Amsterdam (1): Die Stadt der kleinen Teller – De Hallen, Foodhallen, Happyhappyjoyjoy

Posted on | März 22, 2016 | 3 Comments

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Gute, es gab in meinem Leben schon wohlmeinende Menschen, die mir mehrfach einen Besuch der Stadt Amsterdam ans Herz legten. Ich sollte besser zuhören. Denn insbesondere für kulinarische Reisende ist Amsterdam eine schlaraffische Stadt des lässigen Genusses und ich durfte während eines verlängerten Wochenendes lernen, dass Amsterdam in Innovation und Kreativität anderen europäischen Food-Hauptstädten wie London und Berlin in nichts nachsteht. Entlang der bildschönen Grachten und in kleinen Gässchen finden sich kleine Bäckereien, Lebensmittelmanufakturen, Restaurants, Lokale, Bier-Bars und funky Kaffees – im Wechsel mit Conzept-Stores, Modeshops und Buchläden – es ist ein Träumchen und alles lässt sich gut zu Fuß erreichen, oder mit dem Mietfahrrad.

Ankunft und Hotel

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Wir haben ein Zimmer im Hotel De Hallen, ab 83 Euro gibt es da die Nacht, wenn man Glück hat, das ist im Stadtvergleich preiswert und das hübsche Design Hotel liegt extrem günstig im aufblühenden Westend der Stadt und ganz nah an den beliebten Vierteln Jordaan, Pijp, dem Museeumsquartier und auch bis ins Old Town geht man locker zu Fuß. Riesenvorteil, wenn man mit dem Auto anreist: hier ist das öffentliche Parken mit 27 Euro für 24 Stunden noch relativ preiswert, bereits ein paar Sträßchen weiter Richtung Innenstadt sind es dann bereits 50 Euro und mehr.

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Das Hotel De Hallen, hat auch Komfort-Nachteile, so lassen sich die Fenster nicht öffnen, es gibt weder im Bad noch im Zimmer selbst ausreichend Haken für zwei Personen, für Mäntel und Handttücher, die Toilette befindet sich hinter eine Doppel-Schwingtür die wenige Privatsphäre schafft – man muss sich schon länger lieb haben, dann geht das. Aber die Lage eben!

Foodhallen

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Denn direkt neben dem Hotel, finden sich die Foodhallen, ein bißchen wie die Markthalle Neun in Kreuzberg am Donnerstagabend, nur dass hier jeden Tag Streetfoodmarket ist, es spielen Bands und DJs legen auf und es ist der perfekte Ort um einen Amsterdamaufenthalt zu starten. Nur 4 Stunden haben wir mit dem Auto von Hamburg gebraucht und gehen erstmal was essen.

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Der Cheesesandwich mit Gouda-Raclettemischung und Frühlingszwiebeln im Bauernbrot geröstet, lässt jeden amerikanischen Cheese-Sandwich alt aussehen, kross, knusprig, schmelzig und vor allem würzig! Der Französische Steaksandwich ist ebenfalls saftig, dick belegt und zart gelungen. Wir genießen Bitterballen, jenen niederländischen Klassiker, der einst zu Magenbitter und Genever serviert wurde und bis heute der Mini-Kroketten-Klassiker zum Feierabendbier ist. Diese hier sind von Sternekoch Peter Gast der auf dem Streetfoodmarkt ein fünferlei der knusprigen Bällchen anbietet, auch in den ausgefallenen Geschmacksrichtungen Tom Kah Gai und Bouillabaise. Die cremig-graue Füllung erinnert mich ein bißchen an die Pilzteigtaschen von Iglo aus meiner Kindheit und ich mochte die. Am besten sind die Klassiker, Rind und Käse.

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Weiter geht es (und es sei erwähnt, dass wir an allen Tagen da waren) mit asiatischen Köstlichkeiten, saftigen Temaki-Sushi-Tütchen, gefüllt mit luftigem Klebreis, Avocado, Wasabi-Mayonnaise und wahlweise Lachs oder Garnele. Dazu irre gute Terriyaki-Spieße und knusprige Garnelen am Spieß. Etwas zurück fällt das fritierte Hähnchenfleisch, das hier auch, Achtung, als „Burger“ im süßen Donut angeboten wird. Das erinnert ein bißchen an Chicken & Waffles, leider ist das Fleisch trocken fritiert und eine knusprig-fluffige Waffel eben doch ein besseres Kissen als ein schrumpelige Donut. Nicht probiert haben wir die ganzen Burger und Hot Dogs, wir haben keine Austern geschlürft und ich bereue die gemischte Barbeque-Platte nicht bestellt zu haben, aber: vor uns lagen ein paar Tage mit drei Restaurantbesuchen und da gilt es die Kräfte einzuteilen.

Die Stadt der kleinen Teller

In Amsterdam manifestiert sich gerade die schöne Idee der kleinen Teller, in vielen Restaurants und Lokalen werden Mini-Köstlichkeiten für kleines und mittleres Geld angeboten, das ganz geht in Richtung Tapas-Kultur und in der gehobenen Küche war beispielsweise Fergus Henderson mit seinem St. Johns Vorreiter dieser Idee. Der Unterschied zum klassischen Menü liegt in den noch kleineren Portionsgrößen, die individuell zusammenstell- und nachbestellbar sind. Das passt gut in unsere Zeit der fortschreitenden Ernährungs-Individualisierung und der interessiert Gast kann noch mehr probieren, wenn er Kapazitäten mitbringt. Alle drei Restaurants die wir an diesem Wochenende besuchen, haben sich der kleinen Teller verschrieben und wir sind gespannt.

Happyhappyjoyjoy

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happyhappyjoyjoy! Rein in den Laden und gute Laune an, der Name ist Programm! Rummelvoll ist das Restaurant, dass sich der asiatischen Straßenküche verschrieben hat, laut und fröhlich. An den Wänden bunte Drucke, Asiakitsch, Neonschriften, auf dem Tisch ein paar Saucen im bunten Plastikkörbchen, der junge Kellner stellt sich namentlich vor und verspricht sich um uns zu kümmern.

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Die Karte umfasst Gerichte aus den unterschiedlichsten asiatischen Küchen, von China über Japan, Thailand und Indonesien und das böte anderswo zumindest Anlass zur Skepsis, in Amsterdam sind allerdings diese Länderküchen allesamt zuhause und es findet sich nicht eine Langnase unter der Küchenmannschaft, die Herren sehen alles aus, als beherrschten sie ihr Handwerk, von Kindesbeinen an.

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Los geht es mit bunten Krabbenchips einem Yuzu-Highball und Sparkling Sake, die überraschend ausgezeichnet schmeckt, feiner Sake-Geschmack der auf der Zunge perlt. Wir knabbern Edamame, dazu werden Chickenwings serviert, knusprig mit zweierlei Zwiebeln und einem Hauch von Reiswein oder Sherry, toll!

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Es folgen Muscheln mit Ingwer, Korinader, Chili und einem Hauch Miso (sag ich mal), auf jeden Fall ein Schüsselchen Aromabomben in Muschelschale. Die drei gedämpften Krabben-Wan Tans, sind die besten die ich je hatte, der Teig schmilzt, die Füllung ist fluffig mit Biss. Zartsplitternd knusprig die Garnelen-Frühlingsrolle mit Erdnuss-Sojasauce.

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Als „Hauptgang“ (alles wir in Schälchen oder auf Tellerchen in appetitlichen Portionen serviert) habe ich Peking Ente bestellt, die kommt als Pulled Pork-Burger im Bao-Bun mit gezupftem Entenfleisch, frischer Gurke, Wasabi-Mayonnaise und Röstwziebeln. Das fahle Ding entpuppt sich als Hochgenuss, es ist schlicht perfekt. Wir haben auch Sticky Rice bestellt, im Bananenblatt serviert und mit würzigem Pilz-Schweinehack gefüllt, wau! Wir sitzen ein paar Stunden, glücklich und entspannt und nur der Umstand, dass wir nur einen Bruchteil der Karte kosten konnten, trübt die Stimmung. Wir müssen wiederkommen!

Später unterhalten wir uns noch kurz mit dem Service, das Restaurant eröffnete vor ein paar Monaten, seitdem ist jeden, wirklich jeden Abend knallevoll. Das mag am Julius Jaspers liegen, der Chef des Hauses ist der prominenteste TV-Koch der Niederlanden, das spielt aber wahrscheinlich garnicht so wirklich eine Rollen, denn das grandiose Konzept der kleinen Asienreise, das nuancierte Essen und die fröhliche Stimmung sprechen alleine für unser neues Leiblingsrestaurant in Amsterdam. wir freuen uns darauf, mit Freunden wiederzukommen. Ein Walk-in ohne Reservierung ist so gut wie unmöglich, also rechtzeitig planen und reservieren für ganz viel happyhappyjoyjoy.

In der nächsten Folge besuchen wir einen berühmten niederländischen Chefkoch der einst zwei Michelin-Sterne besaß, diese irgendwann netnervt zurückgab und seitdem kleine, leckere Tellerchen für seine Gäste kocht.

Amsterdam, die ganze Reise in Direktlinks:

Amsterdam (1): Die Stadt der kleinen Teller – De Hallen, Foodhallen, Happyhappyjoyjoy

Amsterdam (2): Der Sternekoch der seine Sterne zurück gab und Tim Mälzer drei Hot Dogs servierte

Amsterdam (3): Frühstück, Chinatown und Wurst und Wein

CHEF’S TABLE geht weiter! Alle Köche, Länder und Infos zu den drei neuen Staffeln

Posted on | März 10, 2016 | 3 Comments

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Für mich war die Netflix-Serie CHEF’S TABLE im vergangenen Jahr das kulinarische Fernsehereignis: in ruhigen, malerischen und anregenden Bildern erzählten der ausführender Produzent und Regisseur David Gelb („Jiro Dreams of Sushi“) und sein Team von der Alchemie des Kochens, zeigten in sechs Episoden Einblicke in Küchen, Leben und Philosophie von sechs internationalen Meisterköchen.

Das war (und ist) inspirierend und ein erhellendes Vergnügen, bei dem ich dem Reflex widerstehen musste, alle Folgen auf einmal anzuschauen. Das wäre der Sache nicht gerecht geworden, jede Folge ist eine Welt über die es sich lohnte, im Anschluss nachzudenken. Einige Folgen habe ich nun schon ein zweites und drittes Mal gesehen, hier lernt man von den ganz Großen – und sei es nur das Staunen.

Umso mehr freue ich mich, dass diese unglaubliche Serie jetzt in Fortsetzung geht. Schon Ende Mai gibt es eine neue Staffel und alleine die Liste der portraitierten Köchinnen, Köche und Restaurants macht mich angenehm hibbelig. Ich zitiere aus der Presseinformation von Netflix und wünsche guten Appetit:

CHEF’S TABLE, Staffel 2 – 27. Mai 2016
Alex Atala, Dom, (Brasilien)
Ana Ros, Hiša Franko (Slowenien)
Dominique Crenn, Atelier Crenn (US)
Enrique Olvera, Pujol (Mexiko)
Gagan Anand, Gaggan (Thailand)
Grant Achatz, Alinea, Next, The Aviary (US)

CHEF’S TABLE, Staffel 3 – Französisches Special, 2016
Alain Passard, L’Arpege (Frankreich)
Michel Troisgros, Maison Troisgros (Frankreich)
Adeline Grattard, Yam’Tcha (Frankreich)
Alexandre Couillon, La Marine (Frankreich)

CHEF’S TABLE, Staffel 4 – Frühjahr 2017
Ivan Orkin, Ivan Ramen (US, Japan)
Jeong Kwan, Chunjinam Hermitage, Baekyangsa Temple (Südkorea)
Nancy Silverton, Mozza (US)
Tim Raue, Restaurant Tim Raue (Deutschland)
Virgilio Martinez, Central (Peru)
Vladimir Mukhin, White Rabbit (Russland)

CHEF’S TABLE ist eine Boardwalk Pictures Produktion. David Gelb ist wieder Creator, ausführender Produzent und Regisseur. Clay Jeter, Andrew Fried und Brian McGinn sowie Abigail Fuller kehren ebenfalls als Regisseure zurück. Fried und McGinn sind ausführende Produzenten und Dane Lillegard ausführende Co-Produzentin für Boardwalk Pictures.

Mitfeiern: „Open Air“ auf der Leipziger Buchmesse (save the dates!)

Posted on | März 7, 2016 | No Comments

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Ist ein bißchen Neuland für mich, Open Air – Das Festival- und Camping-Kochbuch ist „Frühjahrstitel“ und das heißt: Leipziger Buchmesse! Erfahrene Bücher-Hasen flüsterten mir: auf der Frankfurter Buchmesse würden die Geschäfte gemacht, in Leipzig dagegen, würde gefeiert! Weil Feiern ja nun wirklich kein Neuland für mich ist, gibt es nicht nur einen Podiumstermin auf der Messe, sondern an diesem Wochenende gleich zwei funkelnde Abendveranstaltungen in Leipzig, bei denen ich mit Ihnen und Euch auf Open Air anstossen möchte:

Donnerstag, 17.03. 11:00-11:30 Uhr Leipziger Buchmesse, Sachbuchforum, Halle 5, Stand C200
Open Air – Buchvorstellung, Gespräch mit Stevan Paul, Moderation: Dr. Silke Behl, Radio Bremen

Freitag, 18.03. 19:30 Uhr A Priori Küchenwerkstatt: Ein Abend mit Stevan Paul
Gespräch mit SPIEGEL-Autor Tobias Becker über meine Arbeit als Kochbuchautor, über Köche und Foodblogger, Kulinarik und Kommerz.
Anmeldung über: A priori

Samstag, 19.03. 20:30 Uhr Café Puschkin: Abenteuer Open Air
Im Gespräch mit Tobias Becker erzähle ich vom Abenteuer Open Air, von unserer Reise durch fünf Länder und zu sechs Festivals in Europa, von Sonnenstich und Hagelstürmen, vom Kochen mit Grill und Gaskocher. Im Anschluss wird gefeiert!
Anmeldung über:Café Puschkin

Das Zarteste vom Schwein: Kachelfleisch vs. Filet Secreto

Posted on | März 6, 2016 | No Comments

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Von all den Köstlichkeiten die ein glückliches Schwein uns schenken kann, begeistern mich vor allem die mehr oder weniger unbekannten Teile und Zuschnitte, zarte „Kleinigkeiten“, die öfter in der Wurst landen, als auf dem Teller und das wollte ich mal genau wissen: Kachelfleisch und Filet secreto hatte ich schon getrennt voneinander gegrillt und bei diesen Stücken dürfte jedes Filetsteak und Kotelette neidisch werden, was die Zartheit betrifft.

Also: Freunde eingeladen, ein paar Flaschen exzellenten Rotwein aufgezogen, gutes Brot dazu, knusprige Ofenröstkartoffeln. Plus drei Saucen: Chimicchuri, Chipotle-Mayonnaise und indonesische Erdnusssauce. Dazu grüne Bohnen in Pfefferbutter mit Bohnenkraut, Buttermais, Blattsalate mit Saurerahmdressing, Krautsalat mit Ingwer. Und los:

1. Runde, Kachelfleisch

Kachelfleisch

Kachelfleisch, auch „Deckelchen“ und „Fledermaus“ genannt. Das Handflächen lange Stück gehört zum Hinterschinken. Bei Schinken am Knochen, ist das Stück enthalten, bei einem ausgelösten Knochen nicht, es sitzt oberhalb des Schlossknochens im Hinterschinken. Unseres war vom Limburger LiVar Schwein, das Fleisch schön dunkel und festfleischig. Kurzgebraten oder gegrillt ist das ein zartes Stück vom Schwein, dass rosa gebraten werden sollte – durchgebraten unterscheidet es sich kaum noch von Filetfleisch. Also 1,5-2 Minuten von jeder Seite grillen, bzw. braten und dann habe ich das Fleisch noch mit vorbereiteter Nussbutter beschöpft und bei 50 Grad im Ofen 2-3 Minuten ruhen gelassen, dabei einmal gewendet. Meersalz und gut ist. Der Wein: Pinot Noir Bourgogne 2011 von Nicolas Potel, sensationell, eine Empfehlung von Zuja Kim aus dem TVINO Weinladen (Link führt zum Wein im Online-Shop). Frischer, leichter Spätburgunder, dennoch mit Eleganz, Charakter und Tiefe, fruchtig, samtig, würzig, kräutrig, großartig.

2. Runde, Filet secreto

Filet Secreto

Voller Name: Ibèrico Secreto Bellota, flaches, großes Muskelstück, die unfassbare Marmorierung erinnerte uns an Wagyu-Rind, auch die tiefdunkle Farbe erinnert an Rind. Das „geheime Filet“ findet sich zwischen Rücken und Rückenspeck – Querschnitt fällt das Stückchen nicht weiter auf, im Längsschnitt ist es gleich zu erkennen. Die „Bellota“ Qualität verspricht, dass die Nahrung der freilebenden Tiere zu etwa 30-40 % aus Eicheln besteht, sonst essen die spanischen Sauen gerne auch Gras und Kräuter – das Fleisch schmeckt nussig und zart. Gebraten und gegrillt wird es 2-3 Minuten von jeder Seite, dann wieder Nussbutter und Ruhephase, Meersalz, Pfeffer, zack. In Streifen geschnitten auf Holz serviert. Ich serviere Fleisch sehr gerne auf Holz, das Brett wärme ich im Ofen bei 50 Grad vor – es schneidet sich viel schöner, als auf einer Platte, Holz ist warm, weich und organisch. Der Wein: der angedachte deutsche Spätburgunder korkte leider, wir haben dann eine Flasche Trapiche Broquel Malbec von 2013 aus Argentinien aufgemacht. OMG. Übertrieben hammer, echter Rotwein-Porno, Marmelade, schwarze Früchte, Vanille, Rauch und Schokolade, Holz & Rock. Eher ein Meditationswein, zum Essen viel zu kräftig, obwohl leicht gekühlt.

Fazit: Das Kachelfleisch war zart, geschmacklich sehr gut, blieb es aber insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Und das hat sicher auch mit dem Filet Secreto zu tun, zarter geht es einfach nicht, saftig und würzig – sensationell. Die dickere Seite war noch schön rosa, die dünnen Seiten durchgebraten und trotzdem noch extrem saftig, toll. Da kann man nichts falsch machen. Beim Wein war der frische Franzose letztendlich der Favorit zum Fleisch und den kräftigen Saucen, der Argentinier hat ganz andere Stärken, ist weniger Ensemble-Spieler, eher Hauptdarsteller.

Der Sommer wird groß: Open Air – das Festival und Campingkochbuch

Posted on | Februar 12, 2016 | 4 Comments

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Dieser Moment: die Nacht noch kühl in königsblau, am Ende der Straße kündet ein Streifen in rot und orange vom kommenden Sommertag, die letzten Taschen, Kisten und Boxen sind im Bus verstaut, alle da und Türen zu, die Musik geht an und los! Rauf auf die Straße, raus aus dem Alltag und rein ins Abenteuer. Unterwegs sein, auf Reisen, der Weg ist das Ziel und das Ziel ist die Freiheit für ein paar Tage ein anderes Leben zu leben, ein Leben unter freiem Himmel, draußen feiern, kochen, entspannen, mit Zelt und Rucksack, mit dem VW Bus, dem Camper oder dem Wohnwagen. Die Ruhe genießen an einem See, in den Bergen, am Strand – oder die Musik, den Lärm und die Lebensfreude auf einem Musikfestival. Egal wo und wie, einfach mal: raus kommen.

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Schon als Kind war ich mit den Eltern und Geschwistern gerne auf großer Fahrt mit dem Campingbus, später entdeckte ich Open Air Festivals als ideale Auszeit, zwischen Arbeit und dem nächsten Urlaub, kleine Fluchten, mit Lieblingsmenschen, Zelt und Campingkocher. Seit vielen Jahren fahre ich regelmäßig auf Festivals und nur ein Umstand trübte anfangs die gute Stimmung: das schlechte Essen. Dosenfutter, Tütensuppen, verbrannte Würstchen vom Einweggrill, fettiges Fastfood vom Festivalgelände. Aus Notwehr, ich bin schließlich gelernter Koch, entwickelte ich meine Festival- und Campingküche um den Beweis anzutreten, dass es auch Unterwegs mit Grill und Gaskocher, nicht zur kulinarischen Komplettverwahrlosung kommen muss. Ganz im Gegenteil: mit etwas Vorbereitung, den richtigen Rezepten, Tricks und Kniffen, macht die Open-Air Küche mühelos Spaß und die schönste Zeit des Jahres wird auch kulinarisch zum Vergnügen.


Der Trailer zum Buch! (0:49 Sek.) von Volker Maass

Bunt und fröhlich wie unsere Reise selbst ist dieses Buch geworden, geprägt von der Lebensfreude der Menschen die wir trafen, erfüllt von der Musik zu der wir kochten, tanzten und feierten. Unser Kochbuch wendet sich aber nicht ausschließlich an Festivalbesucher. Dieses Buch ist für alle die unterwegs und draußen sind, mit dem Rucksack, dem Zelt, dem VW Bus oder dem Campingmobil.

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Dieses Buch versammelt meine Erfahrungen aus bislang zwanzig Jahren Campingküche: mit stärkenden Frühstücksideen für den Start in den Tag, über schnelle Snacks und hausgemachte „Fertiggerichte“ bis hin zu ausgedehnten Grillpartys auf dem Campingplatz und handfesten Mahlzeiten für den ganz großen Hunger. Alles ist selbstgemacht, das tut gut und schmeckt gut. Packlisten und Anleitungen helfen bei der Vorbereitung und individuellen Planung der nächsten Tour. In sechs Wissenskapiteln geht es u.a. um die sinnvolle Outdoorküchen-Ausstattung, spezielle Kühltechniken werden erklärt und der richtige Umgang mit Gaskocher und Grill. Über 100 Rezepte für jede Ausstattung und Gelegenheit finden sich im Buch, immer ist auf eine Blick zu erkennen, was gut vorbereitet werden kann und was schnell frisch zubereitet ist. Viele Rezepte sind zudem mit individuellen Tipps zu Haltbarmachung, Transport und Lagerung versehen, zu beinahe allen Rezepten mit Fisch und Fleisch gibt es zusätzlich vegetarische und/oder vegane Alternativen.

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Vor allem aber wurden alle Rezepte und Tricks im harten Realitätstest auf ihre Camping-Tauglichkeit geprüft! Einen ganzen Sommer lang waren Fotografin Daniela Haug und ich unterwegs: wir sind mit VW Bus, Zelt, Campingkocher und Grill einmal quer durch Europa gefahren, haben sechs der schönsten Musik-Festivals in fünf Ländern besucht und überall Open Air gekocht. Mit alten und neuen Freuden, mit Musikern und Künstlern. Vom Roskilde-Festival in Dänemark bis zum Dimensions Festival am Meeresstrand von Kroatien waren wir unterwegs, sahen in die Töpfe und Garküchen der Festivalköche und Zeltnachbarn, ließen uns Rezepte verraten und Lebensgeschichten erzählen. Wir probierten senegalesisches Chicken Yassa und jamaikanisches Jerk Chicken beim Summerjam-Festival, aßen scharfe Gulaschsuppe beim Sziget Festival in Budapest, sahen dem Backstage-Koch beim Acoustic Lakeside in Österreich über die Schulter und haben auf dem Melt!-Festival eine große Grillparty gegeben.

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Dieses Buch ist für Euch. Das ist Eure Zeit, das wird Euer Sommer!
Kommt gut hin, kommt gut weg!

Das Festival- & Camping-Kochbuch
von Stevan Paul, Fotos: Daniela Haug
Das ultimative Handbuch für Camping & Outdoor
Format: 19 x 24 cm
256 Seiten, 220 Abbildungen
Flexocover, € 29,90
Christian Brandstätter Verlag
ISBN 978-3-85033-928-5

#openairkochbuch

Bad Gastein revisited

Posted on | Februar 5, 2016 | No Comments

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Ein Ausflug nach Bad Gastein. Das „Metropolis der Alpen“ erwacht immer mehr aus einem Winterschlaf, der in den Achtziger Jahren begann. Jetzt tritt eine neue Genetarion von Gastronomen, Hoteliers und Kulinarikern an, die Legende nachhaltig zu beleben. Für die Gerolsteiner Weinplaces habe ich einen Blick auf die Geschichte des Ortes geworfen, mit Evelyn Ikrath vom Haus Hirt – Alpine Spa Hotel​ über Gegenwart und Zukunft dieses einzigartigen Ortes gesprochen, Powidltascherl im Café Schuh gegessen und viel guten Wein aus Österreich probiert, hier geht es zum Beitrag:

Bad Gastein revisited/Gerolsteiner Weinplaces

Crowdfunding: „Biographie eines Kochbuchs“ – auf den Spuren der 100 jährigen Geschichte des Bayerischen Kochbuchs

Posted on | Januar 6, 2016 | No Comments

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„Die Geschichte des Bayerischen Kochbuchs ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ein Kochbuch erzählt Kulturgeschichte.“
Dr. Regina Frisch

Kochbuchgeschichte – Kulturgeschichte from regina frisch on Vimeo.

„Biographie eines Kochbuchs“ ist ein Crowdfunding-Projekt von Dr. Regina Frisch, die sich auf die Spuren der 100 jährigen Geschichte des Bayerischen Kochbuchs machen, und am Wandel auch Kulinarik- und Zeitgeschichte erzählen will. Ein spannendes Buch-Projekt, dass ich unterstütze:

www.startnext.com/kochbuchgeschichte

Die allerbesten Kochbücher 2015

Posted on | Dezember 13, 2015 | 1 Comment

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Es ist eine weitere, liebgewonnenen Tradition zum Jahreswechsel: neben dem Foodbloglob gehe ich, seit 2010, zum Jahresende gerne an meinen Kochbuchregalen entlang und hole nochmal die Highlights für eine Besprechung hervor. Zehn Kochbücher die zu den Besten gehören, die dieses Jahr auf dem deutschsprachigen Kochbuchmarkt erschienen. Ich bin selbst Kochbuch-Autor und genau darum weiß ich die gute Arbeit der KollegInnen umso mehr zu schätzen, ziehe meinen (Koch-) Hut und ziehe ihn gerne. Die Reihenfolge der besprochenen Bücher hat keinerlei Bedeutung. Ich habe mir allerdings erlaubt, eines der Bücher als mein Kochbuch des Jahres zu benennen. Die Links unter den Besprechungen führen auf die zugehörigen Buchseiten der Verlage. Ich wünsche viel Vergnügen beim Stöbern und Entdecken.

Yannick Allèno – Französische Küche
Matthaes Verlag

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Wer sich ein bißchen auskennt, im Kochbuchgeschäft, der weiß, dass es ein Buch wie dieses eigentlich nach den Regeln des Marktes gar nicht (mehr) geben dürfte: das, ja, 780 Seitenstarke Werk des französischen Drei Sterne- Meisterkoch Yannick Alléno ist alleine umfänglich und gestalterisch ein Meisterwerk, 500 Rezepte, 1000 Fotos, im Schuber – fünf Kilogramm großformatige Kochkunst als Buchdruckkunst. Einer Einführung in die Philosophie Allénnos und seiner von ihm ausgerufenen Cuisine Moderne folgen 500 Gerichte, deren Klarheit und Raffinesse, bis ins Detail, begeistern. Basierend auf der klassisch französischen Küche entwickelt der Meister wirklich inspirierende Geschmacks- und Aromenwelten, ohne jeden molekularen Schischi, mit großer Sorgfalt gedacht und gemacht. Das mag bisweilen dennoch für Fortgeschrittene sein, aber alleine die Kompositionen begeistern und machen Lust, oft genug ist die Zutat der Star, der pure Geschmack, in neue Bezüge gesetzt -et voilà! Meines Erachtens ein Standart- und Referenzwerk der Küche(n) unserer Zeit, dass in keinem kulinarischen Buchregal fehlen sollte. Drauf zahlt auch die makle- und zeitlose, pure Fotografie ein, weißer Teller, weißer Grund, die Komposition ist der Star, mit einer konzentrierten Lichtführung in Szene gesetzt von Fotograf Nicolas Buisson Der Preis von 129 Euro, der Verlag schreibt es selbst und es stimmt: ist ein kleines Stück Luxus, dass jeden Cent wert ist.

Mehr zum Buch

Olivenöl – Das Kochbuch
Edition Fackelträger

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Olivenöl – es müssen die Götter gewesen sein, die dem Menschen das Wissen um die Gewinnung von Olivenöl flüsterten, in meiner Küche geht nichts ohne Olivenöl, ich habe stets mehrerer Sorten in Gebrauch und glauben Sie mir, da wird nichts alt! Das Kochbuch zum Thema hätte ich gerne selbst geschrieben und erkocht, die wesentlich bessere Idee dazu hatte der Fackelträger Verlag gemeinsam mit Olivenölproduzent und Autor Bastian Jordan: verpflichtet wurden für dieses Buch einige der besten Köche unserer Tage, Daniel Achilles, Juan Amador, Sven Elverfeld, Jörg Sackmann, Hans Stefan Steinheuer und Sascha Stemberg – um nur ein paar wenige zu nennen. Eine kleine Einführung, Tipps und wissensbildende Texte, ein paar atmosphärische Sehnsuchtsbilder von Ernte, Ländern, Leuten, dann ist die Küche geöffnet. Basics zunächst, wie Tapenaden, Mayonnaise Variationen, konfierten Gemüsen, Pesto und Vinaigrettes, bißchen Brot, einfache Salate und Suppen. Und dann geht es los und der erste Rezeptteil glänzt mit einer durchweg machbaren, klug gedachten und alltagstauglichen Olivenölküche, die an keiner Stelle überfordert. Im dritten Teil dann die Hochküche mit jeweils zwei Kreationen der Meisterköche, hier geben sich Raffinesse und Machbarkeit die Hand, überwiegend dürften die allermeisten Rezepte auch geübten Laien gelingen. Ansprechend auch die Fotografie Daniel Esswein, reduziert und auf den Punkt. Einzig hätte ich mir zu den Rezepten jeweils eine Charakter-Stilisierung passender Öl zu jedem Rezept gewünscht, ansonsten glatte Eins für ein Buch, dass Alltag und Hochküche verbindet und dadurch kein Couchtisch-Rumstehchen ist, sondern ein Buch, dass in der Küche begleitet.

Mehr zum Buch

Salt & Silver – Reisen, Surfen, Kochen
Umschau Verlag

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Johannes Riffelmacher (Jo) und Thomas Kosikowski (Cozy)haben dankenswerter Weise ihre Werber-Job an den Nagel gehängt und sich einen Traum verwirklicht: eine Reise durch Lateinamerika. Mitgebracht haben der Fotograf und Kameramann Cozy und Artdirektor Jo ein buntes Koch- und Lesebuch, dass mich begeistert hat, grandiose Sehnsuchtsbilder, spannenden Reisegeschichten und Rezepten aus acht Lateinamerikanischen Ländern. Und auch der Rezeptteil mit den appetitlichen Fotos, gelang den Laien perfekt, das Buch ist damit auch ein Beitrag zum neuen Lateinamerika-Trend in der Küche. Grandiso. Checkt die Website!

Mehr zum Buch

Paula Bosch, Tim Raue – Deutscher Wein Deutsche Küche
Callwey Verlag

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Was für ein Team! Sommelière-Legende Paula Bosch führt durch den deutschen Wein und Tim Raue, einer der besten Köche des Lands, kocht dazu. Dieses Buch habe ich ungesehn sofort bestellt und wurde nicht enttäuscht, mehr noch, meine Erwartungen wurden übertroffen. Paula Boschs Reise durch die 15 Deutschen Weinanbaugebiete, ist erhellend, lehrreich, wunderschön und reich bebildert. Die Winzerportraits versammeln große Namen und junge Talente und es fällt mir Paula Boschs Kollege Billy Wagner ein, der mal auf einer Veranstaltung in Hamburg fragte, was eigentlich guter Wein sei – und sich die Frage dann gleich selbst beantwortete: guter Wein sei Wein vom Winzer dessen Hand man geschüttelt habe. Das leistet Paula Boschs buchgewordene Weinreise: ohne überall selbst klingeln zu müssen, lernt man die Menschen hinter den Weinen in knackigen Portraits kenne und das ist mit Sicherheit auch das Verdienst von Fotograf Joerg Lehmann, der einfach alles kann, Menschen, Weinflaschen, Landschaften und Speisen. Letztere kommen von Tim Raue und seinem Küchenchef Michael Jaeger (La Soupe Populaire, Berlin), die beiden vergehen sich im Rezeptteil lustvoll an den Klassikern der Deutschen Küche, der Rezeptteil beginnt übrigens mit einem Krabbencocktail. Die Neuinterpretationen sind genial, einleuchtend und appetitlich, extrem kreativ, manchmal musste ich lachen, etwa wenn Raue Pellkartoffeln mit geräucherter Butter serviert, getoppt mit Trüffeln, nein, frittierten Kartoffelschalen-Pellen. Vieles will ich ausprobieren und nachkochen und ich widerstehe seit Wochen dem Drang, mit dem Buch unter dem Arm Weinhandlungen abzufahren. Momentan sicher DAS Buch zum Deutschen Wein. Und Raue kocht dazu. Was für ein Land!
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Japan
AT Verlag

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In Vorbereitung auf meine Japan-Reise Anfang des Jahres, habe ich nicht nur beinahe jedes Reise-Buch zur japanischen Kultur gelesen, sondern besitze seitdem die wahrscheinlich umfangreichste aktuelle, deutschsprachige Kochbuchsammlung zum Thema Japan. Eines liebe ich besonders: das Buch des Schweizer Fotografen Sylvan Müller, ist wie die japanische Küche selbst: konzentriert, voller Schönheit und Stil, puristisch mit dem Blick für das Detail, dabei wärmend, begeistern, respektvoll, durchdacht. Dieses Buch bringt Ihnen Japan näher, wie kein anderes, in appetitlichen Bildern, berührenden Portraits, Stadtansichten, Reportagen und Einsichten in japanisches Leben. Großformatig, kunstvoll, opulent, authentisch. Ein Geschenk der Buchhändlerin Regina Moths, die mir das Buch nach einer Lesung in ihrer wunderbaren Buchhandlung, Literatur Moths in München, einfach in die Hand drückte, als sie von meinen Reiseplänen erfuhr. Danke Regina! Mein “Kochbuch“ des Jahres 2015 – und soviel mehr.

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asia street food
Christian Verlag

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Auch diese Jahr stand für mich, unter anderem und weiterhin, im Zeichen des wachsenden Streetfoodtrends, das zarte Pflänzchen entwickelte sich 2015 weiter, mit allen Problemen und Chancen. Mit Sicherheit ist zu sagen, dass der Mensch sich nicht ausschließlich von Burgern, Pulled Pork und Hot Dogs ernährt und eine Rückbesinnung auf die asiatischen Wurzeln der Bewegung, neue Spannung in die Angelegenheit brächte. Vielfalt, Exotik und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, beleben das Geschäft. Und die Wiege des Streetfood steht nicht in den USA, sondern im Orient, in Asien. Insbesondere die (Strassen-)Küchen Südostasiens sind voller Ideen, Geschmäcker, Aromen und Traditionen. Das Autorenpaar Heike & Stefan Leistner erzählt von dieser Vielfalt in einem bunten, lehrreichen Bildband und Kochbuch zusammen. Dabei verließen sich die Autoren nicht aufs reine Beobachten, sie haben mit Streetfoodköchen und Asienkennern gekocht, Kochkurse vor Ort besucht, nachgefragt und gelernt. Es gab in der Vergangenheit durchaus Bemühungen, die asiatische Streetfood-Küche in Kochbüchern einzufangen, das Buch von Heike und Stefan Leistner ist dabei die erste umfassende und sehr authentische Sammlung von insgesamt 70 Rezepten aus 5 Ländern Asiens. Los geht die Reise in Vietnam mit Pho Bo, Banh mì, vietnamesischem Eiskaffee und Sommerrollen, die mittlerweile auch bei uns bekannt sind, gerade im Streetfood-Kontext. Hier aber, vor Ort fotografiert, nochmal ganz anders aussehen und schmecken, authentisch eben. Und Vietnam hat noch mehr zu bieten. Und weiter geht es, nach Kambodscha und von dort… Die Fotografien von Heike Leistner aus Thailand, Laos, Vietnam, Kambotscha, Myanmar und Malaysia sind bunt, fröhlich, köstlich, appetitlich und echt, reportagig fotografiert, dazu gibt es Geschichten von Land und Leuten, Reisetipps und Bilder-Tableaus mit Produkt- und Zutatenfotos zu Kräutern und Gewürzen, ebenfalls vor Ort fotografiert. Der dicke Band mit über 200 Seiten kommt in einem flexiblen Weichcover daher, da hätte ich diesem tollen Buch einen wertigeren Auftritt mit schützendem Hardcover gewünscht, das ist aber auch die einzige Kritik. „asia street food“ ist ein wunderbares Koch- und Lesebuch, dass lange und viel Freude machen wird und den kulinarischen Horizont erweitert – es gibt viel zu entdecken in der asiatischen Streetfoodküche. Und wer weiß, vielleicht taucht ja die ein oder andere Spezialität bald auch auf unseren Streetfoodmärkten auf, ich würde zugreifen!

Mehr zum Buch

Deutsche Küche Neu entdeckt
Gräfe und Unzer Verlag

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Und nochmal Deutschland, die deutsche Küche ist mir seit Jahren Lieblingskind und immer wieder Thema meiner Arbeit, meines Erachtens ein der unterschätztesten Länderküchen überhaupt. Den Beweis tritt (auch) Foodjournalist Matthias F. Mangold an, mit einem modernen Kochbuch zum Thema, dass ich weitab von jeder Folklore bewegt, klassische Rezepte in die Neuzeit transportiert, ohne den Blick auf die Tradition zu verlieren, und nicht zuletzt, und damit hat man mich einfach immer: deutsche Genusshandwerker vorstellt und portraitiert! Johannes King ist mit dabei, Fischmann Micha aus Berlin, Bäcker, Gärtner, Bierbrauer und Winzer. Der Fotograf, Koch und Foodstylist Silvio Knezevic aus München hat das bunte Buch fotografiert und die Rezepte mit den Foodstylisten Sven Christ, Adele Steinbeis und Moritz Preiss locker in Szene gesetzt.

Mehr zum Buch

Vom Glück gemeinsam zu essen
Christian Brandstätter Verlag

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Ja, es ist ein Glück, gemeinsam mit lieben Freunden und geschätzten Menschen am Tisch zu sitzen, gemeinsam zu kochen, zu essen, zu genießen. Getrübt wird das Gemeinschaftserlebnis allerdings immer öfter von persönlichen Ernährungsentwürfen der Teilnehmer, Allergien (echten und erdachten), Unverträglichkeiten, Moden und Trends. Die Brüder Leo & Karl Wrenkh aus Wien, habe sich der Misere angenommen, herausgekommen ist ein Kochbuch für alle und eine kleine Werkschau aus dem Wiener Kochsalon, dem Restaurant und der Kochschule der Brüder. Der bunter Rezeptemix versammelt einfache Gerichte und Menüzusammenstellung aus der Bretagne, Kuba, Japan, Israel und Irland…fotografiert hat die schöne Weltreise die Fotografin und Stylistin Susanne Spiel, Gestalterin Christine Link hilft im schönen Buch mit einer umfassenden Legend für vegetarische, vegane, laktosefreie und glutenfreie Rezepturen, die Übersicht zu behalten – damit es allen bei Tisch schmeckt.

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Koch echt
Hölker Verlag

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Mein Freund und Kollege Fabio Haebel, seines Zeichens Restaurantbesitzer (Tarterie St. Pauli), Barmann (Barschule Barwerk), Online-Video-Koch für eine Kochplattform, Weinkenner, Genießer, Topchecker und herzlicher Gastgeber, legte dieses Jahr im Hölker Verlag eines meiner absoluten Lieblingsbücher in diesem Jahr vor. Elissavet Patrikiou fotografiert das reportagig – lebendige Buch, gemeinsam erzählen die beiden Geschichten von Manufakturen und Menschen, dazu gibt es Rezepte die klar auf das gute Produkt vertrauen.In meiner Nordwestradio/Radio Bremen-Kolumne stellte ich das Buch im Frühjahr vor, hier kann man das nachhören.

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Krautkopf
Hölker Verlag

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Nochmal und nicht zuletzt, der Hölker Verlag, auch ich habe dieses Jahr eines meiner drei aktuellen Kochbücher in diesem Verlag veröffentlicht, die Doppelnennung ist aber einzig dem Umstand geschuldet, dass im Herbstprogramm des Verlages ein Buch erschien, das für mich fotographisch zu den schönsten in diesem Jahr gehört. Susann Probst und Yannic sind Foodblogger, aber eben auch professionelle Fotografen. Ihr Blog Krautkopf gibt es seit Sommer 2013, das gleichnamige Buch versammelt ausschließlich vegetarische Rezepte, die wundervoll fotografiert und mit großartigen Naturaufnahmen komplementiert wurden. Traumschön.

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Und das waren meine Lieblingskochbücher in den vergangenen Jahren:

2014
2013
2012
2011
2010

Foodbloglob 2015

Posted on | Dezember 10, 2015 | 9 Comments

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Hier ist er wieder, mein traditioneller und ganz persönlicher Rückblick auf das Foodbloggerjahr! Wie jedes Jahr auch verbunden mit dem Wunsch, nach ähnliche Beiträgen und Ihrem/Eurem persönlichen Foodbloglob im eigenen Blog! Der Hashtag #Foodbloglob2015 erleichter dabei die Auffindbarkeit.Los geht’s:

1. Bestes Foodblog 2015
Kochfreunde von Oliver Wagner! Das ist kompetent erzählte Kulinarik, in lesenswerten Texten und wunderschönen, großformatigen Bildern mit Reiseberichten, Restaurantbesprechungen, Kochbuchrezensionen, Rezepten – genial, ein Genuss. www.kochfreunde.com

2. „Immer gut“ 2015
Seit 2010 veröffentlicht Johannes J. Arens seine „ethnographischen notizen“ in seinem Blog, der Name ist Programm: Nachschlag – Esskultur in Wort und Bild. Und das Wort steht an erster Stelle und wer Freude hat an Sprache, Inhalt und Stil, an der Beschäftigung mit Kulinarik und Esskultur, der ist hier richtig.
johannesjarens.wordpress.com

3. Beste Food-Fotografie
Krautkopf – Susann Probst und Yannic Schon foodbloggen seit dem Sommer 2013, mir sind sie erst aufgefallen, als wir plötzlich Verlagskollegen waren und im Herbst ihr Krautkopf-Kochbuch bei Hölker erschien. Ich sag es ganz ehrlich, ich finde die Küchenphilosophie des Berliner Fotografenpaares manchmal einen Hauch anstrengend – aber diese Bilder!

Unfassbar schön gestaltete, komponierte Foodfotografie, detailreich und eigen. Das kann man im Blog bewundern und auf Instagram und mit dem Krautkopf-Buch haben sie zusätzlich eines der am schönsten fotografierten Kochbücher des Jahres vorgelegt.
www.kraut-kopf.de

4. Beste Foodblog-Reportage

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Ohne dass man sich abgesprochen hätte, zog es dieses Jahr viele Foodblogger nach Japan. Von dort hat Oliver Wagner grandiose Fotos mitgebracht und auf Kochfreunde.de veröffentlicht. Bildreich und lesenswert auch die noch nicht abgeschlossenen Reportagen-Reihe The Tokio Food Files von Claudia Zaltenbach auf Dinner um Acht. Auch die Kollegin KKatharina Seiser von esskultur.at war in Japan. Chez Matze besticht mit einer wahren Fleissarbeit über Sushi-Typen in Japan, ebenfalls reich bebildert. Und es sei mir zuletzt der Hinweis auf meine eigene fünfteilige Tokio-Serie auf Nutriculinary gestattet.

5. Bestes Newcomer-Blog
Da hab ich mir Hilfe geholt und die Frage einfach mal in eine Foodblogger-Community auf Facebook gegeben. Die Flut der Nennungen war für mich ebenso überraschend, wie die vielen Foodblogs, die mir wirklich alle völlig neu waren. Und wer bin ich, da jetzt eines rauszustellen, darum gibt es dieses Jahr und an dieser Stelle einfach mal alle Genannten hintereinander weg – zum selber entdecken, Apetit holen, verlieben: Foodistas,Treat yourself, Homebaking, Insane in the Kitchen, Lecker und Co, Hase im Glück, Law of baking, Dreieckchen, Pott.lecker,bake to the roots, Langenfeld isst, Kleines Kulinarikum, Frau Zuckerstein.,Kathie’s Cloud,Individualisten, Jankes Soulfood, Gaumenpoesie, Knusperstübchen, Sugar meets chili

6. Foodblog-Buch

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Erneut veröffentlichten FoodbloggerInnen fleißig und erfolgreich Kochbücher. Neben dem bereits weiter oben gelobhudelten Krautkopf-Kochbuch, gabs vor allem viel „Nachschlag“ – mit Orcide und Orhan Tangcil vom Kochdichtürkisch-Blog gelang erfolgreich die Vorsetzung der Vegetarischen Länderküchenreihe aus dem Christian Brandstätter Verlag. Herausgeberin Katharina Seiser gelang zudem das Kunststück, das nun aber mal wirklich allerletzte noch fehlende Kochbuch zum Thema Vegan zu schreiben: Immer schon vegan! Auch Lutz Geißler legte mit dem Brot Back Buch Nr. 2. nach, diesmal mit Alltagsrezepten & Tipps für naturbelassenes Brot. Von Maja Nett von Moey’s Kitchen gabs ein buntes Buch rund ums Müsli.Und weil das hier mein Foodbloglob ist und Socialmedia ganz allgemein und sowieso das neue Bloggen, erlaube ich mir hier den Hinweis auf zwei Kochbücher die hier her gehören, auch wenn die AutorInnen ohne Blog, eher in den sozialen Medien wirken, da aber nachhaltig: Freund Fabio Haebel hat mit Kochecht ein so genussreiches, wie lesenswert nachhaltiges Kochbuch veröffentlicht. Und Elissavet Patrikiou zeigt uns mit Meze das kulinarische Thessaloniki. Und nächstes Jahr kommen wieder ein paar großartige Bücher dazu, ich weiß es!

7. Beste Foodblog PR

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Erneeut muss das Jahresendlob zwingend und zum zweiten Mal an das Team von Bayern Tourismus Marketing GmbH gehen, die auch in diesem Jahr wieder zu einem mehrtägigen, so exklusiven, wie großzügigen und spannenden Food-Camp luden – organisiert von Menschen, die sich auskennen, mit „diesen Bloggern“. Diesmal wurde Regensburg und die Oberpfalz entdeckt und erkocht, das Ergebnis war und ist eine begeisterte und umfassende Berichterstattung, online in Blogs und auf allen Social-Media-Kanälen und unter dem Hastag: #fcoby

8. Extralob
Das Extralob geht in diesem Jahr an den Küchenfunk. Ohne Christian, Martin und Sven wüsste ich nicht, wie ich lange Autofahrten angenehmer gestalten könnte. Ihre kulinarischen Podcasts mit Gästen sind immer höhrenswert, aktuell und bereichernd, danke Euch!
kuechen-funk.de

9. Persönliches Foodblog-Highlight

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Extralob auch für Neuzugang Bordeaux Weine, die erstmals auf Foodblogger setzten, mit Sebastian Bordthäuser einen höchst Blogger-kompatiblen Spitzen-Sommelier und unterhaltsamen Weinwissen-Vermittler fanden, mich für die Küchenaufsicht verpflichteten und im Marieneck zu Köln am Rhein ein Foodblogger-Minicamp, einen beschwingten Wein- und Kochabend organisierten, der unter dem Hastag #bordeauxlicious nachvollzogen werden kann. Ein großer, lehrreicher und genußvoller Spaß!

Ich freu mich auf 2016, mit Ihnen, mit Euch. Geben wir der Kulinarik weiterhin tausend Stimmen!

Und das war:

Foodbloglob 2014
Foodbloglob 2013

Hilf Mahl! – eine Idee von Ulrich Tukur, die Schule machen sollte

Posted on | Dezember 4, 2015 | No Comments

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Weihnachtsfeier im Restaurant. Auf dem Weg zu den Waschräumen ein Stapel blauer Klappkarten: Hilf Mahl! steht drauf und ich erfahre, dass ich gerade in einem Restaurant esse, dass eine Initiative von Schauspieler Ulrich Tukur und Schriftstellerin Kirsten Boie unterstützt- eine Idee, die so simpel wie machbar und wirkungsvoll ist:

Wer in einem der teilnehmenden Restaurants zu Gast ist, wird per Klappkarte darüber informiert, dass seiner Rechnung der Betrag von einem 1 € hinzugefügt wird, sofern er einverstanden ist, selbstverständlich lässt sich der Betrag auch erhöhen. Die so generierten Spenden gehen zu 100 % an Hilf Mahl! und erreicht zu 100 % Organisationen die sich mit der Notsitauation von Obdachlosen in Hamburg befassen. Die Aktion läuft während der harten Wintermonate, im vergangenen Jahr kamen dabei über 20.000 Euro zusammen.

Eien Liste der teilnehmenden Restaurants in Hamburg findet sich hier, Infos zur Aktion auf der Homepage von Hilf Mahl!. Die gute Idee kommt aus London und heißt dort „streetsmart“, in Hamburg sind Ulrich Tukur und Kirsten Boie die Initiatoren, unterstützt von der ZEIT Hamburg und den Hamburger Sparkassen.

München ist bereits mit einer eigenen Aktion dabei! Eine einfache, wirkungsvolle Idee, die auch in anderen Städten Schule machen sollte.

www.hilfmahl.de
www.hilfmahlmuenchen.de

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