbröseligem Boden. Abends soll es ein empfehlenswertes Büffet zum guten Preis geben.

Und auf dem Rückweg noch bei André reinschauen! Feinste Cuvée-Schokoladen aus eigener Herstellung, süchtig machende Karamell-Brotaufstriche (geht auch sehr gut ohne Brot), im Kakao Kontor ist fast alles hausgemacht.
Gute Ecke da!

Due Baristi
Langenfelder Damm 2-4
20257 Hamburg-Eimsbüttel
www.duebaristi.de

Kakao Kontor Hamburg
Laden und Werkstatt
Langenfelder Damm 42
20257 Hamburg-Eimsbüttel
www.kakao-kontor.de

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Restaurant Trific eröffnet! – Das Interview

Vor zehn Jahren teilten wir uns ein Büro in der Redaktion von „Essen &Trinken“ und „schöner essen“ im Gruner & Jahr Verlag, der Beginn einer Lebensfreundschaft. Mein Freund, Kollege und Foodblogger Oliver Trific und seine Frau Tanja eröffnen heute, am 23. Februar 2010, ihr gemeinsames Restaurant: das Trific. Zur Eröffnung habe ich die beiden zum Interview gebeten.

NutriCulinary.com: Herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung eures Restaurants, seit heute hat Trific geöffnet! Die meisten Menschen die im Vorfeld von euren Plänen erfahren haben reagierten mit einem anerkennenden „Wahnsinn!“ oder fanden das zumindest „Mutig!“. Seid ihr wahnsinnig oder mutig?

Tanja: Vielleicht sind wir sogar wahnsinnig mutig? Aber letztlich ist es ganz einfach. Wenn man sich irgendwann im Leben einen großen Wunsch erfüllen will, muss man einfach sagen: Jetzt oder nie! Sicherlich, die Zeiten sind ja nicht die Besten, aber wir glauben fest daran dass sich Qualität durchsetzen wird.

Oliver: Es gibt in Hamburg viele Restaurants und auch viele die meist ziemlich leer sind. Das entmutigt erstmal gewaltig, wenn man abends durch die Straßen fährt und durch die Fenster schaut. Aber wenn man dann genauer hinschaut, sind alle Restaurants die von Betreibern geführt werden, die 1. noch im Laden stehen und 2. alles ohne Convenience und mit absolutem Blick auf die Produkte kochen, immer rappelvoll. Und einige, wie das Nil oder Vienna schon seit Jahrzehnten. Und so halten wir das auch: unser Gemüsehändler ist ein kleiner Bauer vor Bremen, der den Rest der Ware, meist biologisch, auf dem Großmarkt zukauft. Unser Fleisch kommt von der Bioland Schlachterei Fricke. Und sobald die ersten Monate überstanden sind, werde ich noch mehr kleine Erzeuger klar machen.

NutriCulinary.com: Was waren die höchsten Hürden und die größten Schwierigkeiten auf eurem Weg zum eigenen Restaurant? Und wie lange hat es eigentlich gedauert, von der ersten Idee bis zum Eröffnungstag.

Tanja: Die größten Schwierigkeiten sind letztlich im Detail: Festzustellen dass alle elektrischen Geräte über eine Steckdose laufen. Oder dass der eben angeschlossene Wasserhahn am Tresen auf einmal auseinander fliegt und wir nur knapp dem Supergau wenige Tage vor der Eröffnung entgangen sind. Das zerrt an der Konzentration so kurz vor dem Ziel. Da waren die Planungsphasen eigentlich easy. Vor allem da zu der Zeit keine Deadlines auf uns warteten.

Oliver: Planen tun wir das seit 2-3 Jahren. Das Konzept wurde dabei immer konkreter und personenbezogener. Angefangen hat das Ganze eigentlich man glaubt, es kaum als Bio-Fast Food-Konzept, das jedoch schnell zu einem kleinen Restaurant zusammenschrumpfte, weil uns das mehr liegt als irgendeine Systemgastro. Den Businessplan habe ich in etwa 3 Monaten geschrieben, das war vor etwa einem 3/4 Jahr, da wussten wir schon dass die Location frei zu werden schien. Wir haben genau geschaut, ob das was uns vorschwebt auch in die Gegend passt. Das Generalsviertel ist wie gemacht für das Trific. Das Einkommen und die Bildung der Anwohner sind ausschlaggebend, und auch die Tatsache dass die Menschen sich hier mit dem was auf ihren Tellern landet vermutlich deshalb mehr auseinandersetzen. Da denke ich, stehen die Chancen hier gut. Aber jetzt kommt eigentlich erst die größte Herausforderung: Jeden Mittag und Abend die Gäste glücklich nach Hause gehen zu sehen.

NutriCulinary.com: Warum hat euer Restaurant in Hamburg noch gefehlt?

Oliver: Weil uns sonst keiner einstellen würde. (lacht)

Tanja: Ich glaube nicht dass das Restaurant in Hamburg gefehlt hat. Der Gedanke das Rad neu erfinden zu wollen ist nicht richtig, das wissen wir schon aus dem alten Job, doch die Sache von A-Z rund laufen zu lassen, ist die Herausforderung. Und das wollen wir auch: einfach ein kleines, gutes Nachbarschafts-Restaurant sein, mit einem paar Vorspeisen, sechs oder sieben Hauptgerichten, einer gutsortierten, relativ günstigen Weinkarte und einem guten Espresso und was Süßes hinterher. Keine Perfekt gestylte Location, sondern Improvisation die es gemütlich macht und geerdet. Ein zweites Wohnzimmer wenn man so will.

NutriCulinary.com: Oliver, Du bist gelernter Koch, hast viele Jahre bei der Zeitschrift Essen&Trinken und als Foodstylist gearbeitet, für Tim Mälzer Rezepte entwickelt. Was erwartet uns aus deiner Küche, was kommt auf die Speisekarte?

Oliver: Ich habe die letzten Jahre damit verbracht, Essen nur hübsch zu machen, wenn man es übertrieben formuliert. Ich will jetzt wieder ausgiebig für den Geschmack kochen und nicht ausschließlich für die Optik. Ich werde viel Schmoren, gerne auch mal ein nicht so angesehenes Stück Fleisch nehmen, Lammhaxen, Zunge, Beinscheiben, solche Dinge halt. Es wird immer was Vegetarisches geben, mittags gibt es Dinge wie Königsberger Klopse oder einen simplen Fisch, abends wird es ein wenig aufwändiger, aber ich mache keine Basilikum-Luft oder Schinken-Espuma. Am wichtigsten ist mir, soweit es geht alles selber zu machen. Pommes zu den Muscheln und auch die Mayo kommt von uns. Nur das Brot lasse ich backen, dazu reicht der Platz und die Zeit nicht und ein konstant gutes Brot ist mir wichtig.

NutriCulinary.com: Wie habt ihr eure Weinkarte konzipiert, wo liegt der Schwerpunkt?

Oliver: Die Weinkarte ist rein europäisch, keine Übersee-Weine. Wir beziehen vieles aus Deutschland und Österreich, haben auch einige sehr schöne Weiße aus Slowenien. Spanien, Italien und Frankreich runden die Sache ab. Zum Glück haben wir viele gute Freunde mit Weinwissen, wie Christian Wrenkh zum Beispiel, der uns als Wiener viele gute Tipps Richtung Slowenien und Österreich geben konnte. Aber auch die Händler sind eine große Hilfe, und zeigen immer was Neues auf. Besonders braucht man Ihre Unterstützung wenn es darum geht gute Flaschen zu finden die erschwinglich sind. Denn wir haben uns 30 Euro als eine Obergrenze gesetzt, die wir nur selten durchbrechen wollen. Da kommt es vor allem darauf an genau zu schauen was der Markt hergibt und das können die Händler wesentlich besser als wir. Aber wir werden auch in Sachen Bier ein bisschen andere Wege gehen. Was noch schwieriger ist als Wein, finde ich. Zur Zeit haben wir zwei Kellerbiere und zwei Biere einer norddeutschen Brauerei im Auge die wir auf die Karte setzen werden. Bier ist ein super Aperitif und diese Sorten kommen immer in 0,5l Flaschen, das kann man sich hervorragend teilen und dann zum Wein übergehen. Das Schöne ist, dass wir in Sachen Bier und Wein total offen handeln können, das können wir schnell anpassen. da wird sich einiges Neues immer wieder auftun.

NutriCulinary.com: Tanja, Du bist Stylistin, gestaltest beruflich Räume und Tische für Fotoproduktionen von Zeitschriften und für Werbekampagnen. Wie war da die Arbeit für das eigene Restaurant und welche gestalterischen Ideen hast Du für euch entwickelt? Was war dir bei der Einrichtung wichtig, wo lagen die konzeptionellen Schwerpunkte.

Tanja: Das Wichtigste war für mich die von mir gehasste Rauhfaser-Tapete von der Wand zu zerren, was wir in Familien-Arbeit dann auch gleich im Januar erledigt haben. Das nächste war es einen amtlichen Tresen zu konzipieren. Er sollte mit warmem Holz einladen, denn unser Tresen soll die (hoffentlich eintretenden) Wartezeiten auf einen Tisch oder den Espresso danach zu einem gemütlichen Moment machen. Die Wahl von Petrol als eine Wandfarbe ist mutig, aber harmoniert mit den Hölzern die wir einsetzen. Der Raum musste aber auch so konzipiert sein, sich jederzeit und häufig neuen Elementen anzupassen. Denn wie in unserer Küche auch, kann und soll sich der Raum jederzeit etwas verändern können.

NutriCulinary.com: Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?

Tanja: Mein Wunsch ist zum einen, dass wir ein richtiges Familienunternehmen werden. Unsere Kinder sind jetzt schon begeistert dabei und ich hoffe dass es so bleibt. Und wie schon vorher gesagt, möchte ich dass sich die Gäste hier wie im zweiten Wohnzimmer wohl fühlen und dass ein Abend im Trific für sie so selbstverständlich wird wie ein Abend zu hause.

Oliver: Ich hoffe das wir weiterhin so viele tolle und aufrichtige Menschen kennenlernen wie in den letzten acht Wochen. Denn das war das wirklich Schöne an der Zeit bis hierhin. Es gibt so viele Handwerker und Produzenten die dass was sie tun lieben und aus schierer Begeisterung für ihren Beruf machen. Von unserem Maler Helmut Ruge über unseren Tischler Markus Schinker, bis hin zu Andreas „Pingo“ Felsen der bei Torrefaktum unseren Kaffee röstet und noch unzählig vielen anderen. Und ich hoffe das unsere Gäste uns als ebenso begeistert empfinden. Und es ihnen schmeckt im Trific. Und sie gerne wieder kommen.

www.trific.de

Restaurant Trific
Eppendorfer Weg 170
20253 Hamburg
Tel: 040/21996927
restaurant(at)trific(punkt)de

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Aus U_Mag wird uMag – die frisch renovierte Popkultur-Wundertüte aus Hamburg überzeugt

Ich habe mich sehr gefreut als mir das frisch relaunchte U_mag (jetzt: uMag) zur Besichtigung zugeschickt wurde, denn bei aller Internetglückseligkeit brauchen wir doch dringen noch gut gemachte, liebevoll gestaltete, unterhaltsame und informative Zeitschriften und Magazine. Der Hamburger uMag Redaktion ist das gelungen.

Zwischen den streichelzarten Umschlagseiten, die elegant matt schimmern, findet sich eine bunte Themenwundertüte für Menschen die der Pubertät entwachsen sind, sich mit dem Erwachsen aber durchaus noch ein paar Jahre Zeit nehmen wollen. Menschen die wissen dass Pop und Kultur auch zusammen geschrieben werden können. Mode, Musik, Kunst, Design, Literatur und Alltagsrauschen sind die Eckpfeiler des uMag, gedruckt auf einem besonderen Papier das leicht an Altpapier erinnert, aber griffig und schön daher kommt.

Es menschelt sehr im Heft, vielen Geschichten ist ein AutorInnensteckbrief vorangestellt, in vielen Beiträgen kommen die Künstler selbst zu Wort, etwa der deutsche Modedesigner Patrick Mohr, die unkapputbar Jungs von Fettes Brot im Interview, der Two Door Cinema Club oder der kluge Literat Kristof Magnusson.

Überhaupt Literatur! So was erfreut mein Herz, zwischen all den unbekannten Superbands von denen wir hier zum ersten Mal hören und in die wir uns verlieben werden, wird der Literatur außergewöhnlich viel Platz eingeräumt. Das ist einzigartig und für mich das größte Widerkaufsargument. Neben Kristof Magnusson (Roman „Das war ich nicht“, Kunstmann) kommt auch Mariana Leyk (Roman „Die Herrenausstatterin“, DuMont) zu Wort, Frau Hegemann wird vorgestellt, der Gedankenklau kommentiert, Annika Reich ist dabei, Julia Gäble, T.C. Boyle, Jürgen Teipel und Benjamin von Stuckrad-Barre lebt auch noch. Leider werden die Verlage zu den Büchern nicht immer genannt, Buchpreise und ISBN Nummern fehlen völlig, dass muss man dann leider googlen.

Es gibt eine beeindruckend atmosphärische Fotostrecke, eine tolle Modestrecke im Twin Peaks Style, natürlich auch eine Geschichte über Social Networking und die Redakteure spielen „Auflegen oder Aufregen“ am CD-Player. Das ist noch lang nicht alles und das ist alles sehr sympathisch und einer Redaktion der es gelingt den von mir hymnisch verehrten Schrifststeller Saša Stanišić als Kolumnisten zu gewinne, der ist sowieso nur das Beste zu wünschen.

Dass bei soviel Kultur und Leben mein Lieblingsthema, die Kulinarik, nur in Form von Salamibroschen und Mortadella-Ohringen Eingang findet, hat mich natürlich ein wenig enttäuscht. Aber dafür gibt es dann ja wieder Internet und Effilee.

uMag erscheint monatlich im Hamburger bunkerverlag und kostet 3,30 Euro
www.umagazin.de

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Holsteiner Teller – das Gourmetfestival für alle!

Ich habe das große Glück, in eine altehrwürdige Schleswig-Holsteiner Familie eingeheiratet zu haben, neben der großen Herzlichkeit, der klaren Art die Dinge zu sehen und der zupackenden Hilfsbereitschaft im Familienbund, schätze ich besonders Omas Küche. Ob Grünkohl, Großer Hans, Buttermilchsuppe, Birnenteig oder Frische Suppe – als schwäbischer Immigrant stehe ich auch heute noch staunend und mit großem Appetit vor dem Reichtum der nordischen Küche, wenn Oma aufkocht.

Einen Blick in diese Küche bieten ab Samstag 20.02.2010 ausgewählte Restaurationen der Landkreise Steinburg und Pinneberg im Rahmen der Gourmet-Tour Holsteiner Teller. Für 12,50 Euro pro Teller kann man bis Ende März Klassiker und zart modernisierte Kreationen der Schleswig-Holsteiner Küche genießen. Zudem servieren alle 22 teilnehmenden Restaurants ihren Teller als Probierportionen zur Auftaktveranstaltung am Samstag zwischen 11-13 Uhr im Holstein Center Itzehoe und in der Marktpassage Elmshorn.

Es locken zum Beispiel „Holsteiner Rindsroulade mit Katenschinken und Friesisch Blue, dazu Pastinaken-Kartoffelstampf und glasierte Mohrwurzeln“ oder „zweierlei vom Lamm mit geschmorten Quitten, Lammjus und Petersilienwurzelragout“, „Dorschfilet mit Knusperspeck, grüner Erbsen-Soße, frischem Meerrettich und Rote Bete“ oder „Variationen von der Spiekerhörner Flugente“ und „Küstenfutter“.

Aha, ein Gourmetfestival für alle also. Und was bitte haben die Menschen in Paderborn, Grünkraut und Dippoldiswalde davon? – Beinahe alle Rezepte finden sich zum Nachkochen und Ausprobieren auf der begleitenden Internetseite zum Festival!

www.holsteiner-teller.de

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Ausgehtipp: Tex Rubinowitz und Hermann Bräuer lesen vor und zeigen alte Fotos rum

Die Älteren unter Ihnen werden sich noch erinnern, an KAFFEE.SATZ.LESEN jene Lesereihe die von Frau Isabo, Herrn Svenson und mir organisiert wurde und leider im vergangenen Jahr, nach sechs wunderbaren Jahren, eingestellt werden musste.

Diese Woche, am kommenden Samstag, den 20.02.2010 gehen Abends noch einmal die Lichter in der Baderanstalt an, dem legendären Spielort der Reihe. Und das hat einen guten Grund, alte Freunde sind in der Stadt und haben neue Bücher dabei:

Erstmals stehen sie gemeinsam in Hamburg auf einer Bühne: der in Wien lebende Cartoonist und Satiriker (Titanic, Falter, F.A.Z), Autor und Reisejournalist Tex Rubinowitz und sein Lesebühnenpartner Hermann Bräuer. Bräuer ist Comedyautor, schreibt u.a. für Paul Panzer, Tramitz and Friends und Barbara Schöneberger.

Wer den klugen Humor von Tex Rubinowitz’ Zeichnungen mag, der hat auch bei seinem Roman Ramses Müller (Eichborn Verlag, 2009) viel zu lachen. Atemlos und in rasantem Tempo stolpert der Leser durch eine lange Nacht und einen unappetitlich verkaterten Tag in Berlin Mitte, inklusive Promi-Alarm und Popkultur satt. Mit Der Bremsenflüsterer (Falter Verlag, 2009) liegen endlich Rubinowitz’ gesammelte Reisereportagen vor: er begleitet die österreichische Fußballnationalmannschaft auf die Färöer, läuft im Fliegenkostüm den Bordeaux-Marathon, spielt in Tokyo „Doo Wop“-Singles auf einem Reiseplattenspieler in einem Fahrstuhl und sucht einen Zwillingsbruder in Indien.


Tex Rubinowitz, Foto privat

„Rubinowitz gehört nicht zu jenen, die Städte und Kontinente wechseln, nur um dort dann das Gleiche zu machen wie in Wien. Er macht alles mit, sogar die größten Irrtümer und den unglaublichsten Unfug, weswegen er auch prinzipiell isst, was auf den Tisch kommt.“
(Falter Verlag)

Hermann Bräuers erheiternd-erhellender Debüt-Roman Haarweg zur Hölle-Ein hart gerockter Heimatroman (Ullstein Verlag, 2009) spielt in der Münchner Hair-Metal-Szene der achtziger Jahre: grell geschminkte Jungmänner mit Haarmatten, hautengen Spandexhosen und Stromgitarren suchen das Glück im Glam Rock- ein coming-of-age-Roman, der Rocko Schamonis „Dorfpunks“ wie einen Haufen angepasster Schlafmützen wirken lässt.


Hermann Bräuer, Foto: privat

„Zuerst auf der Bühne gnadenlos abräumen und anschließend backstage die Girls mit unserem Look killen. Eine Hair-Metal Band. Die sicherste Fahrkarte ins Frauenland!“
(Klappentext)

Tex Rubinowitz und Hermann Bräuer
lesen vor und zeigen alte Fotos rum

Baderanstalt
Hammer Steindamm 62, neben S-Bahnhof Hasselbrook
im Hinterhof, 5. Stock.
Samstag, 20. Februar 2010
20:00 Uhr,
Einlass 19:30 Uhr / Beginn 20:00 Uhr
Eintritt: 10 Euro

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Grünkohlbrot

Ich gebe zu ich war skeptisch, vermutete ein saisonales Gimmick, eine verkaufsfördernde Albernheit. Da ich aber grundsätzlich an kulinarischen Novitäten nicht einfach vorbei gehen kann, nahm ich Schicksalsergeben auch die Grünkohl Stange (1,60 €) von Dat Backhus mit nachhause.

Und ich muss mich bei den Bäckermeistern für meinen Anfangsverdacht schwer entschuldigen, das Graubrot mit Grünkohl ist ein Knaller! Es dufte würzig und hat eine knusprige Kruste, die Krume ist saftig-locker und schmeckt deutlich, aber sehr harmonisch und angenehm nach Grünkohl. Die Speckstückchen wären eventuell nicht nötig gewesen, unterstreichen aber den deftigen Charakter des Grünkohls.

Bestrichen mit etwas von Mutters Gänseschmalz von der letzten Weihnacht mit Apfel und Zwiebelstücken, dann mit grobem Salz und Pfeffer bestreut, ist die Grünkohl Stange Hauptdarsteller. Schmeckt auch delikat mit Butter und Katenschinken, oder zu heißen Krakauer Würstchen. Der Grünkohl sorgt auch dafür, dass das Brot lange saftig und frisch bleibt. Alt wird die Grünkohl-Stange aber wahrscheinlich sowieso nicht.

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