Neues vom Lesemittelhändler

Posted on | Juni 20, 2014 | No Comments

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Weidinger beugt sich über die stählerne Arbeitsfläche und brüllte dem Inder ins Ohr: „Aha, Sie also sprechen Deutsch, ja? Was ist für Band da? Für was gut, ja, verstehen, sprechen, ja?“
„Gut, dass Sie fragen, ist eine Salatschleuder“, der Inder spricht mit weicher Stimme und sehr langsam. „Salat hinein in Schleuder, schnell, schnell drehen, Salat trocken.“
„Und was ist mit Band?“, brüllte Weidinger, als versuche er, mit einem Tauben Kontakt aufzunehmen.
„Ah, ja, das Band, gut dass Sie fragen. Wenn Salat, immer auch kleine Tiere im Salat. Salat erst waschen, dann schleudern, dann sterben Tiere leider. Band sagt viele gute Wünsche für arme Tiere und hilfreiche Worte für Übergang in nächstes Leben. Am besten schnell, schnell drehen, dann noch mehr gute Wünsche für arme Tiere.“
„Ah, ich habs“, Strobl meldete sich aus der zweiten Reihe, „das ist so ne Art Sterbebegleitung mit integrierter Gebetsmühle!“

(“Indien”)

Es dauert mit dem Roman. Und dieses Jahr nur Kochbücher. Also fast. Im Hamburger Literatur Quickie Verlag ist jetzt Ausgabe 70 (!) der charmanten Literaturreihe im Pixiebuch-Format erschienen, darin findet sich meine neue Kurzgschichte “Indien” in der sich zwei Münchner Lebensmittelkontrolleure mit einem Spüler aus Indien anlegen. Keine gute Idee! Ebenfalls im Büchlein: die Kurzgeschichte “Tanz der Schlachter” aus meinem ersten Buch “Monsieur, der Hummer und ich“, in der geklärt wird, warum die Deutschen nicht grillen können.

AlsStrandlektüre und Lesefutter für zwischendurch zu empfehlen, wie überhaupt die kleinen Büchlein aus dem Literatur Quickie Verlag sehr schön auch als Mitbringsel oder kleine Aufmerksamkeit für Lieblingsmenschen geignet sind.

Für 2,50 Euro überall wo es Bücher gibt – fragen Sie die Buchhändler Ihres Vertrauens!

Stevan Paul
Der Tanz der Schlachter / Indien
Literatur Quickie Verlag
ISBN 978-3-942212-92-2

Sommersause (I): Angrillen – mit S’mores, Weltklasse-Ćevapčići, Schwarzrettich-Tunke und der besten Barbequesauce des Sommers

Posted on | Juni 2, 2014 | 16 Comments

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Echte Kerle dürften mit den Augen rollen, Angrillen im Juni, das ist ein bißchen wie Eisschwimmen im Mittelmeer, aber herrjeh, wir leben nun mal in Hamburg. Vergangenens Wochenende tauchte völlig überraschend eine kalte Sonne über unserer Stadt auf – herrliche sieben Grad am Freitagmorgen auf dem Isemarkt, mit klammen Fingern reichte uns der Metzger die Grillade über den Verkaufstresen: “Endlich Sommer!”

Wir also raus aufs Land, schon Nachmittags zur Freiluftkaffeetafel bei Schwägerin und Schwager im Garten, in Thermojacken wärmten wir unsere Hände an dampfenden Kaffeepötten, ab und zu sagte jemand „Juni!“ und alle lachten, ansonsten saßen wir schweigend im böigen Nordwind. Später haben wir dann den Kindern Mützen aufgesetzt, noch mehr Pullover geholt und den großen Tische der Abendsonne quer durch den Garten hinterher getragen.

Ich hatte einen Süßkartoffelsalat vorbereitet, in pikanter Tomaten-Chili-Vinaigrette, mit knackigen Gemüsen und Perlzwiebeln und außerdem meine sensationellen Ćevapčići dabei. Ich mache wirklich die besten Ćevapčići der Welt und die gehen so: ich würze reines Rinderhack mit einem Klacks scharfem Senf, Paprikapulver, Salz und Pfeffer. Soweit so gähn. Fein gewürfelte Zwiebel und Knoblauch dazu. Dann kommt der Letscho–Trick: ich püriere eine gute Menge Letscho (ein Paprika-Tomaten-Schmorgemüse ungarischer Abstammung) im Mixer grobstückig. Das Letscho kaufe ich im Glas im Balkan-Supermarkt, die haben da eine Art grobstückiges Ajvar, noch mit zusätzlich gerösteten Auberginenstücken drin – perfekt!

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Ein guter Ersatz ist das „Letscho Premium“ von der Firma Spreewaldhof, das gibt’s im Supermarkt. Ich gebe soviel stückig püriertes Letscho zum Hack, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist und sich das Fleisch gerade eben noch so formen lässt. Brot oder Brösel sind verpönt! Zugedeckt 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, dann kleine Ćevapčići formen, grillen und staunen. Butterzart gelingen die fluffigen Hackröllchen und schmecken zum wegatmen gut. Nächstes Mal mehr machen!

Ich bin ja sonst ein Freund der reinen Lehre und habe Verständnis dafür, dass echte Kulinariker sich jetzt beschweren könnten, warum ich mit Glasware arbeite, wo man doch sicher selbst ein schönes Letscho schmoren könnte, für die Frikadellenröllchen. Ja und nein. Kann man machen, schmeckt aber, ich sag mal: anders. Und meine, nicht unbedingt besser. Außerdem ist Eile geboten, wenn in Hamburg mal die Sonne scheint, da ist keine Zeit mehr für längere Koch-Arien. Und ist der Ruf erst ruiniert, kann ich ja gleich noch erzählen wie es weiter ging. Während der Schwager die Entrecôte-Steaks auf dem Grill veredelte, zog ich mein kleines Mitbringsel aus München aus der Tasche. Die vergangenen Wochen hatte ich auf einer Kochbuchproduktion in München verbracht und dort die Macher des Münchner Kindl Senf kennen gelernt. Es sei mir der Ausschwiff erlaubt: ich liebe Senf. Ganz großes Thema! Zur Zeit befinden sich in unserem Kühlschrank 9 verschiedene Senfsorten, das ist noch wenig, das führt bisweilen schon zu Spannungen in der Beziehung, wenn mal wieder ein Glas aus dem überfüllten Kühlschrank fällt. („Herrjeh! Wieviel Senf braucht ein einzelner Mensch, Stevan Paul, kommst Du mal bitte!”). Jedenfalls, der Münchner Kindl Senf ist spitze und Bio-Qualität, insbesondere der Bauernsenf von Theo Hartl gehört für mich in die Spitzenkategorie, ganz großartig.

Und wie wir da so über das Senfmachen philosophierten, der Herr Hartl und ich, öffnete Junior-Chefin Lisana Hartl eine hauseigene Barbequesauce und sagte so ein bißchen nebenbei: „Weltbeste Barbequesauce.“ Ich bin ja vorsichtig mit Superlativen und dass die beste Barbequesauce der Welt aus einer Senfmanufaktur in München kommen sollte, hielt ich schlicht für gewagt. Bis ich den Löffel erstmals in die Dirty Harry-Sauce tunkte.

Ein Knaller. Die Zutatenliste ist übersichtlich, der Geschmack vielschichtig und nuanciert, kein Vergleich zur üblichen Ketchup-Rauch-Essig-Mumpe aus dem Supermarkt. Perfektes süß-säure Verhältnis, ich schmecke reife Tomate, Piment, Nelke, eine wunderbare Pfefferschärfe im Abgang, der Rauch ist perfekt und zurückhaltend eingebunden.

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Das feine Sößchen aus München gewann 2012 in den USA den ersten Platz bei den No Bull National BBQ Championships in der Kategorie Sauces, Rubs, Marinades und rockte dieses Jahr die Bio-Fach als, kicher, Best New Product. Gut Ding will eben manchmal Weile haben, grade im eigenen Land. Sauce und Senf gibt’s im Münchner Kindl Onlinestore, auf dem Viktualienmarkt in München kann man auch probieren.

Auch der Gartenrunde schmeckte es, zum Steak gabs außerdem Blattsalate mit einer Kräuter-Vinaigrette, die Schwägerin hatte zudem eine süchtig machende Tunke aus schwarzem Rettich gemacht: geschält und fein geriebenes Rettichfleisch und ein Äpfelchen, kurz mit Salz ziehen lassen, dann trocken ausdrücken und mit Schmand und Sauerrahm verrühren. Salz, Pfeffer, Prise Zucker, Spritzer Weißweinessig = Knaller!

Für die Überraschung des Abend sorgte allerdings die Frau Nachbarin mit einer „Süßsspeise“, die bislang völlig an mir vorbei gegangen ist. Kulinarik ist ja lebenslanges Lernen und selten war ich dankbarer. Ladys & Gentlemen: S’mores!

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Das ist eine süchtig machende Frechheit aus zwei Schokoladen-überzogenen Keksen, die ich im echten Leben nicht anrühren würde, die werden mit stückiger (!) Erdnusscreme bestrichen, dazwischen klemmt dann ein am Holzstock über der Restglut weich gegrillter, leicht karamelisierte Marshmallow der beim Reinbeißen süße Fäden zieht.

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Der Kram macht absolut und sofort süchtig: „mehr als einen kann man davon allerdings nicht essen!“, mahnte die Nachbarin. Ich hatte dann am Ende des Abends insgesamt drei davon und den vierten und fünften S’more habe ich nur aus falscher Bescheidenheit nicht mehr bestellt.

Als sich auf dem Rotwein eine erste dünne Eisschicht bildete, sind wir dann rein.

Was machen die da? Hausbesuch bei einem Food-Foto-Termin

Posted on | Mai 27, 2014 | 1 Comment

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Was machen die da? – fragen sich, immer öfter die Blogger Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm, gemeinsam füllen sie das gleichnahmige Blog mit hochinteressanten Einblicken in die Berufswelten anderer Leute, fragen und fotografieren. Zum Beispiel eine medizinische Fußpflegerin, eine Fernsemoderatorin, einen Kulturjournalisten oder den Social Media Beauftragten der Hamburger Staatsbibliothek.

Und neulich haben die beiden den Fotografen Andrea Thode und mich während der Produktion der Schnellen Teller für die aktuelle Ausgabe des Effilee-Magazins besucht und uns gefragt, was wir da so machen.

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Und wir haben Rede und Antwort gestanden: wie funktioniert eigentlich Foodfotografie, wer ist Claudia und wo ist bei uns eigentlich vorne? Schummeln wir eigentlich viel bei der Arbeit, mit Haarspray, Lack und so? Und kann man eigentlich von Kochbüchern leben?

Mein Dank an Isa und Maximilian, für den Besuch, die Zeit, die Sorgfalt bei der Aufbereitung und die schönen Fotos! Ihnen und Euch viel Spaß beim Einblick in meinen Berufsalltag als Foodstylist und Kochbuchautor:

wasmachendieda.de/2014-05-27/stevan-paul-und-andrea-thode-foodstyling-und-fotografie/

Go Veggie! – meine vegetarischen Lieblingsrezepte jetzt auch für Android!

Posted on | Mai 10, 2014 | 6 Comments

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Ich weiß, dass viele von Ihnen/Euch darauf gewartet haben und im Maschinenraum wurde emsig gewerkelt: jetzt ist es soweit, Go Veggie! – mein digitales Gemüseküchen-Kochbuch mit meinen vegetarischen Lieblingsrezepten ist endlich auch für Android – Endgeräte erhältlich. Im Video gibts einen ersten optischen Eindruck und eine Übersicht zu den Funktionen.

Alle Rezepte habe ich exklusiv für diese App erdacht, ausprobiert und gekocht und zwar insgesamt 100 vollständige, vegetarische Hauptmahlzeiten(!). Von mediterranen Genüssen über die asiatisch-orientalische Gewürzküche bis hin zu rustikaler Alpenküche und regionalen Schmankerln reicht die Vielfalt der Rezepte für die schnelle Alltagsküche von einfach bis raffiniert. Alle Rezepte sind Kombinationen von viel frischem Gemüse, mit Kohlehydraten und pflanzlichen Proteinen aus Nüssen, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und Eiern.

Keine pürierten Gemüsesuppen, keine einsamen Blattsalate, keine Desserts – alles vollständige Hauptgerichte!

Zu jedem Rezept finden sich Koch- und Einkaufstipps und mindestens 2 Vorschläge für zusätzliche Rezeptvariationen, das macht: über 300 Kochmöglichkeiten und Geschmackserlebnisse.

Weitere 20 Basisrezepte erklären zusätzlich die Herstellung von aromatischen Brühen und kräftigen Saucen ganz ohne Fleisch und zeigen viele Grundzubereitungsarten. Besonders stolz bin ich auf meine dunkel-würzige Jus, die ich ohne Fleisch und Knochen zubereitet habe, die cremige Mayonnaise ohne Ei und Rahmsauce ohne Milchprodukte.

Immer standen bei der Rezeptentwicklung Geschmack, Komposition und auch die Optik im Vordergund, ich war selbst überrascht, als ich nach Durchsicht aller Rezepte feststellte, dass über 40 davon auch für die vegane Küche geeignet sind.

Während der Fotoarbeiten für die App stand Fotograf und App-Produzent Günter Beer mit der Kamera immer neben mir und hat dokumentiert, was ich an Herd und Schneidbrett mache. Wir haben Tausende von Fotos gemacht und gesichtet.

Ob schnelle Alltagsküche oder raffinierte Rezepte für Gäste: alles wird Schritt für Schritt verständlich erklärt, die zahlreichen Zubereitungsfotos sorgen dafür, dass jedes Rezept auch Kochanfängern gelingt.

Mit Go Veggie! erlernen Kochnovizen auch, wie die Protein-Lieferanten Tofu, Seitan und Tempeh köstlich zubereitet werden. Ein Glossar erklärt zusätzlich Zutaten und Begriffe.

Go Veggie! – APP

Preis: 3,99 €
Veröffentlicht von: Buenavista Studio s.l.
Idee: Stevan Paul und Günter Beer
Autor und Koch: Stevan Paul
Fotografie: Günter Beer
App Design & Produktion: Günter Beer

Link: Go Veggie!für Android bei Google play. GoVeggie! läuft ab Version 4.1

Link: Go Veggie! im App store

Kochbuch des Monats: zwei außergewöhnliche Kochbücher aus Hamburg

Posted on | Mai 5, 2014 | 5 Comments

Gleich zwei neue, ganz besondere Kochbücher möchte ich heute vorstellen, beide kommen Hamburg – meiner Wahlheimat und Schatzstadt – und beide Bücher feiern Hamburger Lieblingsorte. Eine Liebeserklärung an den Kiez, an das Stadtviertel St. Pauli und die Reeperbahn, ist „Kiezküche // St. Pauli” von Koch Sven Langanke und Fotograf John Brömstrup. Und es ist noch viel mehr, schlicht: eines der schönsten und reichsten Kochbücher, die mir in letzter Zeit untergekommen sind.

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Dieses Buch hat alles, was ich von einem modernen Kochbuch erwarte: es menschelt angenehm, zeigt die Menschen und Macher auf St. Pauli, es ist persönlich, die Fotografie ist emotional und eher reportagig, mit Ecken und Kanten und (sinnvollen) Krümmeln, es gibt viel zu sehen, zu entdecken und zu lesen auf über 200 Seiten, auf tollem dicken Papier. Alles zum Hunger kriegen und nicht satt sehen können!

Die Rezepte von „IndoChine“-Restaurant Chefkoch Sven Langanke, spannen einen weiten Bogen von Hamburger Traditionsrezepten bis zur Weltenküche die eben mit der Zeit erfreulicher Weise in so eine Hafenstadt schwappt: vom „Labskaus vom Tafelspitz“ bis „Chicken Tikka“ und „Bun Bo“ -Letztere zu finden im Kapitel „Weltklasse“ und alleine für die Kapitelüberschrift muss man das Buch lieben. Das Foodstyling (von Michaela Pfeiffer) ist dabei so angenehm beiläufig, ungekünstelt und appetitanregend, wie das nur wenigen gelingt. Man möchte sofort alles nachkochen. Punkt.

Dazu lesenswert Geschichten über den FC. St. Pauli, Einblicke in Eckkneipen jenseits der Touristenpfade und Menschen, Menschen, Menschen, Lebensläufe und Ideen, die „Guten Seelen der Nacht“. Da wird ein Elbfischer portraitiert, Viva con Agua vorgestellt, der Zusammenhang zwischen Gulasch und Erotik hergestellt und Mr. Kebab interviewt.

Hamburger stoßen zwischen den Seiten immer wieder auf Freunde und Bekannte, einige meiner Lieblingskneipen, Orte, Bars und Lieblingsmenschen habe ich im Buch wiedergefunden.

All das bunt und ansprechend von Rabea Meyer gestaltet, flockig lesen sich die Texte von Sandra Woelk und Sebastian Meissner. Ein Buch das lange nicht im Buchregal verschwinden wird. Echte Hamburger hätten sich übrigens den ganzen, langen Text gespart, hier macht man eigentlich nicht so viel Worte, gereicht hätte: „Jou, ne. Gladde eins!“

Kiezküche – Homepage & Blog
Blick ins Buch

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Nach soviel hanseatischer Euphorie hat es der zweite Band aus Hamburg eventuell etwas schwerer, das Buch „Innere Werte“ sei aber einem wahrscheinlich kleinem Kreis von wahren Feinschmeckern sehr ans Herz gelegt, der Band versammelt die besten Innereien aus der Brasserie „Café Paris“.

Ich liebe das Café Paris, die ehemalige Schlachterei ist ein wundervoll rummeliger Ort mitten in der Innenstadt, der Tag und Nacht geöffnet ist, ein Kommen, Gehen, Sehen, sehr frankophil, die Kellner herrlich herzlich-herablassend bisweilen, hier verkumpelt sich niemand mit dem Gast. Klassiker ist der Tatar, es gibt eine wechselnde Abendkarte, schöne Weine (Michel Zemour er lebe hoch!) und die beste Auswahl an Pastis außerhalb Frankreichs.

Küchenchef Thomas Pinçon und Gastronom Michael Hermes sind die Macher und in diesem Buch geben Sie Einblicke in ihr Café Paris und öffnen die Küchentür einen Spalt. Dass sie kein best of aus dem Bauch der Brasserie gemacht haben, sondern sich der Innereien-Küche verpflichtet haben, zeugt von Wagemut und Geschmack- eine Herzensangelegenheit, wie mir scheint.

Die Rezept sind ideal für Einsteiger, der größte Teil, typisch französisch, überraschend unkompliziert. Es werden Grundkenntnisse vermittelt, Gedanken zur Innereienküche. Klassiker wie gebackener Kalbskopf, panierte Kutteln, Lammnieren in Senfsauce oder hausgemachte Blutwurst, werden gut erklärt – gewürzt wird überwiegend französisch, orientalisch und manchmal auf gut deutsch, wie bei der Leber Berliner Art.

Die Fotografie (Ansgar Pudenz) ist von ansprechender Klarheit und sehr appetitlich inszeniert. Einziger Wermutstropfen: einige wenige Bilder sind, wohl beim Druck, seltsam grobkörnig-unscharf geraten – das sollte die Freude an diesem Werk aber nicht allzu sehr trüben. Messieurs! Merci beaucoup!

Innere Werte – Homepage des Verlages

Originalverkorkt-Podcast: zu Tisch und im Gespräch mit Christoph Raffelt

Posted on | April 27, 2014 | No Comments

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Der Weinkenner und Journalist Christoph Raffelt vom Originalverkorkt-Blog hat mich Anfang April zuhause besucht, im Gepäck drei spannende Flaschen Champagner aus dem Hause Pol Roger (den Brut (White Foil), den Rich, einen halbtrockenen Champagner und Pure, ohne Dosage!) dazu ein Aufnahmegerät. Ich hatte ein paar kleine Naschereien zum Thema bereitgestellt und dann haben wir geredet: wie verkostet man eigentlich Champagner und welches ist das richtige Glas dafür? Wir haben über passendes Essen zum Champagner gesprochen (Ziegengouda, Curry, Zunge!) und sind dann ganz elegant vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen.

Ein Gespräch über (Food-)Blog-Kultur und Käuflichkeit, den deutschen Gin-Boom, die persönlichen Grenzen in den Debatten um die “richtige” Ernährung, Gastromessen vs. Weinmessen und die Gemeinsamkeiten von einem French 75 Cocktail und einem Teller Spaghetti Aglio Olio. Und ganz am Ende erzähle ich, die Zunge vom Champagner gelockert, erstmals von meinem neuen Kochbuch “Auf die Hand”, das im Herbst im Christian Brandstätter Verlag erscheinen wir.

Den 120 Minuten-Podcast gibt es jetzt als Stream oder Download für Auto, Couch, Balkon und Badewanne, bei Christoph im Originalverkorkt-Blog:

http://www.originalverkorkt.de/2014/04/ovp015-zu-tisch-bei-stevan-paul-wir-trinken-champagner-sprechen-ueber-die-richtigen-speisen-dazu-und-schweifen-ab/

Neu am Kiosk: mutti

Posted on | April 10, 2014 | 7 Comments

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Lange gab es in der Rubrik “Foodmagazine” keinen Eintrag mehr, angesichts der anhaltenden Lawine eilig zusammengeklöppelter Me-too-Rezeptheftchen fehlten sogar mir die Worte. Oder auch: nicht der Rede wert. Mit mutti (Unterzeile: kocht am besten) legt die Bauer Media Group jetzt ein innovatives Foodmagazin vor, das seit gestern am Kiosk zu haben ist.

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Das junge Magazin wendet sich an Frauen und Männer zwischen 20-30 Jahren, es wurde aus der Zielgruppe selbst heraus entwickelt, von 30 JournalistenschülerInnnen der Bauer Media Akademy und das spürt, liest und sieht man aufs Angenehmste: bunt, fröhlich und unkonventinell gelingt die Annährung an “Muttis Küche”, trägt dabei deutlich auch die kreative Handschrift von Chefredakteurin Jessika Brendel, die bereits die Zeitschrift Lecker! mit zeitgemäßen Inhalten und kreativ-verspielter Bildsprache zum Dauererfolg führte. Federführend für mutti wurde Letzteres kongenial von Artdirektor Thomas Knobloch und seinem Gestaltungs-Team umgesetzt.

Ich gehöre nicht zur Zielgruppe und bin dennoch angetan: endlich mal keine schlichte Rezeptesammlung ohne Mehrwert, in mutti gibts auch endlich mal was zu lesen! (Textchefin: Swantje Ronge) Zum Beispiel Reportagen und Portraits wie das über Deutschlands jüngste Biersommelière, dem Traum vom Leben auf dem Land oder ein Bericht über Fischer in den Wellen der Beringsee – das interessiert mich.

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Es gibt Musik-Tipps zu Rezepten, Küchen-Tipps von “Mutti”, einen Blitz-Kurs über Craft Beer oder die Anleitung für den Verzehr von Schokosterhasen, samt Charakter-Typisierung des jeweiligen Schlächters. Ohne falsche Scheu gehts zur Sache, etwa wenn gekaufte Pastasauce aufgepimpt werden oder aus Küchen-Verpackungsmüll Lampen, Hocker und Seifenspender gebastelt werden. Toll! Und es menschelt angenehm – ein Heft wie eine gelungene Party in einer hochsympatischen WG-Küche.

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Außerdem natürlich: Rezepte, Rezepte, Rezepte. Die Fotografie ist überwiegend großformatig und teils extrem ansprechend (“Sweet ‘n’ Salty”, “It’s Burger time, baby”), große Klasse sind auch die lebendig fotografierten Step-Fotos mitten aus dem Leben. Besonderes Gimmick: Aussreiss-Ecken-Lesezeichen für Lieblingsrezepte. Ha!

Fazit: Alles richtig gemacht. Kauf ich wieder!

Einblicke und Infos auch online unter:

www.mutti-magazin.de

Fundstück der Woche: Wiederschlecken nach Jahrzehnten – die Rückkehr des “Grünofanten”

Posted on | April 3, 2014 | 10 Comments

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Tränen der Rührung netzen meine alten, grauen Wangen. Dass ich das noch erleben darf. Jahrzehnte habe ich gewartet. Willkommen mir, Du Tag der Freude! Wer sich mitfreuen will, folge mir ins Jahr 1975, ich war sechs Jahre alt und liebte den Grünofant, ein Vanilleeis am Stiel mit grasgrünem Waldmeisterkern und einem Waldmeistermäntelchen, welches die kalte Köstlichkeit zur Hälfte bedeckte.

Doch das Glück währte nicht lange, schon drei Jahre später wurde der Waldmeister-Vanilletraum rüde Millionen kleiner Kinderhänden entrissen, eine ganze Generation ohne Lieblingseis ins Jammertal des Lebens geschickt. Langnese nahm unseren geliebten Grünofant vom Markt!

Ob es damals schon ums kindliche Wohl besorgte Verbraucherschützer gab, verhüllt der Nebel der Geschichte, richtig gesund soll der farbintensive Synthetik-Schleck aus den 70ern aber nicht gewesen sein, zumindest insgesamt diskutabel. So schlimm kann es aber nicht gewesen sein! In den Jahren zwischen 1975 bis 1978 aß ich ungezählte Grünofanten, das Stieleis war wichtiges Werkzeug in der Erziehungsphilosophie meiner Mutter und ich war ein sehr braves Kind. Zumindest bis Langnese das Eis vom Markt nahm. Spätschäden sind meines Erachtens nicht zu beklagen, ein paar Jahre verbrachte ich noch in unbefriedigender Brauner Bär-Abhängigkeit, bis ich 1988 das Stieleisessen komplett aufgab: ich entdeckte während der Kochlehre meine ersten Eismaschine.

Ich habe den Grünen Elefanten dennoch nie vergessen. Ich schloss mich einer Gruppe Gleigesinnter an, wurde Mitglied der Facebook-Gruppe „Grünofant: Er steht uns zu!“ – ins Leben gerufen von Sascha Dornhöfer, dem Vorsitzenden der Grünofantwiederbeschaffungskomission. Die Mitglieder der Gruppe kämpfen bis heute für die flächendeckende Wiederbeschaffung des heiligen Grünofanten in der Urform von 1975.

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Gestern dann, die Nachricht schlug im Netz wie eine Bombe ein, bei Aldi wurde Eis entdeckt dass dem Grünofanten ähnlich sah, online machten erste Verkostungsnotizen die Runde, es schmecke sogar wie Grünofant, schrieben erste Testkäufer euphorisch. Sofort fuhr ich den Rechner runter, warf meine moralischen Bedenken über Bord und machte mich auf den Weg zum Preistreiber-Diskounter. Wortlos und mit schnellen Schritten lief ich zu den Tiefkühltruhen und riss noch im Laden das erste Eis aus der Verpackung.

Was soll ich sagen. Der Laden-Manager war dann doch einsichtig, nachdem ich ihn mit meiner Geschichte zu Tränen gerührt hatte und das Mucci Sun Splash Eis “Waldmeistergeschmack Vanilla” dürfte als perfektes Grünofant-Surrogat viele Kinder von damals sehr glücklich machen. Take this, Langnese!

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Indiebookday 2014 – kleiner Tipp für Kulinariker

Posted on | März 19, 2014 | 4 Comments

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“Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen.”

schreibt Daniel Beskos vom Hamburger mairisch Verlag auf der Indiebookday-Seite, mein Verleger hat den “Valentinstag für unanbhängige Verlage” im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und am 22. März ist es wieder soweit!

Und so funktioniert es:

Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen (Was Indie-Verlage sind, wird z.B. hier erklärt).

Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl mit Hashtag #Indiebookday. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

So und ich hab für Kulinariker einen kleinen Buchtipp, ebenfalls aus dem mairisch Verlag, das Buch erscheint am Indiebookday, ich war dabei ein kleines bißchen Geburtshelfer und bin ein kleines bißchen stolz. Das kam so: im Sommer 2013 schickte mir die HFBK-Studentin Sohyun Jung eines von nur 50 gedruckten Exemplaren ihrer kulinarischen Graphik Novel „Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen – eine kleine Reise in die koreanische Küche“, eine wunderschön getuschte Geschichte über Kimchi und Heimweh.

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Begeistert habe ich damals das Buch hier im Blog vorgestellt und drauf hingewiesen, das Sohyun Jung einen Verlag sucht. Dann habe ich Sohyun Jung auf den Hamburger Graphic Novel Förderpreis AFKAT aufmerksam gemacht, bei dem eine Buchveröffentlichung zu gewinnen ist. Und den hat sie dann gewonnen:

Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen – eine kleine Reise in die koreanische Küche von Sohyun Jung

Ganz egal für welches Buch aus einem kleinen Verlag Ihr Euch auch immer entscheidet – Hauptsache Ihr stürmt am 22. März die Buchhandlungen und seid dabei -ich bin gespannt!

Links zum Thema:

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Facebook-Event zum Indiebookday

Wein und Wurst – Message in a bottle in der Schlachterei Wagner

Posted on | März 17, 2014 | 4 Comments

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Es brennt noch Licht in der Hamburger Traditions-Schlachterei Wagner (seit 1902!), Kerzen funkeln hinter beschlagenen Scheiben, von drinnen bedeutet man uns den Weg zur Hintertür und dann sind wir auch schon mittendrin, im wohl ungewöhnlichsten Weinabend den zumindest ich erlebt habe. Sommelier Carsten Lade, dessen Message in a bottle Abende grundsätzlich an außergewöhnlichen Orten stattfinden, hat seine Gäste diesmal in die Metzgerei eingeladen um uns zusammen mit dem Burgunder–Kenner und Weinhändler Norbert “Nobbi” Müller die Weine des Burgunds exemplarisch nahe zu bringen. (Am nächsten Tag starteten die Fotoaufnahmen zu meinem neuen Kochbuch und Fotografin Daniela Haug aus Berlin war schon angereist und begleitete mich, danke für die Impressionen Daniela!)

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Die Wahl des Ortes ist ein Segen, denn zu den großen Weinen serviert Familie Wagner ihre Spezialitäten – und das bedeutet zuallererst mal feinste Räucherware, dafür sind Wagners berühmt. Das Fleisch kommt vom eigenen Hof, die Familie züchtet selbst Charolias- Limousin- Galloway- und Chianina Rinder, die Tiere stehen ganzjährig auf der Weide! Auch Geflügel, Lamm und Zicklein werden selbst geschlachtet und verarbeitet.

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Wagners kennen tatsächlich noch jedes Tier selbst und beim Namen: „Nicht einfach manchmal!“, sagt der Seniorchef und bringt hausgemachte Salami, hauchdünn geschnittenen Rohschinken, einen dicken Batzen Tatar mit frischen Zwiebeln für alle, dazu duftendes Weißbrot.

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Carsten Lade und Norbert Müller schenken den ersten Wein des Abends aus, ein Weißwein aus Bouzeron einer kleinen Gemeindeappellation im Nordwesten des Weinbaugebietes Côte Chalonnaise, südlich von Beaune. Hier ist die weiße Traube Aligoté zu Hause, frische zitrusartige Noten und leicht würzige Aromen prägen Traube und Wein. Der 2011 Bouzeron Aligoté Domaine A. et P. de Villaine (Domaine-Inhaber Aubert de Villaine ist gleichzeitig auch Mitinhaber und Kopf der weltberühmten Domaine de la Romanée Conti), ist ein Genuss und passt besonders gut zum Tatar.

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Die lange Tafel füllt beinahe den gesamten Verkaufsraum aus, dicht gedrängt sitzen knapp 20 fremde Menschen beisammen, die Themen Wein und Essen entwickeln hier aber eine ähnliche Schmierstoff-Funktion, wie es Gespräche über Fußball bei vielen Männern bewirken, schnell rückt man auch gedanklich und im Gespräch zusammen. Selbst aus Berlin sind Leute für den ungewöhnlichen Abend angereist („sowas hamwa bei uns nicht“), erfreulich bunt gemischt der Altersschnitt und jeder weiß was, aber niemand gibt den Besserwisser-Dozenten. Letzteres ist selten, bei Weinveranstaltungen.

Der zweite Weißwein des Abends kommt aus einer der berühmtesten Lagen Burgunds: Puligny – Montrachet. Der 2010 Puligny-Montrachet der Domaine Bachelet-Monnot ist ein klarer und frischer Chardonnay aus 20-40 Jahre alten Reben, mineralisch, straff. Eine Assemblage, lernen wir aus den Lagen „Les Meix“, „Les Corvées des Vignes“, „Noyer Brets“ und „Les Houllieres“.

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Auch der zweite Chardonnay des Abends aus der Domaine Sylvian Pataille, Marsanny-La-Côte, ist klar und frisch, ganz anders als die cremigen, fetten Chardonnays aus Kalifornien oder Neuseeland. Der 2011 „Charmes aux Prêtres“ ist ein Chardonnay aus 30 Jahren alten Rebgärten und von salzige Frische, mit dem feinen Duft von weißer Blume und Honig. Knaller!

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Die Wagners servieren dazu frischen Salat und eine rustikal Speise: eine großartige, hausgemachte Blutwurst, gebraten auf Rösti und mit Preiselbeeren getoppt – ein perfekt match!

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Jetzt geht es an die Rotweine. Beaujolais! Mit Graus entsinnt sich selbst der Laie des Beaujolais Primeur oder Nouveau, jene überwiegend schwachbrüstigen Novemberweine, die es als PR-Maßnahme für dass in qualitative Schräglage geratene Beaujolais zu beachtlichem Erfolg brachten. Heute, lernen und schmecken wir, hat sich das wieder geändert. Während der Norden mit seinen Cru Weine ( Fleurie, Brouilly, Moulin-á- Vent, Morgon…) vielen Weinfreunde längst ein Begriff ist, fehlen den Beaujolais Villages Weinen im Süden noch eine Lobby -Norbert Müller und Carsten Lade ändern das an diesem Abend.

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Beispielsweise mit dem Beaujolais Coer de Vendanges 2012, Domaine du Vissoux, hergestellt aus über 100 Jahre alten Reben in St. Vérand und Vaux, dafür erfrischend und süffig, ein herrlicher Trinkwein der keine ausdauernde Meditation braucht.

Der Pinot Noir von der Domaine Thibault Liger-Belair, der 2012 Hautes Côtes de Nuits „Clos de Prieure“ ist da schon ein anderes Kaliber, aus 30 Jahre alten Reben und auf Kalkstein/Kiesel Böden gewachsen, der Ausbau erfolgte 18 Monaten in 20% neuen Holzfässern, keine Schönung und keine Filterung. Auch der 2011 Vosne Romanée „ Aux Reas“ aus dem gleichen Weingut ist ein großartiger Pinot Noir. Mit berühmten Nachbarn, hier gedeihen u.a. auch die großen Weine der Domaine de la Romanée Conti.

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Familie Wagner serviert dazu das einzig mögliche Gericht: Bœuf bourguignon! Eine Köstlichkeit, das Fleisch ist nicht zerfallen, hat noch Biss, ohne einen Anflug von Zähigkeit. Große Kunst! Da verzeiht man auch schon mal die Tütenspätzle (als Schwabe empfehle ich ja in solchen Fällen einfach auf Salzkartoffeln umzuschwenken).

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Zum Ausklang dann doch noch der Meditationswein: Volnay 1er Cru „Caillerets“ 2008 von der Domaine Nicolas Rossignol. “Rauchig mineralischer Duft, Feste Struktur und enorme Länge, dazu anregende Frucht. Exzellent.“, steht in den Verkostungsnotizen, und während die Fachleute noch rätseln, wann die perfekte Trinkreife erreicht wäre, schenken wir nochmal nach, jetzt natürlich!

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Message in a bottle-Veranstalter Carsten Lade, der sich eh wenig um Konventionen schert und auch Interdisziplinär genießt, hat noch eine Überraschung parat und stellt uns Stephan Garbe vor, Chef, Brennmeister und Kreateur von Gin Sul, dem neuen Gin aus Hamburg. Nach Purverkostung und Tonic-Mische bin ich, gelinde gesagt, euphorisch.

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Das ist ein ganz, ganz großer Gin der da kommt, gerade erst ein paar Wochen alt die erste Abfüllung. Hocharomatisch, vielschichtig, frisch mit tiefer Zitrusnote, die kräutriger Würze klar definiert. Große Klasse, gehört ab sofort zu meinen bevorzugten Lieblings-Gins! Ganz schnell waren da die Kollegen der großartigen neuen Hamburg-Kulinaria-Seite Susies local food ich empfehle den aufschlussreichen und reich bebilderten Artikel über Hamburgs neuen Gin, seinen Macher und die Altonaer Spirituosen Manufaktur wärmstens.

13188853204_80c3948e7c_cGroßer Abend mit (v.l.n.r): Michael Wagner, Carsten Lade, Norbert Müller, Seniorchef Hans Wagner

Wir stehen alle länger noch zusammen in der alten Schlachterei, gute Abende erkennt man daran, dass man sich nur zögerlich trennt. Ein Wiedersehen gibt es garantiert beim nächsten Message in a bottle!

PS:Bezaubernd und Weinveranstaltern zur Nachahmung empfohlen: wenige Tage nach dem Abend verschickte Carsten Lade an alle Teilnehmer eine pdf mit Besprechungen und ausführlicher Charakterisierung aller Weine, dazu Preise und die Bezugsquelle. Ein formidabler Service, der schon am Abend selbst angekündigt wurde: „Sie müssen nicht mitschreiben, genießen Sie einfach die Weine.“

Links zum Thema:

Weinbühne Message in a bottle
Burgunder & Süßweine, Norbert “Nobbi” Müller
Schlachterei Wagner
Gin Sul
Daniela Haug

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