Auf eine Tasse Kaffee mit Gabriele Galimberti
Posted on | Februar 26, 2013 | No Comments
Foto: Gabriele Galimberti für illy
Der Mann der da oben große Sprünge macht, ist der renommierte Fotograf Gabriele Galimberti, der als “Couchsurfer” die Welt bereiste und Menschen auf ihren Sofas fotografierte. Menschen stehen im Vordergrund der Arbeiten Galimbertis, eine meiner Lieblingsstrecken von ihm ist “Delicatessen with love“, stolze Großmütter aus aller Welt präsentieren eine Leibspeise ihrer Heimat. Sehenswert!
In Kooperaton mit Kaffeeröster illycaffè wird nun aus CouchSurfing: CoffeSurfing! Im Mitelpunkt steht dabei nicht mehr das Sofa, sondern eine Tasse Kaffee – verbunden mit dem Glück, dass eine solche Tasse bedeuten kann. Der Clou: jeder der eine Geschichte “Kaffee-Glück” zu erzählen hat, kann Gabriele Galimberti einladen – entweder nachhause oder an einen Ort, mit dem der Gastgeber etwas verbindet, um dort mit dem Fotografen bei einer dampfenden Tasse Kaffee ein paar Fotos zu machen.
Man muss sich dazu in der Online Community Circolo illy anmelden, seine individuelle Kaffee-Glücksgeschichte auf coffeesurfing.illy.com erzählen (Die Bedienleiste versteckt sich ganz oben an der Seite). Der Fotograf besucht dann die ausgewählten Teilnehmer und erstellt ein Portrait, dass auf der Webseite veröffentlicht und in die Bildergalerie des Fotografen aufgenommen wird.
Einige Coffesurfer-Geschichten und Portraits finden sich schon auf der Seite. Gabriele Galimberti fotografiert übrigens vom 7.-11. März in Köln, vom 12.-17. März in Berlin und vom 23.-25. März in Wien!
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Go Veggie! – meine neue vegetarische Küche jetzt auch als ebook (Blick ins Buch)
Posted on | Februar 23, 2013 | 2 Comments
Auf Ihrer Fertig-Lasagne sind die Kalorien plötzlich in PS angegeben? Das ist natürlich verwirrend. Völlig ohne Fleisch kommt dagegen Go Veggie! aus: der Fotograf und App-Produzent Günter Beer hat im Maschinenraum gezaubert, jetzt ist meine Kochbuch-App der vegetarischen Küche auch als ebook für Kindle und mac zu haben.
Alle Rezepte habe ich exklusiv für Go Veggie! erdacht, ausprobiert und gekocht und zwar insgesamt 100 vollständige, vegetarische Hauptmahlzeiten(!). Weitere 20 Basisrezepte erklären zusätzlich die Herstellung von aromatischen Brühen und kräftigen Saucen, zeigen viele Grundzubereitungsarten: Jus ohne Fleisch und Knochen, Rahmsaucen ohne Milchprodukte und Mayonnaise ohne Ei.
Von mediterranen Genüssen über die asiatisch-orientalische Gewürzküche bis hin zu rustikaler Alpenküche und regionalen Schmankerln reicht die Vielfalt der Rezepte für die schnelle Alltagsküche von einfach bis raffiniert. Alle Rezepte sind Kombinationen von viel frischem Gemüse, mit Kohlehydraten und pflanzlichen Proteinen aus Nüssen, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und Eiern.
Zu jedem Rezept finden sich Koch- und Einkaufstipps und mindestens zwei Vorschläge für zusätzliche Rezeptvariationen, das macht: über 300 Kochmöglichkeiten und Geschmackserlebnisse. Ob schnelle Alltagsküche oder raffinierte Rezepte für Gäste: alles wird Schritt für Schritt verständlich erklärt, die zahlreichen Zubereitungsfotos sorgen dafür, dass jedes Rezept auch Kochanfängern gelingt. Go Veggie! zeigt auch, wie Tofu, Seitan und Tempeh köstlich zubereitet werden. Ein Glossar erklärt zusätzlich Zutaten und Begriffe.
Auf Amazon gibt es die Möglichkeit, einen Blick ins Buch zu werfen, ich wünsche schonmal guten Appetit:
Go Veggie! Die neue vegetarische Küche (Kindle Edition)
von Stevan Paul, Günter Beer
8,90€
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 12220 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 824 Seiten
Verlag: Buenavista Studio s.l.; Auflage: 1.0 (4. November 2012)
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Extraklasse Kochbuch: “Die Stadt kocht-Das Berlin Kochbuch”
Posted on | Februar 20, 2013 | 8 Comments

Neulich ist mir ein bißchen die Hutschur geplatzt, beim Versuch die neuste Ausgabe des wunderbaren Kulinariker-Magazin “Le Schicken” aus Berlin hier in Hamburg zu erstehen. Die Zeitungshändler verstanden alle nur Bahnhof, dabei sollte es das Heft genau da geben, am Bahnhof. Von wegen! Oder weggekauft, die heiße Ware. Ich also kleine Weltenlaufermüdung am Gleis geschoben, dann Nachhause und online das neue Heft und alle jemals erschienenen Hefte direkt bei Le Schicken bestellt.
Schnell kam das Paket und Herausgeber Florina Bolk hatte der umfangreichen Lektüre noch ein Kochbuch beigelegt, “Die Stadt kocht-Das Berlin Kochbuch“. War mir völlig neu. Ist auch neu und – ich machs jetzt erstmal kurz: ein großartiges Buch! Lang hat mich kein Kochbuch mehr so begeistert. “Die Stadt kocht” ist eine Reise in den Bauch von Berlin, eine Momentaufnahme, eine Vorstellung der Köche und Charaktere, der Produzenten und Protagonisten die derzeit an den Töpfen und Pfannen der Hauptstadt stehen.
Florian Bolk (Fotografie) und Eva – Maria Hilker (Redaktion) haben sich in Kiezküchen umgesehen und in Sterneläden, haben berühmte Köche, stille Genießer und kulinarische Querdenker getroffen und befragt, mundwässernde Rezepte notiert und alles in lebendigen Bildern festgehalten, es gibt viel zu sehen, noch mehr zu lesen, zu kochen und insgesamt viel zu entdecken.

Spannend, die berühmten Küchenchefs, Gastronomen und Macher der Hauptstadt mal näher kennen zu lernen, mehr über ihre Philosophie zu erfahren – und Rezept zum daheim ausprobieren sind überall eingefügt – thematisch grenzenlos und von unterschiedlichster Art und Anspruch, so wie die Küchen aus denen die Rezepte kommen. Tim Raue ist natürlich dabei, der von mir sehr geschätzte Marco Müller, Kolja Kleeberg, Christian Lohse… viele große Küchenchefs, aber eben auch kleinere, spannende Läden und Projekte mit Köchen und Produzenten, die zumindest von mir erst noch entdeckt werden müssen. Da trifft Haute Cuisine auf Garküchen-Power, dass es eine Freude ist.
Das Buch macht einen unbändigen Appetit auf Berlin. Wenn ich das nächste Mal am Bahnhof bin, kauf ich mir einfach einen Fahrtkarte, das Kochbuch im Gepäck.
Blick ins Buch: http://www.le-schicken.de/kochbuch/index.html
Florian Bolk & Eva-Maria Hilker
“Die Stadt kocht – Das Berlin-Kochbuch”
Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Verlag: Le Schicken (1. Januar 2013)
19,50 €
Tags: Berlin Kochbuch > Die Stadt kocht > Eva Maria Hilker > Florian Bolk > Le Schicken
Jetzt (noch) am Kiosk: Dummy *37 – Essen & Trinken
Posted on | Februar 9, 2013 | 3 Comments

Seit die Beschäftigung mit Kulinarik groß in Mode gekommen ist, gönnen sich immer öfter Magazine eine (Sonder-)Ausgabe zum Thema. Auch in der aktuellen Ausgabe von DUMMY, dem unabhängige Gesellschaftsmagazin, geht es um Essen und Trinken. Verspricht zumindest der Titel, die Beschäftigung mit dem Thema fällt allerdings vollkommen anders aus, als sonst üblich. Es ist als habe die Redaktion beschlossen, die “dunkle Seite der Kulinarik” herauf zu beschwören – und das ist ausserordentlich gelungen.
Los geht es mit einem ziemlich langweiligen Jürgen Dollase-Interview, der Großkritiker ergreift die Gelegenheit, sein wohlbekanntes kulinarische Weltbild über vier Seiten darzulegen. Dann aber nimmt das Heft Fahrt auf und es folgt ein Reigen äusserst interessanter Beiträge, die allerdings geeignet sind, zartbesaiteten Genießern den Appetit gründlich zu verderben. Als da wären: Eine Fotostrecke mit komatös betrunkenen Japanern, ein Beitrag über Kanibalismus, die wirklich sensationelle Geschichte des Weinfälschers Rudy Kurniawan und ein Beitrag über den ersten Völkermord der Deutschen (1904/05), die Auslöschung der Herero in der Halbwüste Omaheke, Zehntausende verdursteten in der von den Deutschen umstellten Wüste.
Zur Erholung gibt es eine außergewöhnlich schöne Fotostrecke über Hochseefischer, dann wirds wieder heftig: beim Besuch eines nordkoreanischen Restaurants werden verwesende Rindfleischklößchen und Hundesuppe serviert. Es folgt ein Beitrag über die Zwangsmast junger Mädchen in Mauretanien, die Männer dort lieben dicke Frauen. Weiter geht es mit Bildern vom Alltags-Alkoholismus in der DDR, Vielfrass-Wettkämpfe in den USA. Dem Bericht über die Magersucht des ehemaligen Journalisten und Telekom-Sprechers Christian Frommert, folgt ein Beitrag zur “Kultur des Hungerstreiks” und wer dann noch den Artikel über Schlachthäuser in Indien schafft, dem wird spätestens bei den großformatig Fotografien von Chris Jordan schlecht: Bilder verweste Vogelkadaver und ihrer Mageninhalte (Plastik, Abfall, Plastik).
Sie könnenn noch? Nach einer Alkoholiker-Beichte die so garnichts mit der von Jenny Elvers-Elbertzhagen auf RTL zu tun hat, informiert auf der letzten Seite des Heftes Thomas Mann persönlich von “Überstarken Darmwinden” und beunruhigend schwere Entleerungen.
Schlimm. Das Heft ist eine Zumutung. Der interessanteren Art. Die Weingeschichte, die Hochsee-Fotos und die Indien-Reportage lohnen leider alleine schon den Kauf.
Für Hartgesottenen noch bis zum 18. März zum Preis von 6 € (D) am wohlsortierten Kiosk.
“Halts Maultäschle” – die Bilder
Posted on | Februar 1, 2013 | 4 Comments

Gemeinsam hatten Fabio Haeble und ich am vergangenen Sonntag zum großen “Halts Maultäschle”- Abend in Fabios Tarterie St. Pauli eingeladen, dort wo sonst überwiegend französische Köstlichkeiten aufgetischt werden, feierten wir die schwäbisch-badische Freundschaft mit Maultaschen-Variationen. Die 43 Plätze waren über Facebook in nur drei Stunden ausverkauft, die Vorbereitungen nahmen zwei Tage in Anspruch.

Wir haben alles selbst gemacht: aus gerösteten Knochen, Gemüsen und Suppenfleisch eine eigene Brühe angesetzt, 12,5 kg Kartoffeln gekocht, gepellt, geschnippelt und zu Kartoffelsalat verarbeitet. Wir haben 6,5 kg Kalbfleisch pariert und gewolft und mit 2 kg feinem Brät und 5 kg frischem Spinat zu einer Füllung verarbeitet, die wir in 3,5 kg Nudelteig versteckt haben – insgesamt haben wir 180 Maultaschen gefaltet und in Variation auf die Teller gebracht.
Dazu servierten wir 12 Flaschen Müller-Thurgau Stadt Lahr 2011 trocken und 14 Flaschen Trollinger von Schnaitmann 2011 trocken und 1 Flasche Williams Christ Weingut Salwey, Baden. Ein Abend für und unter Freunden, in schönen Bildern festgehalten von Daniela Haug aus Berlin. Danke Daniela!

Tags: Daniela Haug > Fabio Haebel > Halts Maultäschle > Tarteri St. Pauli
Das (Koch)-Fernsehen der Zukunft? – Jamie Oliver startet eigenen Videokanal auf YouTube
Posted on | Januar 30, 2013 | 2 Comments
Macht jetzt sein eigenes Fernsehen: Jamie Oliver (2008 in Hamburg)
Diese Woche gab es Zahlen zum unguten Gefühl, dass sich nun faktisch bestätigt hat: Deutschland ist ein YouTube-Entwicklungsland. 7 von 10 Videos der Plattform, können in Deutschland nicht gesehen werden. Von den 1000 weltweit beliebtesten Videos können unfassbare 61,5 % in Deutschland nicht so ohne Weiteres angeschaut werden, weil YouTube davon ausgehen muss, dass die Musikrechte ganz eventuell bei der Musikverwertungsgesellschaft GEMA liegen. Mit weitem Abstand folgen auf den weiteren Plätzen u.a. der Südsudan, Grönland und Afghanistan, dort können allerdings wesentlich mehr Videos gesehen werden als hierzulande. (Quellen: Testspiel.de, Süddeutsche Zeitung).
Die andere Meldung: Jamie Oliver ist vor ein paar Tagen auf YouTube mit einem eigenen Videokanal gestartet. Mit Jamie Oliver´s Food Tube hat der TV Koch-Star das Potential der frei zugänglichen Bewegtbilder nicht nur erkannt, er wäre mit diesem Schritt künftig sogar völlig unabhängig von TV Sendern, wenn er denn wollte – ich glaube da wird grade ordentlich Angsschweiß gewischt bei den Sendern, denn auf Jamie Oliver´s Food Tube gibt es nicht nur Live-Kochshows, die Zuschauer haben zudem die Möglichkeit während der Live-Sendungen zu interagieren und Fragen zu stellen, oder sich die Aufzeichnungen später anzuschauen – wann sie wollen und so oft sie wollen.
Das ist zeitgemäß, denn klassisches Fernsehen erfährt Erneuerung und Ablösung von Einheitsbrei und Sendezeiten. Dank Festplattenrekorder und schnellerem Internetzugang stellen sich immer mehr Zuschauer ihr Programm selber zusammen, entscheiden punktgenau, wann sie was sehen wollen. Gerade online funktionieren Nischen-Programme und special interest-Kanäle hervorragend.
In Windeseile wurden in den vergangenen Tagen erste Kurzfilme auf Jamie Oliver´s Food Tube veröffentlicht, kurzweilige, teils sehr persönliche Videos die eine Nähe zu Star, Team, Gästen und Produktion aufbauen, wie das im TV nicht möglich wäre. Zahlreiche Features, Serien und Service-Videos umfasst das Angebot, da kann man beispielsweise in einem mehrteiligen Video-Tutorial des britischen Star-Fotografen David Loftus lernen, wie man Gerichte zuhause appetitlich und ohne teure Technik perfekt in Szene setzt. Schon jetzt gibt es eine Menge zu sehen – der Blick in die Zukunft des Fernsehens lohnt. Es sei denn, die GEMA besitzt “möglicherweise” Rechte an der verwendeten Hintergrundmusik.
Kucken und Kochen: Jamie Oliver´s Food Tube
Tags: Jamie Oliver > Jamie Oliver´s Food Tube > You Tube Entwicklungsland Deutschland
Podcast: Schlaraffenland – Lesung (“Revolution”) und Gespräch bei 1LIVE Klubbing
Posted on | Januar 20, 2013 | No Comments
Die großartigen Gastgeber beim 1LIVE Klubbing: Moderator Mike Litt und DJ Larse
Für alle die Freitagnacht (18.01.2013, 23.00 Uhr) keine Zeit hatten: ich war mit meinem neuen Buch Schlaraffenland zu Gast bei der WDR 1LIVE-Sendung Klubbing, jetzt ist der Podcast dazu online abrufbar – ein Gespräch mit Moderator Mike Litt über Kochen, Kulinarik und Bloggen, außerdem lese ich die Foodblogger-Farce “Revolution” aus Schlaraffenland. Auf der Podcast-Seite von 1LIVE kann man Beitrag und Lesung jetzt online anhören (41:37 Min.) oder downloaden unter:
http://www.einslive.de/sendungen/klubbing/podcasts.jsp
Tags: 1LIVE Klubbing > DJ Larse > Mike Litt > Schlaraffenland > Schlaraffenland 1LIVE Klubbing > Stevan Paul Schlaraffenland > WDR
Innnereien-Menü im Restaurant Trific
Posted on | Januar 16, 2013 | 8 Comments

Es setzt sich ja bei denkenden Kulinarikern allgemein die Erkenntnis durch, dass ein Tier nicht nur aus Filetfleisch besteht. Gleichzeitig ist das Wissen um den Umgang mit Innereien auf einem historischen Tiefpunkt. Eine gebratene Leber findet sich hier und da noch auf der Speisekarte, der große Rest der Innereien ist sprichwörtlich für die Katz – das vermutete zumindest mein Geflügelhändler neulich, als ich Hähnchenherzen bestellte.
Kaum ein Koch hat heute noch die Zubereitungen für die Inneren Werte auf der Pfanne. Selbst die Franzosen, einst Meister der Innereien- und Wursteküche, rücken ab von Kalbsbris, Kutteln und Co. – bedauernd wird erklärt, es gäbe a.) keine Nachfrage und b.) gewisse Ressentiments bei den Gästen.
Diese Erfahrung musste auch Oliver Trific machen, der gestern Abend zum Innereien-Menü ins Trific lud, ungewohnt zögerlich füllte sich das Reservierungsbuch, dabei ist es doch genau so, wie es Kollegin Elli so schön auf den Punkt brachte: „Wäre ich Innereien-Novize, ich wüsste keinen besseren Ort damit anzufangen, als in Olivers Küche.“
Und so wars dann auch. Ein spektakulärer Abend, der mutige Neulinge und gestandene Connaisseure gleichermaßen staunen ließ:
Amuse bouche: Beuschel mit Serviettenknödel
Cremant d`Alsace Boeckel Pinot Blanc

Toller Auftakt mit dem österreichischen Innereien-Klassiker Beuschel, einem rahmigen Ragout aus Lunge und Herz, in feine Streifen geschnitten, butterzart! Dazu der fluffige Knödel zum Sauce aufwischen, große Klasse.
Kalbsbries mit Estragon, Apfel, Brunnenkresse und knusprigen Topinambur
2011er Terlaner Classico Kellerei Terlan-Südtirol

Mein Lieblingsgang, dachte ich zumindest, bis der nächste Gang kam. Eine perfekte Symbiose aller Zutaten, Kalbsbries, Apfel, Estragon und Brunnenkresse, da muss man erstmal drauf kommen. Und das feine Bries war mit buttrigen Schalottenwürfeln gebraten.
Confit von Magen und Herz von der Ente, bittere Salate, Verjus-Dressing
2011er Sancerre Pierre Prieur-Loire

Schlichte. Sensation. Alleine der Salat, die Vinaigrette zum reinlegen gut, würzig, harmonisch mit nur feiner Säure. Herz und Magen butterzart und fleischig, intensiv nach Ente schmeckend. Mein Lieblingsgang.
Kutteln mit Piment d’Espelette und Kichererbsen
2010 Chateau Saint Esteve – Cotes Du Rhone Villages

Amalfi Style! – wussten zumindest die vielen Cilento-Foodcamper im Restaurant, kein Zufall, dass der Innereienabend zum Klassentreffen wurde. Sonst noch gesichtet: Olivers Hausschlachter, dem wir die topfrische Ware zu verdanken hatten, und einer ganze Reihe weiterer Hamburger Gastronomen und Kulinariker, das Thema brachte offensichtlich die richtigen Leute zusammen. Die zarten Kutteln im würzigen Sud mit Kichererbsen, waren klasse! Gut, dass die Liebste bei dem Gang pausierte, so konnte ich zwei Teller genießen.
“Lamm-Herzen Daube” mit Kartoffelpüree, karamellisiertem Knoblauch, Oliven und Spinat
2009er Barbera D`Alba Sucule

Noch so ein Knaller! Eine perfekte Kombination, ganz klar und doch nuanciert, das Herz in der tiefen Sauce wieder überraschend fleischig, mit tollem Biss. Das ist Innereienküche? In erster Linien war das ganze Menü schlicht ein Hochgenuss.
Nougatmousse mit Rotwein-Birne
2009er Chateau Jolys Jurancon Doux

Der süße Abschluß natürlich auch gelungen, lobende Erwähnung soll an diese Stelle auch der Wein dazu finden, ein perfect match! Wie überhaupt die Weine allesamt treffliche Begleiter waren – umsichtig zusammengestellt von Holger Bracker vom Weinhaus Gröhl am Eppendorfer Baum.
Der Innereienabend findet im Herbst seine Fortsetzung, wer sich auf der Facebookseite des Trific einloggt, verpasst nichts.
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Gelesen: Jamie Oliver – Die exklusive Biographie von Rose Winterbottom
Posted on | Januar 14, 2013 | 4 Comments

Ich bin etwas ratlos, für wen dieses Buch geschrieben wurde. Wer sich nur wenig für Jamie Oliver und seine Arbeit interessiert, wird sich auch für die Biografie nicht interessieren und für die deutschen Fans von Jamie Oliver dürfte die „exklusive Biographie“ eher kein Knaller sein: über die allgemein bekannten Fakten zu Leben und Werk hinaus, bietet das Buch kaum Mehrwert.
Die im Untertitel ausgelobte Exklusivität will sich mir nicht erschließen, neben Zitaten aus alten Interviews und Sendungen, ist es insbesondere der stetig wiederkehrende Quellenverweise auf die, von der Autorin Rose Winterbottom viel bemühte, britische Biographie Arise Sir Jamie Oliver von Stafford Hildred und Tim Ewbank, der bereits im ersten Viertel des Buches erahnen lässt, dass man ganz eventuell lieber gleich diese Buch hätte kaufen sollen. Exklusive Fotos, neue O-Töne von Jamie Oliver – Fehlanzeige.
Besonders ärgerlich wird es im letzten Drittel des Buches, das dann überwiegend nur noch aus kurzen Abrissen und Inhaltsangaben zu Jamie Olivers Reisen, Sendungen und Büchern besteht. Da hilft es auch nicht, dass sich Autorin Rose Winterbootom (leider erst) im Nachwort des Buches erklärt: „Jamie selbst möchte keine Biographie schreiben. Er möchte, dass seine Projekte glänzen, weniger seine Person. Ich habe versucht, dem Respekt zu zollen, indem ich Ihnen diese Projekte so nahe gebracht habe, wie es mir möglich ist.“ Es gab wohl in den letzten zehn Jahren kaum ein Vorbeikommen an der medialen Verbreitung, Wirkung und Rezension von Jamie Olivers zahlreichen Projekten, ich hatte dementsprechend Hintergründigeres erwartet.
Ich bin Fan von Jamie Oliver, seit der Kerl erstmals das berühmte Treppengeländer aus der ersten Staffel runter rutschte, um den Menschen die Freude am Kochen neu zu vermitteln. Kaum ein Koch hat im letzten Jahrzehnt mehr für das gestiegene Ansehen des Kochberufes geleistet, als Jamie Oliver (und ein bis zwei der Deutschen Fernsehköche, die ihm folgen sollten). Jamie Oliver hat sich darüber hinaus immer sozial engagiert, kulinarische Basisarbeit geleistet, Stellung bezogen, Dinge geändert die unveränderlich schienen. Dabei kämpfte Jamie Oliver nicht nur mit seiner Legasthenie und diagnostiziertem ADHS, sondern auch mit Fernsehsendern, Medien, Behörden und Staatsmännern. Er setzt sich bis heute, nimmermüde und nachhaltig, für schwer vermittelbare Jugendliche eine und das Recht auf gutes, gesundes Essen für alle.
Das ist auch alles drin im Buch, ich hätte mir aber einen sorgfältigeren Umgang mit Jamie Olivers bisherigem Wirken gewünscht: eine Biographie, die schon in der Aufmachung an die Sorgfalt und reiche Brillanz seiner Kochbücher heranreicht, eine Biographie, die über die Aneinanderreihung längst bekannter Fakten hinaus, einen erweiterten, persönlicheren und tatsächlich exklusiven Blick auf den engagierten Koch, Geschäftsmann, Politiker und Familienvater bietet. Seine Bücher und TV Serien stehen ja schon in meinem Schrank.
Leseprobe des Verlages, pdf-Format
Rose Winterbottom: Jamie Oliver – Die exklusive Biographie
ist im mvg Verlag erschienen und kostet 17,99 €.
Tags: Jamie Oliver > Jamie Oliver Biographie deutsch > Jamie Oliver die exklusive Biografie > Rose Winterbottom
Fundstück der Woche: Schöner scheitern – die Rache der Pinterest-Opfer
Posted on | Januar 11, 2013 | 14 Comments

Ja, so ist es unser Internet, ein Ort der Schönheit und Klarheit, bevölkert ausschließlich von hochtalentierten HobbyköchInnen und kreativen Laien-ZuckerwerkerInnen, die allesamt nebenberufliche Perfektion erreicht haben und ihren Brotjob längst hätten tauschen können, gegen die Passion. Da gibt es FreizeitdesignerInnen und begnadeten InnenarchitektInnen, die für uns alle, mindestens einmal täglich ihre herrlich verrückten Deko-Ideen online stellen. Ideen, die geeignet sind unser aller Leben schöner zu gestalten!
Und selbstverständlich können sie alle auch professionelle Fotos ihrer Werke anfertigen, da werden sogar Profis blass, so schön sind die Fotos der mehrgängigen Menüs, der dreistöckigen Torten, der pfiffigen Häkelarbeiten, der selbstgezogenen Kerzen und hausgemachten Marmeladen. Toll auch, dass es Pinterest gibt, jenen Social Media Dienst der da all die tollen Fotos von den schönen Do it yourself-Ideen an einem Ort sammelt und teilt! Und alles lässt sich total einfach nachmachen, man muss nur…
…totaler Bullshit.
Sagen diejenigen, die die dunkle Seite von Pinterest kennen gelernt haben. Sagen die weniger begabten, die gutgläubigen, die arglosen Menschen. Sagen Menschen, wie Du und ich. Menschen, die beim Versuch, tolle Pinterest-Foto-Ideen zuhause umzusetzen, kläglich gescheitert sind. Jetzt treten sie aus dem Dunkel an die Öffentlichkeit und es werden täglich mehr: auf PinterestFail.com zeigen oder verlinken sie Fotos der vermeintlichen Pinterest-Innovation und präsentieren das tatsächliche Resultat ihrer Heimwerkerei. Schöner scheitern. Ich habe Tränen gelacht. Danke!
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