Go Veggie! – meine vegetarischen Lieblingsrezepte jetzt auch für Android!

Posted on | Mai 10, 2014 | 6 Comments

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Ich weiß, dass viele von Ihnen/Euch darauf gewartet haben und im Maschinenraum wurde emsig gewerkelt: jetzt ist es soweit, Go Veggie! – mein digitales Gemüseküchen-Kochbuch mit meinen vegetarischen Lieblingsrezepten ist endlich auch für Android – Endgeräte erhältlich. Im Video gibts einen ersten optischen Eindruck und eine Übersicht zu den Funktionen.

Alle Rezepte habe ich exklusiv für diese App erdacht, ausprobiert und gekocht und zwar insgesamt 100 vollständige, vegetarische Hauptmahlzeiten(!). Von mediterranen Genüssen über die asiatisch-orientalische Gewürzküche bis hin zu rustikaler Alpenküche und regionalen Schmankerln reicht die Vielfalt der Rezepte für die schnelle Alltagsküche von einfach bis raffiniert. Alle Rezepte sind Kombinationen von viel frischem Gemüse, mit Kohlehydraten und pflanzlichen Proteinen aus Nüssen, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und Eiern.

Keine pürierten Gemüsesuppen, keine einsamen Blattsalate, keine Desserts – alles vollständige Hauptgerichte!

Zu jedem Rezept finden sich Koch- und Einkaufstipps und mindestens 2 Vorschläge für zusätzliche Rezeptvariationen, das macht: über 300 Kochmöglichkeiten und Geschmackserlebnisse.

Weitere 20 Basisrezepte erklären zusätzlich die Herstellung von aromatischen Brühen und kräftigen Saucen ganz ohne Fleisch und zeigen viele Grundzubereitungsarten. Besonders stolz bin ich auf meine dunkel-würzige Jus, die ich ohne Fleisch und Knochen zubereitet habe, die cremige Mayonnaise ohne Ei und Rahmsauce ohne Milchprodukte.

Immer standen bei der Rezeptentwicklung Geschmack, Komposition und auch die Optik im Vordergund, ich war selbst überrascht, als ich nach Durchsicht aller Rezepte feststellte, dass über 40 davon auch für die vegane Küche geeignet sind.

Während der Fotoarbeiten für die App stand Fotograf und App-Produzent Günter Beer mit der Kamera immer neben mir und hat dokumentiert, was ich an Herd und Schneidbrett mache. Wir haben Tausende von Fotos gemacht und gesichtet.

Ob schnelle Alltagsküche oder raffinierte Rezepte für Gäste: alles wird Schritt für Schritt verständlich erklärt, die zahlreichen Zubereitungsfotos sorgen dafür, dass jedes Rezept auch Kochanfängern gelingt.

Mit Go Veggie! erlernen Kochnovizen auch, wie die Protein-Lieferanten Tofu, Seitan und Tempeh köstlich zubereitet werden. Ein Glossar erklärt zusätzlich Zutaten und Begriffe.

Go Veggie! – APP

Preis: 3,99 €
Veröffentlicht von: Buenavista Studio s.l.
Idee: Stevan Paul und Günter Beer
Autor und Koch: Stevan Paul
Fotografie: Günter Beer
App Design & Produktion: Günter Beer

Link: Go Veggie!für Android bei Google play. GoVeggie! läuft ab Version 4.1

Link: Go Veggie! im App store

Kochbuch des Monats: zwei außergewöhnliche Kochbücher aus Hamburg

Posted on | Mai 5, 2014 | 4 Comments

Gleich zwei neue, ganz besondere Kochbücher möchte ich heute vorstellen, beide kommen Hamburg – meiner Wahlheimat und Schatzstadt – und beide Bücher feiern Hamburger Lieblingsorte. Eine Liebeserklärung an den Kiez, an das Stadtviertel St. Pauli und die Reeperbahn, ist „Kiezküche // St. Pauli” von Koch Sven Langanke und Fotograf John Brömstrup. Und es ist noch viel mehr, schlicht: eines der schönsten und reichsten Kochbücher, die mir in letzter Zeit untergekommen sind.

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Dieses Buch hat alles, was ich von einem modernen Kochbuch erwarte: es menschelt angenehm, zeigt die Menschen und Macher auf St. Pauli, es ist persönlich, die Fotografie ist emotional und eher reportagig, mit Ecken und Kanten und (sinnvollen) Krümmeln, es gibt viel zu sehen, zu entdecken und zu lesen auf über 200 Seiten, auf tollem dicken Papier. Alles zum Hunger kriegen und nicht satt sehen können!

Die Rezepte von „IndoChine“-Restaurant Chefkoch Sven Langanke, spannen einen weiten Bogen von Hamburger Traditionsrezepten bis zur Weltenküche die eben mit der Zeit erfreulicher Weise in so eine Hafenstadt schwappt: vom „Labskaus vom Tafelspitz“ bis „Chicken Tikka“ und „Bun Bo“ -Letztere zu finden im Kapitel „Weltklasse“ und alleine für die Kapitelüberschrift muss man das Buch lieben. Das Foodstyling (von Michaela Pfeiffer) ist dabei so angenehm beiläufig, ungekünstelt und appetitanregend, wie das nur wenigen gelingt. Man möchte sofort alles nachkochen. Punkt.

Dazu lesenswert Geschichten über den FC. St. Pauli, Einblicke in Eckkneipen jenseits der Touristenpfade und Menschen, Menschen, Menschen, Lebensläufe und Ideen, die „Guten Seelen der Nacht“. Da wird ein Elbfischer portraitiert, Viva con Agua vorgestellt, der Zusammenhang zwischen Gulasch und Erotik hergestellt und Mr. Kebab interviewt.

Hamburger stoßen zwischen den Seiten immer wieder auf Freunde und Bekannte, einige meiner Lieblingskneipen, Orte, Bars und Lieblingsmenschen habe ich im Buch wiedergefunden.

All das bunt und ansprechend von Rabea Meyer gestaltet, flockig lesen sich die Texte von Sandra Woelk und Sebastian Meissner. Ein Buch das lange nicht im Buchregal verschwinden wird. Echte Hamburger hätten sich übrigens den ganzen, langen Text gespart, hier macht man eigentlich nicht so viel Worte, gereicht hätte: „Jou, ne. Gladde eins!“

Kiezküche – Homepage & Blog
Blick ins Buch

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Nach soviel hanseatischer Euphorie hat es der zweite Band aus Hamburg eventuell etwas schwerer, das Buch „Innere Werte“ sei aber einem wahrscheinlich kleinem Kreis von wahren Feinschmeckern sehr ans Herz gelegt, der Band versammelt die besten Innereien aus der Brasserie „Café Paris“.

Ich liebe das Café Paris, die ehemalige Schlachterei ist ein wundervoll rummeliger Ort mitten in der Innenstadt, der Tag und Nacht geöffnet ist, ein Kommen, Gehen, Sehen, sehr frankophil, die Kellner herrlich herzlich-herablassend bisweilen, hier verkumpelt sich niemand mit dem Gast. Klassiker ist der Tatar, es gibt eine wechselnde Abendkarte, schöne Weine (Michel Zemour er lebe hoch!) und die beste Auswahl an Pastis außerhalb Frankreichs.

Küchenchef Thomas Pinçon und Gastronom Michael Hermes sind die Macher und in diesem Buch geben Sie Einblicke in ihr Café Paris und öffnen die Küchentür einen Spalt. Dass sie kein best of aus dem Bauch der Brasserie gemacht haben, sondern sich der Innereien-Küche verpflichtet haben, zeugt von Wagemut und Geschmack- eine Herzensangelegenheit, wie mir scheint.

Die Rezept sind ideal für Einsteiger, der größte Teil, typisch französisch, überraschend unkompliziert. Es werden Grundkenntnisse vermittelt, Gedanken zur Innereienküche. Klassiker wie gebackener Kalbskopf, panierte Kutteln, Lammnieren in Senfsauce oder hausgemachte Blutwurst, werden gut erklärt – gewürzt wird überwiegend französisch, orientalisch und manchmal auf gut deutsch, wie bei der Leber Berliner Art.

Die Fotografie (Ansgar Pudenz) ist von ansprechender Klarheit und sehr appetitlich inszeniert. Einziger Wermutstropfen: einige wenige Bilder sind, wohl beim Druck, seltsam grobkörnig-unscharf geraten – das sollte die Freude an diesem Werk aber nicht allzu sehr trüben. Messieurs! Merci beaucoup!

Innere Werte – Homepage des Verlages

Originalverkorkt-Podcast: zu Tisch und im Gespräch mit Christoph Raffelt

Posted on | April 27, 2014 | No Comments

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Der Weinkenner und Journalist Christoph Raffelt vom Originalverkorkt-Blog hat mich Anfang April zuhause besucht, im Gepäck drei spannende Flaschen Champagner aus dem Hause Pol Roger (den Brut (White Foil), den Rich, einen halbtrockenen Champagner und Pure, ohne Dosage!) dazu ein Aufnahmegerät. Ich hatte ein paar kleine Naschereien zum Thema bereitgestellt und dann haben wir geredet: wie verkostet man eigentlich Champagner und welches ist das richtige Glas dafür? Wir haben über passendes Essen zum Champagner gesprochen (Ziegengouda, Curry, Zunge!) und sind dann ganz elegant vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen.

Ein Gespräch über (Food-)Blog-Kultur und Käuflichkeit, den deutschen Gin-Boom, die persönlichen Grenzen in den Debatten um die “richtige” Ernährung, Gastromessen vs. Weinmessen und die Gemeinsamkeiten von einem French 75 Cocktail und einem Teller Spaghetti Aglio Olio. Und ganz am Ende erzähle ich, die Zunge vom Champagner gelockert, erstmals von meinem neuen Kochbuch “Auf die Hand”, das im Herbst im Christian Brandstätter Verlag erscheinen wir.

Den 120 Minuten-Podcast gibt es jetzt als Stream oder Download für Auto, Couch, Balkon und Badewanne, bei Christoph im Originalverkorkt-Blog:

http://www.originalverkorkt.de/2014/04/ovp015-zu-tisch-bei-stevan-paul-wir-trinken-champagner-sprechen-ueber-die-richtigen-speisen-dazu-und-schweifen-ab/

Neu am Kiosk: mutti

Posted on | April 10, 2014 | 7 Comments

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Lange gab es in der Rubrik “Foodmagazine” keinen Eintrag mehr, angesichts der anhaltenden Lawine eilig zusammengeklöppelter Me-too-Rezeptheftchen fehlten sogar mir die Worte. Oder auch: nicht der Rede wert. Mit mutti (Unterzeile: kocht am besten) legt die Bauer Media Group jetzt ein innovatives Foodmagazin vor, das seit gestern am Kiosk zu haben ist.

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Das junge Magazin wendet sich an Frauen und Männer zwischen 20-30 Jahren, es wurde aus der Zielgruppe selbst heraus entwickelt, von 30 JournalistenschülerInnnen der Bauer Media Akademy und das spürt, liest und sieht man aufs Angenehmste: bunt, fröhlich und unkonventinell gelingt die Annährung an “Muttis Küche”, trägt dabei deutlich auch die kreative Handschrift von Chefredakteurin Jessika Brendel, die bereits die Zeitschrift Lecker! mit zeitgemäßen Inhalten und kreativ-verspielter Bildsprache zum Dauererfolg führte. Federführend für mutti wurde Letzteres kongenial von Artdirektor Thomas Knobloch und seinem Gestaltungs-Team umgesetzt.

Ich gehöre nicht zur Zielgruppe und bin dennoch angetan: endlich mal keine schlichte Rezeptesammlung ohne Mehrwert, in mutti gibts auch endlich mal was zu lesen! (Textchefin: Swantje Ronge) Zum Beispiel Reportagen und Portraits wie das über Deutschlands jüngste Biersommelière, dem Traum vom Leben auf dem Land oder ein Bericht über Fischer in den Wellen der Beringsee – das interessiert mich.

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Es gibt Musik-Tipps zu Rezepten, Küchen-Tipps von “Mutti”, einen Blitz-Kurs über Craft Beer oder die Anleitung für den Verzehr von Schokosterhasen, samt Charakter-Typisierung des jeweiligen Schlächters. Ohne falsche Scheu gehts zur Sache, etwa wenn gekaufte Pastasauce aufgepimpt werden oder aus Küchen-Verpackungsmüll Lampen, Hocker und Seifenspender gebastelt werden. Toll! Und es menschelt angenehm – ein Heft wie eine gelungene Party in einer hochsympatischen WG-Küche.

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Außerdem natürlich: Rezepte, Rezepte, Rezepte. Die Fotografie ist überwiegend großformatig und teils extrem ansprechend (“Sweet ‘n’ Salty”, “It’s Burger time, baby”), große Klasse sind auch die lebendig fotografierten Step-Fotos mitten aus dem Leben. Besonderes Gimmick: Aussreiss-Ecken-Lesezeichen für Lieblingsrezepte. Ha!

Fazit: Alles richtig gemacht. Kauf ich wieder!

Einblicke und Infos auch online unter:

www.mutti-magazin.de

Fundstück der Woche: Wiederschlecken nach Jahrzehnten – die Rückkehr des “Grünofanten”

Posted on | April 3, 2014 | 10 Comments

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Tränen der Rührung netzen meine alten, grauen Wangen. Dass ich das noch erleben darf. Jahrzehnte habe ich gewartet. Willkommen mir, Du Tag der Freude! Wer sich mitfreuen will, folge mir ins Jahr 1975, ich war sechs Jahre alt und liebte den Grünofant, ein Vanilleeis am Stiel mit grasgrünem Waldmeisterkern und einem Waldmeistermäntelchen, welches die kalte Köstlichkeit zur Hälfte bedeckte.

Doch das Glück währte nicht lange, schon drei Jahre später wurde der Waldmeister-Vanilletraum rüde Millionen kleiner Kinderhänden entrissen, eine ganze Generation ohne Lieblingseis ins Jammertal des Lebens geschickt. Langnese nahm unseren geliebten Grünofant vom Markt!

Ob es damals schon ums kindliche Wohl besorgte Verbraucherschützer gab, verhüllt der Nebel der Geschichte, richtig gesund soll der farbintensive Synthetik-Schleck aus den 70ern aber nicht gewesen sein, zumindest insgesamt diskutabel. So schlimm kann es aber nicht gewesen sein! In den Jahren zwischen 1975 bis 1978 aß ich ungezählte Grünofanten, das Stieleis war wichtiges Werkzeug in der Erziehungsphilosophie meiner Mutter und ich war ein sehr braves Kind. Zumindest bis Langnese das Eis vom Markt nahm. Spätschäden sind meines Erachtens nicht zu beklagen, ein paar Jahre verbrachte ich noch in unbefriedigender Brauner Bär-Abhängigkeit, bis ich 1988 das Stieleisessen komplett aufgab: ich entdeckte während der Kochlehre meine ersten Eismaschine.

Ich habe den Grünen Elefanten dennoch nie vergessen. Ich schloss mich einer Gruppe Gleigesinnter an, wurde Mitglied der Facebook-Gruppe „Grünofant: Er steht uns zu!“ – ins Leben gerufen von Sascha Dornhöfer, dem Vorsitzenden der Grünofantwiederbeschaffungskomission. Die Mitglieder der Gruppe kämpfen bis heute für die flächendeckende Wiederbeschaffung des heiligen Grünofanten in der Urform von 1975.

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Gestern dann, die Nachricht schlug im Netz wie eine Bombe ein, bei Aldi wurde Eis entdeckt dass dem Grünofanten ähnlich sah, online machten erste Verkostungsnotizen die Runde, es schmecke sogar wie Grünofant, schrieben erste Testkäufer euphorisch. Sofort fuhr ich den Rechner runter, warf meine moralischen Bedenken über Bord und machte mich auf den Weg zum Preistreiber-Diskounter. Wortlos und mit schnellen Schritten lief ich zu den Tiefkühltruhen und riss noch im Laden das erste Eis aus der Verpackung.

Was soll ich sagen. Der Laden-Manager war dann doch einsichtig, nachdem ich ihn mit meiner Geschichte zu Tränen gerührt hatte und das Mucci Sun Splash Eis “Waldmeistergeschmack Vanilla” dürfte als perfektes Grünofant-Surrogat viele Kinder von damals sehr glücklich machen. Take this, Langnese!

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Indiebookday 2014 – kleiner Tipp für Kulinariker

Posted on | März 19, 2014 | 4 Comments

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“Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen.”

schreibt Daniel Beskos vom Hamburger mairisch Verlag auf der Indiebookday-Seite, mein Verleger hat den “Valentinstag für unanbhängige Verlage” im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und am 22. März ist es wieder soweit!

Und so funktioniert es:

Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen (Was Indie-Verlage sind, wird z.B. hier erklärt).

Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl mit Hashtag #Indiebookday. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

So und ich hab für Kulinariker einen kleinen Buchtipp, ebenfalls aus dem mairisch Verlag, das Buch erscheint am Indiebookday, ich war dabei ein kleines bißchen Geburtshelfer und bin ein kleines bißchen stolz. Das kam so: im Sommer 2013 schickte mir die HFBK-Studentin Sohyun Jung eines von nur 50 gedruckten Exemplaren ihrer kulinarischen Graphik Novel „Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen – eine kleine Reise in die koreanische Küche“, eine wunderschön getuschte Geschichte über Kimchi und Heimweh.

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Begeistert habe ich damals das Buch hier im Blog vorgestellt und drauf hingewiesen, das Sohyun Jung einen Verlag sucht. Dann habe ich Sohyun Jung auf den Hamburger Graphic Novel Förderpreis AFKAT aufmerksam gemacht, bei dem eine Buchveröffentlichung zu gewinnen ist. Und den hat sie dann gewonnen:

Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen – eine kleine Reise in die koreanische Küche von Sohyun Jung

Ganz egal für welches Buch aus einem kleinen Verlag Ihr Euch auch immer entscheidet – Hauptsache Ihr stürmt am 22. März die Buchhandlungen und seid dabei -ich bin gespannt!

Links zum Thema:

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Facebook-Event zum Indiebookday

Wein und Wurst – Message in a bottle in der Schlachterei Wagner

Posted on | März 17, 2014 | 4 Comments

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Es brennt noch Licht in der Hamburger Traditions-Schlachterei Wagner (seit 1902!), Kerzen funkeln hinter beschlagenen Scheiben, von drinnen bedeutet man uns den Weg zur Hintertür und dann sind wir auch schon mittendrin, im wohl ungewöhnlichsten Weinabend den zumindest ich erlebt habe. Sommelier Carsten Lade, dessen Message in a bottle Abende grundsätzlich an außergewöhnlichen Orten stattfinden, hat seine Gäste diesmal in die Metzgerei eingeladen um uns zusammen mit dem Burgunder–Kenner und Weinhändler Norbert “Nobbi” Müller die Weine des Burgunds exemplarisch nahe zu bringen. (Am nächsten Tag starteten die Fotoaufnahmen zu meinem neuen Kochbuch und Fotografin Daniela Haug aus Berlin war schon angereist und begleitete mich, danke für die Impressionen Daniela!)

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Die Wahl des Ortes ist ein Segen, denn zu den großen Weinen serviert Familie Wagner ihre Spezialitäten – und das bedeutet zuallererst mal feinste Räucherware, dafür sind Wagners berühmt. Das Fleisch kommt vom eigenen Hof, die Familie züchtet selbst Charolias- Limousin- Galloway- und Chianina Rinder, die Tiere stehen ganzjährig auf der Weide! Auch Geflügel, Lamm und Zicklein werden selbst geschlachtet und verarbeitet.

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Wagners kennen tatsächlich noch jedes Tier selbst und beim Namen: „Nicht einfach manchmal!“, sagt der Seniorchef und bringt hausgemachte Salami, hauchdünn geschnittenen Rohschinken, einen dicken Batzen Tatar mit frischen Zwiebeln für alle, dazu duftendes Weißbrot.

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Carsten Lade und Norbert Müller schenken den ersten Wein des Abends aus, ein Weißwein aus Bouzeron einer kleinen Gemeindeappellation im Nordwesten des Weinbaugebietes Côte Chalonnaise, südlich von Beaune. Hier ist die weiße Traube Aligoté zu Hause, frische zitrusartige Noten und leicht würzige Aromen prägen Traube und Wein. Der 2011 Bouzeron Aligoté Domaine A. et P. de Villaine (Domaine-Inhaber Aubert de Villaine ist gleichzeitig auch Mitinhaber und Kopf der weltberühmten Domaine de la Romanée Conti), ist ein Genuss und passt besonders gut zum Tatar.

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Die lange Tafel füllt beinahe den gesamten Verkaufsraum aus, dicht gedrängt sitzen knapp 20 fremde Menschen beisammen, die Themen Wein und Essen entwickeln hier aber eine ähnliche Schmierstoff-Funktion, wie es Gespräche über Fußball bei vielen Männern bewirken, schnell rückt man auch gedanklich und im Gespräch zusammen. Selbst aus Berlin sind Leute für den ungewöhnlichen Abend angereist („sowas hamwa bei uns nicht“), erfreulich bunt gemischt der Altersschnitt und jeder weiß was, aber niemand gibt den Besserwisser-Dozenten. Letzteres ist selten, bei Weinveranstaltungen.

Der zweite Weißwein des Abends kommt aus einer der berühmtesten Lagen Burgunds: Puligny – Montrachet. Der 2010 Puligny-Montrachet der Domaine Bachelet-Monnot ist ein klarer und frischer Chardonnay aus 20-40 Jahre alten Reben, mineralisch, straff. Eine Assemblage, lernen wir aus den Lagen „Les Meix“, „Les Corvées des Vignes“, „Noyer Brets“ und „Les Houllieres“.

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Auch der zweite Chardonnay des Abends aus der Domaine Sylvian Pataille, Marsanny-La-Côte, ist klar und frisch, ganz anders als die cremigen, fetten Chardonnays aus Kalifornien oder Neuseeland. Der 2011 „Charmes aux Prêtres“ ist ein Chardonnay aus 30 Jahren alten Rebgärten und von salzige Frische, mit dem feinen Duft von weißer Blume und Honig. Knaller!

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Die Wagners servieren dazu frischen Salat und eine rustikal Speise: eine großartige, hausgemachte Blutwurst, gebraten auf Rösti und mit Preiselbeeren getoppt – ein perfekt match!

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Jetzt geht es an die Rotweine. Beaujolais! Mit Graus entsinnt sich selbst der Laie des Beaujolais Primeur oder Nouveau, jene überwiegend schwachbrüstigen Novemberweine, die es als PR-Maßnahme für dass in qualitative Schräglage geratene Beaujolais zu beachtlichem Erfolg brachten. Heute, lernen und schmecken wir, hat sich das wieder geändert. Während der Norden mit seinen Cru Weine ( Fleurie, Brouilly, Moulin-á- Vent, Morgon…) vielen Weinfreunde längst ein Begriff ist, fehlen den Beaujolais Villages Weinen im Süden noch eine Lobby -Norbert Müller und Carsten Lade ändern das an diesem Abend.

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Beispielsweise mit dem Beaujolais Coer de Vendanges 2012, Domaine du Vissoux, hergestellt aus über 100 Jahre alten Reben in St. Vérand und Vaux, dafür erfrischend und süffig, ein herrlicher Trinkwein der keine ausdauernde Meditation braucht.

Der Pinot Noir von der Domaine Thibault Liger-Belair, der 2012 Hautes Côtes de Nuits „Clos de Prieure“ ist da schon ein anderes Kaliber, aus 30 Jahre alten Reben und auf Kalkstein/Kiesel Böden gewachsen, der Ausbau erfolgte 18 Monaten in 20% neuen Holzfässern, keine Schönung und keine Filterung. Auch der 2011 Vosne Romanée „ Aux Reas“ aus dem gleichen Weingut ist ein großartiger Pinot Noir. Mit berühmten Nachbarn, hier gedeihen u.a. auch die großen Weine der Domaine de la Romanée Conti.

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Familie Wagner serviert dazu das einzig mögliche Gericht: Bœuf bourguignon! Eine Köstlichkeit, das Fleisch ist nicht zerfallen, hat noch Biss, ohne einen Anflug von Zähigkeit. Große Kunst! Da verzeiht man auch schon mal die Tütenspätzle (als Schwabe empfehle ich ja in solchen Fällen einfach auf Salzkartoffeln umzuschwenken).

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Zum Ausklang dann doch noch der Meditationswein: Volnay 1er Cru „Caillerets“ 2008 von der Domaine Nicolas Rossignol. “Rauchig mineralischer Duft, Feste Struktur und enorme Länge, dazu anregende Frucht. Exzellent.“, steht in den Verkostungsnotizen, und während die Fachleute noch rätseln, wann die perfekte Trinkreife erreicht wäre, schenken wir nochmal nach, jetzt natürlich!

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Message in a bottle-Veranstalter Carsten Lade, der sich eh wenig um Konventionen schert und auch Interdisziplinär genießt, hat noch eine Überraschung parat und stellt uns Stephan Garbe vor, Chef, Brennmeister und Kreateur von Gin Sul, dem neuen Gin aus Hamburg. Nach Purverkostung und Tonic-Mische bin ich, gelinde gesagt, euphorisch.

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Das ist ein ganz, ganz großer Gin der da kommt, gerade erst ein paar Wochen alt die erste Abfüllung. Hocharomatisch, vielschichtig, frisch mit tiefer Zitrusnote, die kräutriger Würze klar definiert. Große Klasse, gehört ab sofort zu meinen bevorzugten Lieblings-Gins! Ganz schnell waren da die Kollegen der großartigen neuen Hamburg-Kulinaria-Seite Susies local food ich empfehle den aufschlussreichen und reich bebilderten Artikel über Hamburgs neuen Gin, seinen Macher und die Altonaer Spirituosen Manufaktur wärmstens.

13188853204_80c3948e7c_cGroßer Abend mit (v.l.n.r): Michael Wagner, Carsten Lade, Norbert Müller, Seniorchef Hans Wagner

Wir stehen alle länger noch zusammen in der alten Schlachterei, gute Abende erkennt man daran, dass man sich nur zögerlich trennt. Ein Wiedersehen gibt es garantiert beim nächsten Message in a bottle!

PS:Bezaubernd und Weinveranstaltern zur Nachahmung empfohlen: wenige Tage nach dem Abend verschickte Carsten Lade an alle Teilnehmer eine pdf mit Besprechungen und ausführlicher Charakterisierung aller Weine, dazu Preise und die Bezugsquelle. Ein formidabler Service, der schon am Abend selbst angekündigt wurde: „Sie müssen nicht mitschreiben, genießen Sie einfach die Weine.“

Links zum Thema:

Weinbühne Message in a bottle
Burgunder & Süßweine, Norbert “Nobbi” Müller
Schlachterei Wagner
Gin Sul
Daniela Haug

Die kleine Schlaraffenland-Frühlingstour 2014 mit Livepremiere

Posted on | März 4, 2014 | 2 Comments

8040932870_6242457c81_h(Foto: Daniela Haug)

Das wird ja noch zur guten Angewohnheit! Auch dieses Jahr gibt es wieder eine klitzekleine Frühlingslesetour, diesmal mit einer Premiere: erstmals lese ich meine neue Kurzgeschichte „Indien“, die im Frühjahr im Literaturquickie Verlag erscheinen wird. Darin legen sich die gestandenen Münchner Lebensmittelkontrolleure Weidinger und Strobl mit dem indischen Spüler Ramesh Prakash an. In Obergiesing kommt es beim “Curry der Liebenden” zum Showdown.

Natürlich lese ich auch aus Schlaraffenland und zwar in München, Hamburg, Salzhausen und dem Ostseebad Dierhagen.

Für alle Lesungen hat der Vorverkauf jetzt begonnen, schnell Plätze sichern via:

19.03. Buchhandlung Hornborstel, Salzhausen
19:30 Uhr Lesung (7 €)
Reservierung

20.03. Boysen + Mauke, im JohannisContor, Hamburg
19:30 Uhr Lesung mit Abendessen (15 €)
Reservierung

22.03. Hotel Blinkfüer, Ostseebad Dierhagen
19:30 Uhr Dinnerlesung (7 Gänge / 75 €)
Reservierung

12.04. Einstein, München
19.00 Uhr Lesung (12 €, Abendessen extra)
Reservierung

Ich freu mich auf Sie und Euch!

Fundstück der Woche: Schweizer Dörrbohnen

Posted on | Februar 18, 2014 | 9 Comments

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Wenn ich auf Reisen bin, besuche ich immer auch die Supermärkte meines jeweiligen Gastlandes, nirgendwo erfährt man schneller mehr über die Ess- und Genusskultur der Menschen vor Ort. Die großen Schweizer Supermärkte rangieren da knapp hinter dem märchenhaften Schlaraffenland, was die breite und Güte des Warenangebotes angeht, ich hätte gerne ein Foto meines Gesichtsausdrucks als ich im Coop in St. Moritz/Bad ein Slow Food-Regal entdeckte, mit regionalen Spezialitäten. Auf der Kooperationsseite der Supermarktkette las ich später:

„Mit dem Angebot von Produkten aus Slow Food Presidi fördert Coop die traditionelle Herstellung von Lebensmitteln, die Schweizer Esskultur und nicht zuletzt die Vielfalt des Genusses. Die Produkte werden im Einklang mit der Natur hergestellt. Coop unterstützt den Erhalt von jahrhundertealtem Wissen über traditionelle Herstellungsverfahren einzigartiger, regionaler Spezialitäten.“

Wohlgemerkt, Coop ist eine Supermarktkette. Schweiz, Du hast es besser. Im Regal u.a. ein Baumnussöl, gelagerter Vialone Nano Reis, Linsen aus der Schweiz und ein Päckchen grüngrauer Algen. Algen? Ich sah genauer hin, das hatte ich noch nie gesehen. Schweizer Dörrbohnen las ich auf dem schönen Etikett, aus Bio-Anbau und bei 35 Grad schonend luftgetrocknet. Und noch während ich mich fragte, wer denn wohl und vor allem warum irgendwer grüne Bohnen trocken wolle, stand ich schon an der Kasse. Für 100 g der Slow Food Dörrbohnen aus Bioanbau zahlte ich knapp 10 Franken, etwa 8 Euro. Die müssen schmecken!

Neben der klitzekleinen Kochbeschreibung auf der Packung selbst, wurde ich natürlich verlässlich fündig im Schweizer Foodblog Lamiacucina, erfuhr nach weiteren Recherchen, dass ich einen wahren Schatz in den Händen hielt. Die Schweizer sind verrückt nach ihren getrockneten Grünen Bohnen, einem Schweizer Kulturgut, leider waren wohl in den vergangenen Jahren kaum noch Dörrbohnen aus heimischem Anbau erhältlich. Der überwiegende Teil der sich im Umlauf befindlichen Ware komme aus China, erklärte man mir vor Ort und es sei ein Segen, dass es jetzt wieder Schweizer Dörrbohnen zu kaufen gäbe, die aus China taugten nämlich nichts.

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Die Zubereitung der Dörrbohnen ist denkbar einfach: sie werden über Nacht in Wasser eingeweicht, dann mit in Butter geschmorten Zwiebeln (und nach Geschmack gehacktem Knoblauch) durchgeschwenkt. Für die „Berner Platte“ kommen Speck und Rippchen dazu, dann wird mit Fleischbrühe aufgegossen und alles knapp bedeckt im geschlossenen Topf oder Bräter 25-30 Minuten gegart. Die Berner Platte wird zusätzlich mit Würsten und Sauerkraut serviert. Ich habe norddeutsche Kochwürste und geräucherten Speck mitgegart, später noch mit wenig Salz, etwas Pfeffer gewürzt und frisch geschnittene Petersilie zugegeben.

Die Bohnen schmecken dann wie eine Reduktion von grüner Bohne, tief und intensiv. Sie entfalten einen einmaligen, durch die Trocknung verstärkten Geschmack und haben ein außergewöhnlichen, „fleischigen“ Biss. Kein Wunder, dass die Schweizer verrückt nach Dörrbohnen sind und diese sogar verwenden, wenn eigentlich frische Bohnen Saison haben.

Ich habe auch von einem rahmigen Dörrbohnen-Kartoffeleintopf mit Speck gehört, den mache ich das nächste Mal, die Dörrbohnen sind aus!

Weiterführende Links:

Diese Bio-Dörrbohnen aus der Schweiz habe ich mitgebracht und probiert, sie können auch online bestellt werden: bei gruenboden.ch

Alles über Dörrbohnen auf der ohnehin empfehlenswerten Seite kulinarischeserbe.ch

Kochbuch des Monats: “Zucker, Zimt und Liebe” von Virginia Horstmann

Posted on | Februar 10, 2014 | 1 Comment

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Meine Lieblingspralinen sind ja Hackbällchen. Schmandkuchen find ich gut! Mit Blattspinat, Feta und Knoblauch. Und so eine Blätterteigrolle schmeckt mir am besten mit einer würzigen Sauerkrautfüllung, mit Kümmel und Käse drin. Darum lungere ich auch nicht ganz so oft in ZuckerbäckerInnen-Blogs rum und ich glaube fast, hier im eigenen Blog gab es seit der Inbetriebnahme in 2008 nicht ein einziges, süßes Rezept.

Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass mein eigenes Talent, was die Zuckerbäckerei betrifft, schon während meiner Kochlehre in eine Sackgasse geriet und seitdem dort feststeckt. Ich hab da Defizite und tröste mich mit der haltlosen Behauptung, gute Köche könnten eben keinen Süßkram. Fakt ist: den meisten Köchen widerstrebt einfach die exakte Präzision die nötig ist, um süße Geschmackswelten zu zaubern.

Doch auch ich brauche ab und zu mal Zucker, Zimt und Liebe und ich hatte Glück: ich habe eine Frau geheiratet, die backen kann. Die Liebste sagte „ja“ zu meinem unbeholfenen Werben, wir schlossen den Bund fürs Leben und vereinbarten wortlos Arbeitsteilung in der Küche. Bei uns koch ich. Und die Liebste bäckt. Es ist herrlich!

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt in diesem kulinarischen Beziehungsgeflecht das Blog von Virginia „Jeanny“ Horstmann: „Zucker, Zimt und Liebe“. Als visueller Mensch entdeckte ich das Blog schon früh und auch im namensgleichen Buch, das jetzt im Hölker Verlag erschienen ist, begeisterte mich zuallererst die Fotografie: Schnörkellos und fokusiert, dabei warm und nie überladen, federleicht – die abgebildeten Zuckerbäckereien allesamt handwerklich perfekte, kleine Kunststücke.

Buchtrailer

Natürlich habe ich noch nie irgendwas nachgebacken. Weder aus dem Blog, noch aus dem Buch. Ich kucke nur gerne. Und die Liebste bäckt. Sehr gerne Rezepte aus Jeannys Zuckerbäckerei. Ungezählte Sonntage duftete es schon morgens wohlig warm, später gabelten wir, genussvoll schweigend, Virginia Horstmanns süße Kreationen. Ich bestehe immer auf ein zweites Stück.

Schön, dass jetzt, neben Klassikern aus dem Blog, über 50 neue, exklusiv entwickelte Rezepte, in Buchform noch größere Kreise ziehen dürften. Es ist ein tolles Buch geworden. Hardcover. Liebevoll gestaltet. Wenn man mit den Fingern über den Umschlag streicht, fühlt es sich samtig an, der Titel ist in eleganter Prägeschrift gehalten. Von den Fotos sprach ich ja schon. Die Rezepte klingen verheißungsvoll, es gibt ein Kapitel „Im Schokoladenhimmel“, es gibt „Kleine Sünden“, große Kuchen, Kekse, französische Tartes und American Pies.

Neben süßen Klassikern finden sich die Jeanny-typischen Neukreationen, die im Detail überraschen, kleine geschmackliche Schlenker, von großer Wirkung. Das Vorwort verspricht, dass alle Rezepte einfach, „ohne Patisserie-Diplom“ und ohne Profi-Werkzeug nachzubacken sind.

Ich habe das Buch dann aber vorsichtshalber doch der Liebsten geschenkt und sie heute Morgen, in Vorbereitung auf diesen Beitrag, nochmal kurz zum Buch befragt. Die Liebste ist Norddeutsche und fasst sich zudem zu früher Stunde ganz besonders kurz. Sie lobte aber „die ansprechenden Bilder“ und außerdem: „funktionieren die Rezepte“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Blick ins Buch(Link)

Zucker, Zimt und Liebe – Jeannys süße Rezepte
Jeannys süße Rezepte

ISBN: 978-3-88117-910-2
Verlag: Hölker Verlag
Seiten: 176
Format: 18,5 x 24,4 cm
24,95 €

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