NutriCulinary

gutes Essen & große Küche

Fundstück der Woche: Switch Reloaded Rach-Parodie

Es traf mich völlig unvorbereitet. Als ich das im Fernsehen gesehen habe, bin ich fast erstickt vor Lachen. Die ohnehin nicht ganz unlustige Switch Reloaded-Truppe hat sich die Sendung Rach der Restauranttester vorgenommen und was Schauspieler und Comedian Max Giermann da mit seiner Rach-Parodie abgeliefert hat, ist schlicht grandios. Via multikulinarisch.es habe ich gesehen, den Clip gibts jetzt endlich auch bei youtube, biddesehr:

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Music was my first love

Ja gut es ist ein Foodblog. Aber wie heißt es so schön: das Leben ist zu kurz, um beim Essen schlechte Musik zu hören. Oder so ähnlich. Darum habe ich mir erlaubt unter dem pathetischen Namen Music was my first love eine zweite Blogroll mit meinen Lieblings-Musikblogs auf NutriCulinary einzustellen.

Wie Foodblogs zeugen auch Musikblogs von der monothematischen aber bedingungslosen Begeisterung ihrer BetreiberInnen, sie erweitern den Fachgebiets-Horizont ungemein und verschönern das Leben allgemein ganz vorzüglich.

Die neue Musik-Linkliste findet sich am Ende der Food-Blogroll (mittlere Spalte, runterscrollen), Schwerpunkt der Musik-Blogroll sind deutschsprachige Blogs. Sie sind bunt, vielseitig und kompetent, überall gibt es so manches Download-Schmankerl zu entdecken, ich empfehle eine Rundtour.

Derweil wird es hier bei NutriCulinary in den nächsten Tagen etwas leiser, für das Sehnsucht Deutschland Magazin wandere ich in der kommenden Woche auf Reportagereise im Kaiserstuhl, danach fahre ich auf Montage in den Süden. Kulinarische Begegnungen der ungewöhnlichen Art werden natürlich dennoch wie gewohnt, tagesfrisch von unterwegs gebloggt. In der Zwischenzeit: Musik!

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Hinz&Kunzt Strassenmagazin mit neuer Literaturausgabe und Benefiz-Lesung

Zum zweiten Mal legt das Hamburger Strassenmagazin Hinz&Kunzt eine Literaturausgabe mit 15 Erzählungen vor, „junge Wilde treffen auf Bestseller-Autoren“. Erstmals sind nicht nur deutschsprachige Schriftsteller dabei, auch aus den USA, Norwegen, Schweden, Argentinien und Russland kommen die Beiträge, die Verlage und Autoren dem Strassenmagazin kostenfrei zur Verfügung stellten.

Ein umfang- und abwechslungsreiches Lesevergnügen, darin: Jussi Adler-Olsen mit einem Auszug aus seinem aktuellen Bestseller “Erbamen” und Sebastian Fitzek der mit einem Auszug aus seinem Psychothriller „Der Augensammler”, ebenfalls in den Bestellerlisten zu finden ist. Kurzgeschichten gibt es von Ina Bruchlos, Dietmar Bittrich („Das Gummibärchen-Orakel“), Andreas Münzner, Finn-Ole Heinrich, Tanja Dückers, Stevan Paul und Katrin Seddig, Doris Gercke und Todd Strasser (alias Morton Rhue, „Die Welle“).

Außerdem: ein Auszug aus den Roman „Scherbenpark“ von Alina Bronsky, die der Spiegel „die aufregendste Newcomerin der Saison“ nennt, Camilla Läckberg mit einem Auszug aus ihrem Buch „Die Totgesagten“, das zurzeit ganz vorne in den Regalen der Buchhandlungen steht und nicht zuletzt Wilhelm Genazinos Rede, die er zur Verleihung des Rinke-Preises in Hamburg hielt: „Was der Autor am Mittwoch konnte, kann er am Donnerstag nicht mehr“.

Das gesamte Heft ist im Wortsinn großartig illustriert von Künstlern der Agentur 2 agenten aus Berlin, persönlich habe ich mich sehr über die Illustration zu meinem Beitrag „Hansen“ gefreut, Martin Haakes Zeichnung spiegelt wunderbar die Geschichte und berührt.


Das Heft gibt es jetzt bei den Hinz&Kunzt Strassenverkäufern unserer Stadt und ist bei Interesse sicher auch über Hinz&Kunzt direkt zu beziehen. Das ist aber noch nicht alles: im Rahmen des Hamburger Literaturfestivals Harbourfront, gibt es am 13.09.2010 ein Hinz&Kunzt Benefiz-Lesung in der Katharinen-Kirche. Im vergangenen Jahr hatte ich das große Glück dort mit Hellmuth Karasek und Gregor Weber („Kochen ist Krieg“) lesen zu dürfen, die Kulisse ist außerordentlich imposant:

_THB3728JPGFoto:Thomas Hampel für Harbourfront

An diesem Abend lesen Dietmar Bittrich („Der König im Bordell“), Andreas Münzner: („Meine Sekretärin“), Todd Strasser („Wish u were dead“), ich werde aus meinem Buch die Geschichte „Hansen“ lesen, Sven Amtsberg moderiert. Das Harbourfront Festival veranstaltet den Abend zugunsten von Hinz&Kunzt. Der Erlös geht an das Hamburger Straßenmagazin und Karten gibt es hier:

Harbourfront Hinz&Kunzt Lesung/Vorverkauf

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Der Paloma (Tag am Meer) – Sommerdrink 2010

Seit dieser Somme sich für uns erwärmt hat, suche ich Grapefruitlimonade. Dummerweise war mir nämlich schon früh im Jahr zu Ohren gekommen, das der Drink zur Sommersause in diesem Jahr Paloma hieße, angetreten den alten Sprizz vom Thron zu stoßen. Gemunkelte Zutaten: Tequila, Grapefruitlimonade, Meersalz. Hat mich sofort überzeugt. Besonders die Verwendung von Meersalz leuchtete mir ein, eine schöne Reminiszenz an die Zeit als wir Tequila noch aus dem Stamperl soffen, nicht ohne uns vorher den Handrücken mit Haushaltssalz einzusauen und dann freiwillig eine halbe Zitronenscheibe zu verzehren. Die Musik war damals allerdings besser.

Recherchen ergaben, dass der Drink keineswegs neu, aber wohl eine Neuentdeckung war. Im Blog meines Lieblings-Barmagazin Mixology fand ich dann sogar die Ankündigung zu einem Paloma- Workshop für Bartender, Mitte August in Berlin. Da aber der deutsche Sommer ein wankelmütiger Geselle ist und ich kein Bartender bin, beschloss ich auf eigene Faust zu mixen. Um nicht ganz auf mich allein gestellt zu sein, betrieb ich vergangene Woche Betriebsspionage, besuchte meine Lieblingsbar, das Le Lion und bestellte beiläufig einen Paloma. Hat aber nicht geklappt, auch Herr Meyer hatte leider keine Grapefruitlimonade zur Hand.

Grapefruitlimonade habe ich letztendlich nur als diätische Getränk gefunden, sowas lehne ich ab. Schön, dass es doch nicht alles auf der Welt zu kaufen gibt, Liebe und Grapefruitlimo beispielsweise, sind eher schwierig. Nach eingehender Beratung im Kollegenkreis, entwickelten wir heute zum Feierabend eine eigene Rezeptur. Eine Kollegin hatte Grapefruitsaft im Bioladen erstanden, ich brachte von Zuhause Meersalz aus der Guérande und meinen besten Tequila: einen SIERRA Milenario Tequila Reposado, aus 100 % Agave de Minnellial (Blaue Agave), daran sollte es ja nun nicht scheitern. Mineralwasser gab es im Studio-Kühlschrank, der auch Eiswürfel husten kann.

Alle Getränke waren sehr gut durchgekühlt, auch die Gläser hatten wir zuvor eingefroren. Und los: Gläser (siehe Foto) mit Eiswürfeln füllen, eine Teelöffel Zucker einrieseln lassen (Zucker ist das Salz des Bartenders!) und 2-4 cl Tequila drüber gießen. Bis zu 2/3 des Glases mit Grapefruitsaft auffüllen. Mit einem langen Löffel kräftig umrühren. Und jetzt kommts: eine Prise Meersalz aufstreuen und dann mit eiskaltem, stark perlendem Mineralwasser auffüllen und sofort servieren. Da kann auch noch ein Limettenschnitz rein oder Klimbim an den Glasrand, aber eigentlich steht dieser Longdrink für sich.

Schmeckt sensationell. Sehr erfrischend, der Zucker ist kaum zu merken, würde aber fehlen wenn er nicht wäre. Gut, dass wir einen guten Tequila verwendet haben, der Milenario gibt dem Drink mit Pfeffer-, Vanille-, und Holz-Noten Rückrad und Charakter, statt nur undefiniert zu ballern. Das Meersalz ist eine Offenbarung, harmoniert perfekt mit Tequila und Grapefruitsaft, sehr komplex und vielschichtig, dabei perfekt harmonisch. Ein Drink wie ein Tag am Meer: bei jedem Schluck hört man die Brandung, feine Gischt auf Sommerhaut und die Nase im Wind.

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Neues Blog: Uebel unterwegs, von Hamburg nach Shanghai – auf dem Landweg

„Auch meinen Zug finde ich abends problemlos dort wieder, wo ich ihn vermutete, am Bahnhof nämlich, ich erkenne ihn schon von weitem am Geruch. Um 21:45 setzt er sich gar in Bewegung, unter unseren anfeuernden Rufen und kollektivem Jubelgeschrei. Es bleibt abzuwarten, bis wohin wir kommen werden.“ (Tina Uebel, Belgrad)

Tina Uebel, Hamburger Schriftstellerin (Horror Vacui, Die Wahrheit über Frankie), Literaturaktivistin und Abenteuerreisende, wurde von Hamburgs Partnerstadt Shanghai zu einem zweimonatigen Schriftstellerstipendium eingeladen. Am 1. September wird sie in Shanghai erwartet.

Tina Uebel ist aber schon vor ein paar Tagen losgefahren, denn sie nimmt die Bahn. Vom Hamburger Hauptbahnhof nach Shanghai – via Bulgarien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan nach China. Das sind ungefähr ca. 10 Länder, Sprachen, Kulturen, in etwa 7 Wochen, per Bahn. „Je nach dem.“ sagt Tina Uebel.

Sorgen müssen wir uns keine machen. Sie hat „…als Reisende einen Hang zum Kniffligen, ob in den kontroversen Ecken dieser Welt – wie z. B. Nordkorea, Kongo, Tschernobyl – oder auf Expeditionen zu den weißeren Flecken der Landkarte – wie der Dschungel Papuas oder die Berge Kamtschatkas. Sie war zu Pferd in der Mongolei unterwegs, per Hundeschlitten in Nordgrönland, mit Eisbrecher und Segelboot in der Antarktis, auf Skiern in der kanadischen und auf Snowscootern mit den Rentier-Samen in der norwegischen Arktis“

Diesmal können wir dabei sein, denn Sie bloggt von unterwegs: „noch nie gebloggt, aber andererseits: auch noch nie in Turkmenistan gewesen.“

Wer reist, muss auch essen. Auf Nachfrage versicherte mir Tina Uebel, sie werde vor Ort: “…versuchen, jederzeit zu essen, was ich nur kann!“ Spannend wir es in jedem Fall, nachzulesen in ihrem neuen Reiseblogg unter:

Blog unter: blog.goethe.de/tina-uebel-shanghai
oder via: tina-uebel.de

Unterstützt wird sie in ihrem Vorhaben vom Goethe-Institut, dem Deutsch-Chinesischen Kulturnetz und der Hamburger Kulturbehörde.

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SOS Kinderdorf Kochbuch Wettbewerb mit prominenter Jury

Gute Sache: jetzt beim SOS-Kinderdorf Österreich Kochbuchwettbewerb mitmachen und ein Kochrezept „für die ganze Familie“ einreichen. Die besten Rezepte kommen in ein SOS Kinderdorf Kochbuch, der Erlös aus dem Verkauf des Kochbuches kommt direkt den SOS-Kinderdörfern auf der ganzen Welt zugute.

Ausgewählt werden die Rezepte u.a. von Spitzenköchin Johanna Maier, TV Koch Christian Rach und Skistar Michael Walchhofer. Noch bis zum 5. September können Rezepte ganz einfach online eingereicht werden:

www.kochbuch.sos-kinderdorf.at

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The Return of Nudelsalat „alte Schule“

Werde ich auf eine Grillparty eingeladen, antworten die Gastgeber auf meine Fragen, ob denn etwas mitzubringen sei, stets mit: „Ochjo, so´n Salat von Dir wäre schön!“ Ich gerate daraufhin immer in einen selbstauferlegten Originalitätszwang. Jahrelang experimentierte ich in den Sommermonaten mit Couscous, Bulgur & Co, ausgefeilten Würzungen und exotischen Zutaten unter besonderer Berücksichtigung der Ausgewogenheit des Zusammenspiels zwischen gekochten und rohen Zutaten, zwischen süß und sauer, salzig, bitter und umami. Schön blöd.

Als mich in diesem Jahr der erste Grilleinladungsanruf ereilte, sprach plötzlich eine Stimme zu mir. Ich schwöre ich hatte den Telefonhörer schon wieder aufgelegt. Die Stimme sprach: „Nudelsalat.“
„Wer spricht bitte?“ rief ich den leeren Flur.
„Das tut nichts zur Sache. Gehe hin und mache Nudelsalat – und der Nudelsalat schmecke wie 1980.“ Derartig instruiert machte ich mich ans Werk, ich war Teil einer größeren Bestimmung, soviel war mal sicher.

Jetzt, ein paar Grillpartys später und in der Mitte dieses schönen Sommers, kann ich sagen: der Nudelsalat „alte Schule“ ist der absolute Knaller. Das erste Mal hab ich ihn noch heimlich verschämt aufs Grillbüffet geschoben, bald aber merkte ich: exotischer geht’s scheinbar gar nicht („ist das geil, kuckt mal, er hat tatsächlich echten Nudelsalat mitgebracht, ja Wahnsinn, cool Alter!“) und die Leute sind alle sehr schnell süchtig nach dem Nudelsalat „alte Schule“. So ein Rezept darf man nicht für sich behalten.

Nudelsalat „alte Schule“

Für 6-8 Personen

2 frische rote Paprika
100 g eingelegte rote Paprika
80 g Gewürzgürkchen aus dem Glas
1 Dose Mais (425 g EW)
2 Eigelb (Größe M, absolut frisch)
1 El scharfer Senf
1 Tl Meerrettich
1 Tl Weißweinessig
Salz
250 ml Pflanzenöl
100 g Sahnejoghurt
300 g Spiralnudeln
300 g Erbsen (TK)
4 Frühlingszwiebeln
Pfeffer
Paprikapulver, edelsüß
Worchester Sauce

1. Paprika mit einem Sparschäler schälen, entkernen, grob würfeln, eingelegte Paprika ebenfalls grob würfeln, Gewürzgürkchen in Rädchen schneiden, Mais abgießen. Alles vermengen und kalt stellen.

2. Für die Mayonnaise müssen alle Zutaten Zimmertemperatur haben: Eigelb mit Senf, Meerrettich und Essig verrühren, kräftig salzen. Das Öl erst Tröpfchenweise dann in dünnem Strahl unterrühren, bis eine dickliche Mayonnaise entstanden ist. Mayonnaise mit Joghurt glatt rühren und mit den Gemüsen vermengen. Zugedeckt kalt stellen.

3. Nudeln nach Packungsanweisung garen (Achtung: Nudeln für Nudelsalat „alte Schule“ dürfen niemals Biss haben, sondern müssen sehr weich gekocht sein). Erbsen die letzten drei Minuten mitkochen. Abgießen und kalt abschrecken.

4. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und mit den abgetropften kalten Nudeln und Erbsen unter den Salat mischen. Den Salat jetzt nach Geschmack kräftig mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Essig, Worchester Sauce, Senf, Meerrettich und etwas Gewürzgurkenwasser abschmecken.

5. Den Salat gut durchgekühlt servieren und nicht allzu lange in der Wärme stehen lassen. Letzteres erledigt sich aber gewöhnlich durch die Gäste.

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Lehrzeit-Lebensweisheiten

Sinnspruchopfer, Ende der Achtziger

Im fröhlichen Rund mit ein paar Gastro-Haudegen erinnerten wir uns gestern Abend unserer Lehrjahre. Es wurde viel gelacht. Besonders vergnüglich geriet die Erinnerung an unzählige Sinnsprüche und Lebensweisheiten, mit denen unsere Lehrherren uns damals bundesländerübergreifend, kollektiv und unermüdlich eindeckten. Oft selbst gehört:

„Wie es auf Deinem Arbeitsposten aussieht, so sieht es in Deinem Kopf aus!“

Noch heute fällt mir immer der Spruch ein, wenn ich mich beim Kochen mal wieder komplett selbst zugemüllt habe. Neben Klassikern wie

„Augenmaß und Handgewicht, sind des Koches erste Pflicht!“

oder

„Alle Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen.“,

galt die ständige Sorge der Betriebsleitung, während meiner Lehrzeit im Schwäbischen, der Beziehung zwischen Köchen und Servicepersonal. Oberstes Gebot:

„Schaffe, schaffe, Häusle baue, und net nach de Mädle schaue.“

In diesem Zusammenhang häufig repetierte Benimm-Propaganda:

„Ein kluger Fuchs jagt nicht im eigenen Bau!“

Zudem hatte zumindest mein Lehrherr ganz konkrete Vorstellungen vom Alltag seiner Lehrlinge:

„Das Lehrgeld ist in Kochbücher anzulegen. Die Zimmerstunde, wie überhaupt jegliche Freizeit, ist dem Studium der Kochbücher zu widmen.“

Auch das Mitschreiben von Rezepturen wurde sinnfällig, kurz und bündig zusammengereimt:

„Wer schreibt dem bleibt.“

Gibt e das eigentlich heute noch? Reimende Arbeitgeber zum Wohle der Generation Praktikum, Erbauungsprosa fürs arbeitende Jungvolk?

Und mit welchen Sprüchen hat man Sie während der Ausbildung beglückt?
Da können wir doch sicher alle noch was lernen!

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Unterwegs: Grimme Online Award 2010, Köln

Einen Grimme Online Award gab es dann doch nicht für NutriCulinary, die zwei Tage die ich anlässlich der Verleihung des Online-Publizistikpreises in Köln verbrachte, waren allerdings ausgezeichnet. Nicht erst bei der Preisverleihung, schon am Abend zuvor wurde mir wieder einmal bewusst, was mich so begeistert an der Online-Kommunikation, an den netzmedialen Möglichkeiten, am Bloggen selbst: es bringt Menschen zusammen.

Die Lesung

Einen Tag vor der Preisverleihung reiste ich in Köln an und hatte so meine Bedenken. Kaum ein Literaturveranstalter käme auf die Idee, einen eher unbekannten Autor an einem lauschigen Sommerabend, und gegen ein WM Fußballspiel (Portugal : Spanien), auftreten zu lassen. Foodblogger-Kollege Torsten vom Allem Anfang…-Blog ging genau dieses Wagnis mutig ein. Als er von meiner Grimme-Preis-Nominierung erfuhr, überzeugte er Marco Kramer und Andreas Prophet von der Marien-Eck-Kochschule von der Dringlichkeit gemeinsam einen Menü-Leseabend zu gestalten und lud mich ein, mein Buch Monsieur, der Hummer und ich in Köln vorzustellen.

Schwer wog der Kranz aus Vorschusslorbeeren auf meinem Kopf, würde da überhaupt jemand kommen? Es kamen über 40 Gäste ins wunderschöne Marien-Eck, genossen an langen Tafeln das leichte Sommermenü (Griechischer Salat mit Skordalia, Fritto Misto mit Röstkartoffeln und Thunfischcreme, saftiger Birnenkuchen mit Ziegenfrischkäse-Creme), eisgekühlte Weißweine, gehaltvolle Rote und perlendes Flaschenbier. Das Lese-Menü zu meinem Buch ist, aus dramaturgischen Gründen, stets das gleiche, nur immer individuell interpretiert vom Chefkoch vor Ort. Andreas Prophet servierte eine ungemein elegante und sommerfrische Version, perfekt gewürzt und aromatisch.

Das Kölner Publikum gilt bis auf weiteres als mein Lieblingspublikum, ohne die geringste Aufwärmphase, wurde hier viel gelacht und kräftig geklatscht, sogar mit Zugabe, danke dafür! Und mein Dank an Euch Torsten, Marco und Andreas für Euer Vertrauen, die Einladung und die damit verbundenen Mühen! (in Torstens Blog gibt es eine ausführliche Nachlese, er stellte mir auch alle Bilder des Abends für diesen Blogbeitrag zur Verfügung).

Die Grimme Online Award 2010 Verleihung

Der Sommer hatte noch mal zugelegt und um nicht sofort durchzuschwitzen liefen die Liebste und ich den kurzen Fußweg vom Hotel zum Veranstaltungsort im Schneckentempo. So richtig rein in die Vulkanhalle wollte dann auch erstmal niemand. Bei warmem Sekt gab es viel zu sehen im Vorhof. Was den Begriff Abendgarderobe betrifft, da zeigten die Besucher der Grimme Online Awards eine so begrüßens- wie bemerkenswerte Interpretationsbandbreite.

Der Limousinen-Service entlud immer neue Prominenz vor dem roten Teppich, fasziniert betrachtete ich die mir eher unbekannten Berühmtheiten beim Posing für die Fotografen, derweil mir die Liebste die Namen der auftretenden Gäste soufflierte.

Miriam Pielhau und Jasmin Schwiers, Foto: Jens Becker für Grimme Online Awards

Oliver Welke und Ralph Caspers erkannte ich beinahe sofort. Sehr gefreut habe ich mich über Helmut Zerlett, dessen Arbeit ich sehr schätze und der an diesem Abend eine sehr schöne Hose mit Waden-Reißverschlüssen trug, die mich stark an meine Jugend in den Achtzigern erinnerte. Herr Zerlett und ich wechselten dann zeitgleich von warmem Sekt auf kaltes Kölsch.

Jana Pallaske und Helmut Zerlet, Foto: Jens Becker für Grimme Online Awards

Irgendwann wurden dann auch wir erkannt, und zwar von Miss Caro. Carolin Buchheim kennt sehr viele Menschen, herzlich und strahlend stellte sie die Nominierten einander vor, brachte die Blogger zusammen die sich noch nicht kannten. Daraus resultierte dann jener Tisch im inneren der Verleihungs-Sauna, an dem wir einen schönen, bereichernden Abend verbrachten. Moderatorin Miriam Pielhau erklärte dem Publikum dermaßen ausdauernd und bildreich die im Saal herrschende Gluthitze, dass sich für diesen Blogeintrag jede weiter Zeile zum Thema verbietet.

Smilla Dankert (anders-anziehen) / Carolin Buchheim (bloggold), Foto: Jens Becker für Grimme Online Awards

Gleich in der erste Rubrik „Kultur und Unterhaltung“ war auch NutriCulinary nominiert, in dieser Rubrik wurde nur ein Preis vergeben und der ging an frischfilm, die Kurzfilmplattform des Schweizer Fernsehens. Ich atmete auf und genoss den Rest des Abends. Die Nominierung meines kleinen Blogs war schon eine ziemliche Überraschung, ich hatte dabei aber immer das gute Gefühl nicht allein für mein Angebot, sondern stellvertretend für die wachsende Zahl an Foodblogs dabei zu sein, die mittlerweile eine deutliche Relevanz innerhalb des Netzes und über den Onlinebereich hinaus gewonnen haben. Fachblogs werden immer populärer und in diesem Zusammenhang erfahren insbesondere Food- und Modeblogs gerade eine deutliche Aufmerksamkeitssteigerung, auch in den klassischen Medien. Ich glaube, dass die Grimme Online Awards dieser Entwicklung mit den Nominierung von NutriCulinary und dem wunderbaren Modeblog anders anziehen Rechnung getragen haben. Und das freut mich sehr.

Uwe Kammann, Direktor Adolf-Grimme Institut, Foto: Jens Becker für Grimme Online Awards

Gewonnen haben andere Formate, deutlich wurden in diesem Jahr die großen, aufwendig und in Gemeinschaftsleitung durch Teams und Redaktionen erstellte Portale und Angebote mit Magazincharakter prämiert. Ohne Frage allesamt preiswürdige Formate, die klassischen Blogs, die Einzelkämpferseite, wie beispielsweise das von mir favorisierte Blog not quite like beethoven, gingen leer aus. Schlechte Stimmung kam aber nicht auf an den Blogger-Tischen, es galt die Nominierung gebührend zu feiern, große Gemeinschaftsteller mit gemischter Büffetware herangeschleppt, eine Faust voll Gabeln dazu, pragmatisch und familiär. Über das Büffet vermag ich wenig zu sagen, ich esse nie an Büffets, Essen vom Büffet ist mir einfach zu Öffentlich. Zudem gehe ich niemals hungrig auf offizielle Abendveranstaltungen, beuge so unnötigen Wartezeiten vor Büffets und schlechtlaunigen Hungeranfällen vor. Bei Bier, Wein und unfassbaren Mengen Mineralwasser („ich hab jetzt schon zwei Liter getrunken und muss immer noch nicht aufs Klo“) gab es interessante Gespräche und spannende Begegnungen, der DJ spielte schöne Lieder, an größere Bewegungen war aber nicht mehr zu denken. Gegen Mitternacht schickte uns die Hitze dann hinaus und heim.

Grimme Online Awards 2010:

alle Preisträger

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Schwäbische Alb: Die Natur-Netzwerker

Für das Reisemagazin Sehnsucht Deutschland war ich im Frühsommer auf der Schwäbischen Alb unterwegs. In der UNESCO Biosphäre habe ich mich auf die Spuren der Alb-Linsen begeben, eine Schneckenzucht besucht und bin mit Albwiesenlämmern gewandert.

Bio-Pionier Mammel mit jahrzentelang verschollenen Linsensorten

Beeindrucken war auch die Begegnung mit Willi Wolf, dem schwäbischen Cowoby und seinen 200 Albbüffeln. Ich habe Albbüffelmozarella gegessen und frische Bachforellen, schwäbischen Whisky getrunken und im Freiluftmuseeum gelernt wie denkmalgeschützte Häuser in Gänze und komplett umziehen können.

Willi Wolf, der schwäbische Cowboy und sein liebes Vieh

Ich hatte Höhenangst auf einem schwankenden Stahlturm und war tiefenentspannt in der Wimsener Höhle, der einzigen, mit einem Boot befahrbare Höhle Mitteleuropas. Eine Online-Version meines Artikels ist jetzt auf sehnsuchtdeutschland.com nachzulesen.

Das Heft mit weiteren Reisereportagen aus Deutschland, allen Adressen, Tipps und kulinarischen Empfehlungen findet sich im gut sortierten Kiosk.

Zum Beitrag:
Die Naturnetzwerker auf der Schwäbischen Alb

Das Heft:
Sehnsucht Deutschland

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